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Arbeiten bis 67: Müssen GmbH-Geschäftsführer ihre Pensionszusage anpassen?

Überblick: In diesen Fällen besteht eine Anpassungspflicht auf das erhöhte Rentenalter für Geschäftsführer-Pensionszusagen
Von Lothar Volkelt
Aktualisiert am: 17.08.2015

Die generelle Lebensarbeitszeit wird sukzessive auf das 67. Lebensjahr erhöht. Das hat auch für Sie als GmbH-Geschäftsführer Folgen für die steuerliche Anerkennung Ihrer Pensionszusage.

Die alte Übergangsregelung

Bislang wurden in den meisten Geschäftsführer-Anstellungsverträgen in Anlehnung an die allgemeine Regelung für Arbeitnehmer das Anrecht auf den Bezug der Pension ab dem 65. Lebensjahr vereinbart. Das Bundesfinanzministerium hat dazu vorgeschrieben, dass für Geschäftsführer ab dem Geburtsjahrgang 1962 Pensionszusagen nur noch ab dem 67. Lebensjahr zugelassen sind (Randziffer 6a Abs. 8 ESt-Richtlinien). Die Folge: Es sind nur noch geringere Zuführungen zur Pensionsrückstellung möglich. Umgekehrt bedeutet das, dass der steuerpflichtige Gewinn damit geringer entlastet wird als bislang. Die GmbH zahlt mehr Steuern als bisher.

Neue Regel: Keine generelle Anpassungspflicht

Das Finanzgericht (FG) München hat jetzt diese Vorgaben gekippt. Danach gilt: „Für Altverträge mit einem vertraglich vereinbarten Ruhestandsgehalt von 65 Jahren besteht durch die Hebung der Altersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung von 65 auf 67 Jahre keine Anpassungspflicht“ (FG München, Beschluss vom 20.2.2012, 7 V 2818/11). Die Anpassungspflicht gilt nur für Pensionszusagen nach dem 31.12.2007. Das Urteil hat unmittelbare Auswirkungen auf die Besteuerungspraxis.

Überblick: Steuerliche Behandlung der Pensionsrückstellungen

  • Wurde oder wird eine Pensionszusage für einen GmbH-Geschäftsführer jünger als Jahrgang 1962 nach dem 1.1.2008 abgeschlossen, muss die Rückstellung auf das erhöhte Rentenalter umgerechnet werden.
  • Für Geschäftsführer ab dem Jahrgang 1962 muss die Pensionszusage und damit die Rückstellung so wie vereinbart steuerlich anerkannt werden, wenn die Pensionszusage vor dem 1.1.2008 abgeschlossen wurde.
  • Für alle Pensionszusagen, die für Geschäftsführer bis einschließlich Jahrgang 1961 abgeschlossen wurden und werden, muss das Finanzamt die Rückstellung wie vereinbart anerkennen.

Praxisbeispiel: Die Bau-GmbH  gewährt ihrem Geschäftsführer M. nach 5-jähriger Tätigkeit im Jahr 2009 eine Pensionszusage auf das 65. Lebensjahr. Der Geschäftsführer M. ist am 30.8.1961 geboren und damit 52 Jahre alt. Die Pensionsrückstellungen werden auf das 65. Lebensjahr berechnet und müssen vom Finanzamt in dieser Höhe anerkannt werden.

Unterdessen hat auch das FG Hessen diese Rechtslage bestätigt (FG Hessen, Urteil vom 22.5.2013, 4 K 2070/11). Im Urteilsfall hatte die GmbH im Jahr 1993 ihrem Geschäftsführer Jahrgang 1962 eine Pensionszusage auf das 65. Lebensjahr zugesagt. Die Finanzverwaltung hat dagegen Revision eingelegt (Aktenzeichen des anhängigen Verfahrens: I R 50/13). Bis zur abschließenden Entscheidung brauchen Sie aber keine steuerliche Schlechterstellung durch das Finanzamt hinnehmen. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater!

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