10 Tipps für überzeugende Präsentationen

So überzeugen Sie mit Ihren Präsentationen
Aktualisiert am: 01.06.2016

Kennen Sie das? Sie sitzen in einer Präsentation und haben das Gefühl, dass Stunden vergehen. Der Blick auf die Uhr verrät Ihnen allerdings, dass gerade mal 45 Minuten vergangen sind. Ihr Kopf raucht vom monotonen Vortrag des Sprechers oder besser gesagt, Vorlesers. Mitunter sind die Präsentationen ein Anblick des Grauens, meist zugemüllt mit Grafiken, Tabellen oder komplexen Abbildungen. Und die Fußzeile "Folie 29 von 103" lässt nur auf ein Wunder hoffen. Das muss nicht sein.

Aufmerksamkeit statt Langeweile wecken

Über 80 Prozent aller PowerPoint-Präsentationen sind entweder langweilig oder einschläfernd. Zu diesem erschreckenden Ergebnis kam das Wall Street Journal. Lediglich 3 Prozent der Präsentationen begeistern ihre Zuhörer und erreichen somit die nötige Aufmerksamkeit. Eigentlich kein Wunder, denn die meisten Präsentationen beinhalten völlig überfrachtete Folien und sind mit Bulletpoint-Orgien, grausigen Überblend-Effekten, Phrasengedresche oder Slide-Daumenkinos zusammengeschustert. Und der Vortrag wird immer nach dem gleichen Ritual gehalten: Überschrift → fünf Punkte vorlesen → nächste Folie. Dadurch entsteht allein der deutschen Wirtschaft täglich ein Schaden im dreistelligen Millionenbereich – von der verfehlten Wirkung der Präsentationen ganz zu schweigen.

Und so werden die Menschen mit monotonen Präsentationen, eintöniger Werbung und mit den immergleichen Verkaufsstrategien genervt. Mittlerweile werden Beamer schon mit dem Pawlow’schen Hund verglichen.

"Tatsächlich reicht mitunter schon das bloße Einschalten des Projektors, um das Auditorium in einen tranceähnlichen Entspannungszustand zu versetzen“, schreibt Stephan List in seinem Blog."

Damit Ihren Zuhörern nicht dasselbe Schicksal ereilt, haben wir für Sie die 10 goldenen Regeln für eine gelungene Präsentation zusammengefasst. Doch stellen Sie sich zunächst selbst die Frage: Haben Sie etwas zu sagen oder lesen Sie nur Folien vor? Und mal ganz ehrlich: Die Meisten tun Letzteres.

So fesseln Sie Ihre Zuhörer: 10 Tipps für überzeugende Präsentationen

1. Keine Bulletpoints verwenden

Der Zuhörer ist immer im Lesezwang. Lange Sätze oder Bulletpoints zwingen den Zuhörer zum Lesen. Da viele Menschen nicht multitaskingfähig sind, wird Ihnen keiner mehr zuhören. Möchten Sie das?

Starten Sie lieber mit einem Knall. Bei einem Vortrag merken sich viele nur den Auftakt und den Schluss. Hier helfen Anektoten, Trends oder Aussichten für die Zukunft.

2. Pro Folie nur eine Botschaft verwenden

Wenn ich mir so manche Präsentation anschaue, dann frage ich mich, ob der Vortragende schnell fertig sein möchte, sparsam ist oder keine Lust hatte einen guten Vortrag vorzubereiten. Denn anders ist es wohl nicht zu erklären, dass so viel wie möglich in eine Folie gepackt wird. Auch hier entsteht wieder Lesezwang und der lenkt den Zuhörer vom Vortragenden ab. Die Slides sollen den Vortrag doch nicht ersetzen, oder? Bewährt hat sich die KISS-Methode – Keep It Straight and Simple. Streng genommen heißt das: Sie verwenden zukünftig nur noch eine Botschaft pro Folie. Die Präsentation eignet sich dann aber nicht mehr als Handout oder Memo, dafür benötigen Sie dann eigene Materialien.

3. Lesen Sie nicht von den Folien ab

Wenn man aufgeregt ist und vor einer großen Menschenmenge spricht, möchte man sich am Liebsten an etwas festhalten. Das tun dann auch die Meisten – sie kleben an den Folien, drehen sich vom Publikum weg und lesen Wort für Wort deren Inhalt vor.

Nein, Ihr Publikum soll Ihnen folgen, sich ganz auf Ihre Stimme konzentrieren. Halten Sie deshalb jederzeit den Blickkontakt zu Ihrem Publikum. Laut Studien überzeugt der Vortragende nur, wenn er mindestens 90 Prozent seiner Redezeit Augenkontakt zum Publikum hält. Mit einem Trick lässt sich das für etwas Schüchterne umgehen: Einfach knapp über die Köpfe der Zuschauer hinwegfliegen. Der Unterschied ist nicht zu bemerken.

Denken Sie auch an die richtige Reihenfolge. Wenn Sie erst projizieren und dann vorlesen, hört Ihnen keiner mehr zu, weil das Publikum erst selbst liest. Blenden Sie Ihre Folien erst ein, wenn die Punkte auch im Vortrag vorkommen. Nicht vorher und nicht danach.

Probieren Sie es mal aus und lassen Sie doch mal Ihre Freunde als Publikum dienen.

4. Lassen Sie Bilder sprechen

Statt langweiliger farbiger Hintergründe lassen Sie lieber Bilder sprechen. Sie wissen doch: Bilder sagen mehr als tausend Worte – und sie können Emotionen ausstrahlen. Sie sorgen so für die richtige Untermalung Ihres Vortrages. Überzeugungskraft entfalten Grafiken vor allem, wenn diese animiert werden. Aber Vorsicht: Benutzen Sie keine urheberrechtlich geschützten Materialen und benutzen Sie keine Bilder aus der Google-Bildersuche. Verwenden Sie stattdessen Stockfotos. Die Lizenzen können Sie dafür kostengünstig erwerben. Professionelle Fotos bieten Fotolia.com und iStockphotos.com an. Unter sxc.hu können Sie sogar kostenlose Stockbilder herunterladen. Auch Flickr ist hierfür eine erwägenswerte Plattform. Achten Sie aber auch hier auf die Urheberrechtsbestimmungen.

5. Achten Sie auf Ihre Vortragszeit

Viele Vorträge sind einfach zu lang geschnitten. Nach spätestens einer Stunde verlieren Sie Ihre Zuhörer, da die Aufnahmefähigkeit sinkt. Der Vortrag sollte deshalb eine Stunde nicht überschreiten – besser sind 45 Minuten. Sollte Ihre Präsentation länger dauern, legen Sie zwischendurch ein Päuschen ein. Noch drastischer sieht es der bekannte Redner Guy Kawasaki. Seine Präsentationstechnik beruht auf der 10-20-30-Regel, die besagt: Die gesamte Präsentation sollte nicht mehr als 10 Folien umfassen, unter 20 Minuten dauern und keine Schriftgröße unter 30 Pt. aufweisen. Sein Erfolg gibt ihm jedenfalls recht.

6. Benutzen Sie auch andere Medien

Wenn Sie zwischenzeitlich zum Beispiel das Flipchart mit einbeziehen, lockert dies den Vortrag erheblich auf. Ihre Zuhörer können so in den Vortrag einfließen und mitwirken. Dieses „Ablenkungsmanöver“ wirkt.

7. Achten Sie auf das Feedback Ihrer Zuschauer

Viele Vortragende sind so auf Ihre Ausführungen eingeschossen, dass sie Ihr Publikum gar nicht mehr wahrnehmen. So würden sie es wahrscheinlich nicht einmal mitbekommen, wenn ihre Zuhörerschaft den Saal verlässt. Suchen Sie sich deshalb Menschen aus, die aus Ihrer Sicht sympathisch wirken und schauen Sie diesen Leuten in die Augen. Holen Sie sich das Feedback zu Ihrem Vortrag. Die bewährteste Form ist Fragen zu stellen. Stellen Sie kurze und kompakte Fragen! Aber nie mehr als zwei Sätze.

8. Kurze (Trink-)Pausen einlegen

Stellen Sie sich ein Glas Wasser (vorzugsweise stilles) an das Rednerpult und trinken Sie während des Vortrages ruhig ein paar Schlucke. Klingt banal, wirkt aber auflockernd und menschlich.

9. Heben Sie sich von der Masse ab

Arbeiten Sie mit Ihrem Publikum. Starten Sie zur Auflockerung vielleicht mit einem Witz. Zeigen Sie „Action“ auf der Bühne. Sorgen Sie für Unterhaltung. Untermauern Sie Ihre Präsentation mit Anekdoten.

10. Nur Übung macht den Meister

Üben Sie solange bis Sie es können. Am besten vor Ihren Freunden oder vor einer Kamera. Lassen Sie sich Feedback geben und Sie werden sehen: Sie werden von Mal zu Mal besser.


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