Liquidität sichern: So bleiben Sie zahlungsfähig

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Wie wichtig es ist, sich mit dem Thema Liquidität zu befassen, merken viele Unternehmer erst, wenn sie in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Dann wird klar: Ausreichende Liquidität ist für jedes Unternehmen notwendig. Hier finden Sie wertvolle „Überlebenstipps“, wie Sie Zahlungsproblemen vorbeugen.

icon_autor Autor: Jörgen Erichsen

Kurzfristige Maßnahmen beim Liquiditätsengpass

Oft lassen sich schon innerhalb von rund 14 Tagen in erheblichem Umfang liquide Mittel freisetzen. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei:

 1. Rechnungen zeitnah und richtig stellen

Voraussetzung für einen kontinuierlichen Zahlungsmittelzufluss ist, dass Sie Rechnungen zeitnah stellen, in der Regel möglichst einen Tag nach Leistungserbringung. Tun Sie dies auch, wenn es sich um vermeintlich kleine Beträge von 20, 30 oder 50 EUR handelt – das summiert sich. Achten Sie auf die korrekten Rechnungsangaben und den richtigen Empfänger, um Verzögerungen bei der Bearbeitung zu vermeiden.

2. Zahlungseingang beschleunigen

Jeder Tag Zahlungsziel, den Sie einem Kunden gewähren, kostet Ihren Betrieb bares Geld. Wenn Sie auf Rechnung verkaufen, gewähren Sie Ihren Kunden kostenlose Kredite. Dieses Geld fehlt in der Kasse. Sie müssen es bis zum Zahlungseingang entweder mit eigenen Mitteln oder durch Ausnutzung der Kreditlinie vorfinanzieren. Deshalb:

  • Versuchen Sie, den Anteil an Bar- oder Kartenzahlungen zu erhöhen.
  • Falls Sie auf Rechnung verkaufen, senken Sie zumindest bei Neukunden das Zahlungsziel, etwa von 30 Tagen auf 20 Tage.
  • Verhandeln Sie mit Ihren Kunden über höhere An- und Teilzahlungen.
  • Motivieren Sie die Kunden durch Gewährung von Skonto zum schnelleren Bezahlen. Berücksichtigen Sie das Skonto aber in Ihrer Preiskalkulation!

 

3. Forderungen konsequent eintreiben

Machen Sie sich klar, dass jeder Verzug eines Kunden bei Ihnen zu Problemen führt. Mahnen Sie konsequent und zögern Sie nicht, weil Ihnen das unangenehm ist oder Sie der Ansicht sind, dass ein paar Tage Verzug nicht viel ausmachen.

4. Zahlungsausfällen und -verzögerungen vorbeugen

Am besten ist es natürlich, wenn es Ihnen gelingt, das Risiko von Zahlungsproblemen mit Ihren Kunden zu verringern. Prüfen Sie jeden neuen Kunden auf seine Bonität. Auch Ihren größeren Stammkunden sollten Sie jährlich „auf den Zahn fühlen“. Dazu haben Sie mehrere Möglichkeiten:

  • Sie können sich eine Bankauskunft einholen oder bei Auskunfteien wie Creditreform, Bürgel, Hoppenstedt oder Schufa nachfragen. Nachteil: Diese Auskünfte kosten Geld, je Auskunft 5 bis 10 EUR.
  • Günstiger ist es, wenn Sie den Kunden um eine Selbstauskunft bitten. Dann muss er sich selbst bei der Bank oder einer Auskunftei aktuelle Informationen besorgen und kann sie Ihnen vorlegen.

►  Achtung:  Keine Garantie für die Zukunft
Auch eine günstige Auskunft bedeutet nicht automatisch, dass der Kunde weiterhin pünktlich und vollständig zahlen wird. Die Auskünfte zeigen im Kern vor allem, wie sich der Kunde bisher verhalten hat. Daraus wird auf die Zukunft geschlossen, aber es besteht immer die Möglichkeit, dass auch ein bisher gut bewertetes Unternehmen Zahlungsprobleme bekommt und sein Verhalten ändert.


5. Zahlungsziele mit Lieferanten neu verhandeln

Was auf der Forderungsseite für Sie ein Problem darstellt, ist beim Einkauf für Sie von Vorteil: Schaffen Sie es, sich mit Ihren Lieferanten auf längere Zahlungsziele zu einigen, schonen Sie Ihre eigene Liquidität, weil Sie später zahlen müssen. Daher sollten Sie regelmäßig mit wichtigen Lieferanten über diese Option verhandeln.

Können Sie keine Verlängerung der Zahlungsfristen erreichen, versuchen Sie, ein Skonto zu vereinbaren oder die Skontokonditionen zu verbessern, etwa von 2 auf 3 Prozent oder eine Verlängerung von 7 auf 10 Tage, wenn ein Lieferant Skonto anbietet.


► Beispiel:
Wenn Sie 3 % Skonto ziehen dürfen, sparen Sie bei einem Bestellvolumen von 100.000 EUR im Jahr immerhin 3.000 EUR.


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