Jahresabschluss: Neue Erleichterungen für Kleinst-GmbHs

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Als Geschäftsführer der GmbH müssen Sie dafür sorgen, dass die Jahresabschlussunterlagen unverzüglich nach der Vorlage und Feststellung durch die Gesellschafter über die elektronische Publikations-Plattform des elektronischen Unternehmensregisters eingereicht werden. In der Regel müssen die Unterlagen spätestens 12 Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres veröffentlicht werden, Stichtag ist also der 31.12.2013 für den Jahresabschluss 2012. Lesen Sie, welche neuen Bestimmungen gelten.

Mit dem Kleinstkapitalgesellschaften-Bilanzrechtsänderungsgesetz (MicroBilG) gibt es Vereinfachungen bei der Erstellung des Jahresabschlusses für kleinste GmbHs und Unternehmergesellschaften. Außerdem gelten weniger strenge Vorgaben für die Pflichtveröffentlichung. Die Erleichterungen gelten erstmals für Jahresabschlüsse, die sich auf einen nach dem 30.12.2012 liegenden Abschlussstichtag beziehen – also bereits für den Jahresabschluss 2012, sofern das Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr endete.

 

Die neue Größenklasse: Wie groß ist die Kleinst-Kapitalgesellschaft?

Kleinere Kapitalgesellschaften (Mikro- oder Kleinst-GmbHs/Unternehmergesellschaften/kleine Aktiengesellschaften) müssen – zumindest „auf dem Papier“ - zukünftig weniger bürokratische Pflichten erfüllen.

Im Einzelnen gelten folgende Kriterien für die Zuordnung zur Größenklasse "Kleinst-Kapitalgesellschaft":

Umsatzerlöse bis max. 700.000 EUR,
• eine Bilanzsumme bis 350.000 EUR,
• und max. bis zu durchschnittlich 10 Mitarbeitern.

Eine Kleinst-Kapitalgesellschaft liegt danach vor, wenn die betreffende Gesellschaft 2 der 3 Merkmale an 2 aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen nicht überschreitet. Bei Umwandlungen oder Neugründungen ist für die Beurteilung, ob ein Kleinstbetrieb vorliegt, der erste Abschlussstichtag nach der Umwandlung bzw. Neugründung maßgeblich.

In Deutschland gibt es ca. 500.000 Unternehmen, die als sog. Kleinstbetrieb einzustufen sind und in der Rechtsform einer GmbH, einer Unternehmergesellschaft (UG) oder einer (Einpersonen-)AG geführt werden. Für Genossenschaften gelten diese Erleichterungen nicht.

 

 

Diese Erleichterungen gelten für Kleinst-Kapitalgesellschaften

Erleichterungen gibt es bei der Aufstellung der Bilanz und beim Umfang der zum Unternehmensregister einzureichenden Teile des Jahresabschlusses.

Im Einzelnen gilt:

- Die GuV muss lediglich ausweisen: Umsätze, sonstige Erträge, Material- und Personalaufwand, Abschreibungen, sonstige Aufwendungen, Steuern und Ergebnis.

- Die kleinsten Kapitalgesellschaften können eine sehr stark verkürzte Bilanz mit nur noch wenigen Bilanzposten aufstellen Legen Sie darüber hinaus zusammen mit dem Steuerberater fest, welche Auswirkungen das für die Kontierung und Bilanzierung auf das Geschäftsjahr 2013 hat.

Tipp: Gleichen Sie diese auch mit den neuen Kontierungsvorgaben für die E-Bilanz ab, damit keine Doppelarbeiten für eine Handels- und eine Steuerbilanz entstehen.

- Sie brauchen keinen Anhang mehr einzureichen, wenn sie Angaben zu Vorschüssen und Krediten an Mitglieder der Geschäftsführungs- oder Aufsichtsorgane, Angaben zu Haftungsverhältnissen und bei der Rechtsform Aktiengesellschaft Angaben
zu eigenen Aktien unter der Bilanz ausweisen.

- Sie müssen den Jahresabschluss nicht mehr pflichtveröffentlichen. Es genügt die Hinterlegung beim Betreiber des Bundesanzeigers und ein entsprechender Hinterlegungsauftrag, so dass das Registergericht auf Antrag eine Kopie dieser Bilanz erstellen kann und diese – gegen Gebühr – Dritten zur Verfügung stellt. Vorteil: Nur wer zahlt, kann dann Ihren Jahresabschluss noch einsehen.

- Kommt es dennoch zu Pflichtverstößen bei der Einreichung und Pflichtveröffentlichung des Jahresabschlusses durch eine
Kapitalgesellschaft, gibt es ab dem 30.6.2013 die Möglichkeit, die Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand zu beantragen. Das hießt, Sie können auf Antrag so gestellt werden, als hätten Sie die Frist nicht versäumt

Achtung: Ein Ordnungsgeld wird aber immer dann verhängt, wenn der Jahresabschluss nicht nach Ablauf der vom Bundesamt für Justiz angesetzten 6-Wochenfrist nachgereicht wird.


Was bleibt von den Erleichterungen in der Praxis übrig?

Viele der beschlossenen handelsrechtlichen Vereinfachungen und Erleichterungen gelten aber nicht für das Steuerrecht. Auch Kleinstgesellschaften müssen nach Einführung der E-Bilanz (ab 2014) den vom Finanzamt geforderten Detaillierungsgrad einhalten. In der Praxis bedeutet das: In der Handelsbilanz können Kleinstbetriebe die Vereinfachungen durchführen. In der Steuerbilanz aber nicht. Da die meisten Kleinstbetriebe nur eine Steuerbilanz aufstellen, ändert sich in deren Praxis also nichts.

Bleibt es bei den bisherigen Vorgaben zur Einreichung der E-Bilanz auch für Kleinstgesellschaften nach dem sog. Einreichungs-Standard (Taxonomie), wird es in der Praxis nicht zu Erleichterungen bei der Bilanzerstellung geben. Der bürokratische Aufwand und die Kosten dafür bleiben konstant. Eine geringfügige Kostensenkung wird es lediglich bei der Einreichung der Unterlagen zum elektronischen Unternehmensregister kommen. Statt der bisher fälligen 30,00 EUR für Selbsteinreicher muss die Kleinst-Gesellschaft in Zukunft eine Hinterlegungsgebühr in Höhe von mindestens 23 EUR zahlen.
 

 

Kommentare (1)

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15.7.2013, 17:48 Uhr
von Schüler
Wer kennt eine Buchhaltungssoftware die den Ausdruck einer Microbilanz ermöglicht, 15.07.2013 ?
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