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Anteilsveräußerung bei einer GmbH: Das sollten Sie wissen

Veräußerungskosten sind bei Korrektur des Einkommens der GmbH zu berücksichtigen: ein Praxisfall
Von Bernhard Köstler
Aktualisiert am: 14.08.2015

Der Bundesfinanzhof hat nun bestätigt, dass eine GmbH, die Anteile an einer anderen Kapitalgesellschaft (GmbH) verkauft, die direkt angefallenen Veräußerungskosten bei der Korrektur des Einkommens der GmbH zu berücksichtigen hat. Was das genau bedeutet, soll ein typischer Praxisfall verdeutlichen.

Grundsätze bei der Anteilsveräußerung bei einer GmbH

Hält eine GmbH Anteile an einer anderen Kapitalgesellschaft und veräußert diese, darf der in der Steuerbilanz enthaltene Veräußerungsgewinn aus einer Anteilsveräußerung nach § 8b Abs. 2 Satz 1 KStG außerbilanzmäßig wieder abgezogen werden. 5 % des Veräußerungsgewinns sind als nichtabziehbare Betriebsausgaben danach wieder außerbilanzmäßig hinzuzurechnen.

In der Praxis kam es hier immer wieder zu Streitigkeiten zwischen der veräußernden GmbH und dem Finanzamt, weil einerseits bei der Ermittlung des Veräußerungsgewinns aus der Anteilsveräußerung Veräußerungskosten abgezogen wurden und zudem noch der 5 %-ige Korrekturbetrag für nicht abziehbare Betriebsausgaben erfasst wird. Unter dem Strich also eine Doppelberücksichtigung von Veräußerungskosten zu Ungunsten der veräußernden GmbH.

Achtung: Die Richter des Bundesfinanzhofs stellten nun klar, dass die Regelung des § 8b Abs. 2 Satz 1 KStG zur Anteilsveräußerung nicht zu beanstanden ist (BFH, Urteil v. 12.3.2014, Az. I R 45/13; veröffentlicht am 18.6.2014).

Beispiel: Die XY-GmbH veräußert Anteile der A-GmbH für 400.000 EUR. Die Anteile der A-GmbH waren in der Bilanz der XY-GmbH mit 100.000 EUR enthalten. Im Zusammenhang mit dieser Anteilsveräußerung fielen Beratungskosten zur Ermittlung des Werts der Anteils 50.000 EUR an. Der außerhalb der Bilanz zu erfassende Korrekturbetrag ermittelt sich dabei folgendermaßen:

So müssen Sie den Korrekturbetrag ermitteln So darf der Korrekturbetrag nicht ermittelt werden
Veräußerungserlös 400.000 EUR 400.000 EUR
Buchwert des Anteils an der A-GmbH - 100.000 EUR - 100.000 EUR
Veräußerungskosten - 50.000 EUR 0 EUR
Veräußerungsgewinn aus der Anteilsveräußerung 250.000 EUR 300.000 EUR
Nicht abziehbare Betriebsausgaben
(5 % des Veräußerungsgewinns)
12.500 EUR 12.500 EUR
Korrekturbetrag bei Einkommensermittlung - 237.500 EUR - 285.000 EUR

Achtung: Das Finanzamt wird bei einer Anteilsveräußerung natürlich gezielt nach bisher nicht erfassten Veräußerungskosten suchen, die das Einkommen unzulässigerweise zu hoch gemindert haben. Bei Jahre später stattfindenden Betriebsprüfungen bedeutet das neben Steuernachzahlungen auch Nachzahlungszinsen von 0,5 % pro Monat. Deshalb sollte bei Anteilsveräußerungen der Veräußerungsgewinn besser korrekt nach den BFH-Vorgaben berechnet werden.


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