Minijob 2015: Das sind die neuen Regeln

Minijob-Regeln

Seit 2013 dürfen Minijobber bis zu 450 EUR im Monat verdienen. Ab 2015 ist ein gelegentliches unvorhersehbares Überschreiten dieser Monatsgrenze bis zu 3 Mal in 12 Monaten erlaubt. Minijobber müssen den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 EUR bekommen. Ihr Eigenbeitrag zur Rentenversicherung wurde geringer und der Umlagesatz U2 erhöht. All das sollten Sie für die Lohnabrechnung für Minijobber 2015 wissen.

Die  Regelungen für Minijobs auf einen Blick

Für Minijobs gilt:

  • Der Minijobber darf höchstens 450 EUR pro Monat verdienen.
  • Neu: Ein gelegentliches, unvorhersehbares Überschreiten ist ab 1.1.2015 bis zu 3 Mal (bisher 2 Mal) innerhalb eines Kalenderjahres erlaubt.
  • Minijobber müssen einen Eigenanteil zur Rentenversicherung zahlen, wenn sie sich nicht befreien lassen.
  • Neu: Minijobber müssen den ab 1.1.2015 geltenden gesetzlichen Mindestlohn erhalten.

 

Die 450-EUR-Grenze darf 3 Mal überschritten werden

Grundsätzlich wird der Minijob zu einer normalen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, sobald die 450-EUR-Grenze überschritten wird. Ausnahme: Ein gelegentliches und unvorhersehbares Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze. Unvorhersehbar ist z. B. die ungeplante Vertretung eines erkrankten Mitarbeiters, eine Urlaubsvertretung ist es nicht. Seit dem 1. Januar 2015 ist ein gelegentliches Überschreiten der 450-EUR-Grenze in bis zu 3 Monaten (bisher 2) innerhalb eines Jahres möglich.

Minijobber müssen Mindestlohn bekommen

Auch Minijobber haben Anspruch auf den seit dem 1. Januar 2015 zu zahlenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 EUR. Ausnahmen bestehen nur für wenige Personengruppen wie z B. bestimmte Praktikanten, Zeitungszusteller (bis 31.12.2016) und Minderjährige.

Achtung: Würde der Mindestlohn zu einer Überschreitung der 450-EUR-Grenze führen, müssen Sie handeln. Um die Entstehung eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses zu verhindern, können Sie eine Reduzierung der Arbeitszeit vereinbaren. Denken Sie aber auch daran, den Arbeitsvertrag entsprechend zu ändern.

 

Nach dem Mindestlohngesetz sind Sie verpflichtet, genaue Stundenaufzeichnungen zu führen. Sie müssen – innerhalb von 7 Tagen – Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzeichnen. Die Aufzeichnungen sind 2 Jahre aufzubewahren und den Prüfern bei Kontrollen vorzulegen.

Neue Sozialversicherungssätze

Die Umlage U2 für den Ausgleich von Arbeitgeberaufwendungen bei Mutterschaft wurde zum 1. Januar 2015 auf 0,24 % angehoben. Der pauschale Krankenversicherungsbeitrag für Minijobber beträgt unverändert 13 %. Der neue Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung fällt bei Minijobs nicht an.

Sie als Arbeitgeber zahlen einen pauschalen Beitrag zur Rentenversicherung von 15 %. Minijobber müssen darüber hinaus einen Eigenbeitrag leisten. Da der allgemeine Beitragssatz zur Rentenversicherung gesunken ist,  beträgt der Eigenanteil seit 1. Januar 2015 nun 3,7 %.

Durch den Eigenanteil kann der Minijobber

  • seinen Rentenanspruch erhöhen,
  • einen Anspruch auf Reha-Leistungen und auf Erwerbsminderungsrente erwerben,
  • eventuell früher in Rente gehen.

 

Möchte der Minijobber keinen Eigenanteil zahlen, kann er sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Das geschieht, indem er dem Arbeitgeber diesen Wunsch schriftlich mitteilt. Sie bestätigen den Eingang mit Eingangsdatum und nehmen das Schreiben zu Ihren Unterlagen. Sie brauchen es für zukünftige Prüfungen durch die Sozialversicherung. Die Meldung an die Minijob-Zentrale erfolgt im Rahmen der Anmeldung des Minijobbers.

Die meisten Minijobber werden sich dafür entscheiden, diesen Antrag zu stellen, weil sie sich keinen Vorteil von der Zahlung versprechen. Bei Unschlüssigen empfiehlt sich die Verweisung an Rentenfachleute, da die Situation im Einzelfall nur von diesen sachkundig beurteilt werden kann.

Tipp: Kostenlose Beratungsstellen
Unschlüssige Minijobber erhalten genauere Informationen bei einem Rentenberater oder beim Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung (kostenlos unter Tel. 0800 / 100 048 00).
 

Mehr zum Thema finden Sie hier:
Mitarbeiter: Was muss ich bei der Einstellung von Minijobbern beachten?
Sozialversicherung und Lohnsteuer 2015: Das ist neu

Zudem können Sie sich auf der Internetseite der Minijobzentrale umfassend informieren.


Beispiele aus der Praxis: Mindestbeitrag beachten

Der Minijobber muss den pauschalen Rentenbeitrag des Arbeitgebers (15 %) auf den normalen Rentenbeitrag aufstocken. Sein Eigenanteil beträgt damit 2015 grundsätzlich 3,7 %. Verdient Ihr Minijobber weniger als 175 EUR im Monat, ist sein Eigenbeitrag zur Rentenversicherung höher. Das liegt daran, dass der Gesamtbeitrag zur Rentenversicherung (Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen 18,7 %) aus mindestens 175 EUR berechnet wird.

1. Beispiel:
Verdient der Minijobber 100 EUR im Monat, beträgt der Gesamtbeitrag zur Rentenversicherung 32,73 EUR (18,7 % von 175 EUR). Davon tragen Sie als Arbeitgeber 15 EUR (15 % von 100 EUR), der Minijobber die Differenz. Sein Eigenanteil beträgt 17,73 EUR (32,73 EUR abzüglich 15 EUR).

2. Beispiel:
Verdient der Minijobber 400 EUR im Monat, beträgt der Gesamtbeitrag zur Rentenversicherung 74,80 EUR (18,7 % von 400 EUR). Davon tragen Sie als Arbeitgeber 60 EUR (15 % von 400 EUR), der Minijobber die Differenz. Sein Eigenanteil beträgt 14,80 EUR (74,80 EUR abzüglich 60 EUR bzw. 3,7 %). 

 

Kommentare (45)

Diesen Beitrag kommentieren
29.1.2015, 16:33 Uhr
von ich
Muss er auch die 450€ zahlen wen er keine Arbeit für mich hat?
Antwort schreiben
15.1.2015, 16:06 Uhr
von Domi
Hier seht ihr, wie ihr euch als Minijobber von dem Beitrag befreien lassen könnt: http://blog.getdoido.com/2015/01/minijob-anmelden/
Antwort schreiben
10.1.2015, 17:26 Uhr
von mir
wei alt muss ich sein um einen Minijob annehmen zu können? Geht das auch wenn man noch unter 16 ist?
Antwort schreiben
Das könnte Sie auch interessieren
Sozialversicherung-das-ist-neu
Auch der Jahresbeginn 2013 ist wieder eine Herausforderung für die Lohnabrechner: Zum 1.1.2013 treten zahlreiche Änderungen im Sozialversicherungs- und Steuerrecht in Kraft. Die Minijob-Reform wurde doch noch rechtzeitig verabschiedet, die Beiträge zur Rentenversicherung sinken, die Beitragsbemessungsgrenzen und Sachbezugswerte steigen. Wir haben die wichtigsten Neuregelungen und ihre Bedeutung für Unternehmen zusammengestellt. Die wichtigsten Neuerungen ab 1.1.2015 finden Sie unter: Sozialversicherung und Lohnsteuer 2015: Das ist neu (1)