Mit Muster zur korrekten außerordentlichen Kündigung /fileadmin/_processed_/1/a/csm_Ausserordentliche_Kuendigung_800x400_1f8e2ac31a.jpg 2018-05-23 Lexware

Mit Muster zur korrekten außerordentlichen Kündigung

Übergabe einer außerordentlichen Kündigung mit Vorlage
Von Birgit Bohnert
Aktualisiert am: 23.05.2018

Eine außerordentliche Kündigung ist für Arbeitnehmer besonders negativ. Wer lässt sich schon gerne nachsagen, so enttäuscht zu haben, dass sie möglich war. Die einzige Rettung scheint der Weg zum Anwalt. Hierbei gibt es für den Arbeitnehmer nichts zu verlieren – allerdings auch nichts zu gewinnen, wenn Sie bei der Kündigung die Vorgaben beachtet und das Kündigungsschreiben korrekt formuliert haben. Mit einer Vorlage sind Sie bei der außerordentlichen Kündigung auf der sicheren Seite.

Außerordentliche Kündigung vs. ordentliche Kündigung

Bei einer außerordentlichen Kündigung handelt es sich meistens um eine fristlose Kündigung. Sie beendet das Arbeitsverhältnis sofort und ohne Kündigungsfrist. Mit Frist (sogenannte soziale Auslauffrist) kommt sie nur ganz selten vor, z. B. wenn ein Mitarbeiter nach dem Tarifvertrag ordentlich unkündbar ist.

Eine fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses ist bei allen Arbeitnehmern möglich, z. B. auch bei

  • befristet Beschäftigten
  • schwer Behinderten
  • Schwangeren, jungen Müttern und Mitarbeitern in Elternzeit
  • Auszubildenden
  • Betriebsräten

Bei besonderem Kündigungsschutz (z. B. Schwerbehinderung, Schwangerschaft) brauchen Sie als Arbeitgeber auch für die fristlose Kündigung die Zustimmung der zuständigen Behörde. Auszubildende dürfen nach Ablauf der Probezeit nur noch fristlos gekündigt werden.

Kündigen dürfen Sie das Arbeutverhältnis nur schriftlich. Bei der richtigen Formulierung Ihrer außerordentlichen Kündigung kann Ihnen eine Vorlage helfen. Ein Muster von Lexware für eine außerordentliche Kündigung finden Sie hier. Dank rechtlich korrekter Formulierungen sind Sie damit auf der sicheren Seite.

Außerordentliche Kündigung: Voraussetzungen

Voraussetzung für die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses ist laut Arbeitsrecht, dass ein sogenannter wichtiger Grund vorliegt und dass es für Sie nicht zumutbar ist, Ihren Mitarbeiter auch nur einen einzigen Tag weiter zu beschäftigen.

Maßgeblich sind die Umstände im Einzelfall. Darum enthält das Gesetz keine bestimmten Gründe, die immer eine fristlose Kündigung rechtfertigen würden. Sie kann z. B. erlaubt sein, wenn ein Arbeitnehmer

  • vorsätzlich Betriebsmittel beschädigt und dadurch die Sicherheit im Betrieb gefährdet
  • sich im Betrieb ausländerfeindlich äußert
  • das strenge, betriebliche Alkoholverbot missachtet
  • Sie mit wissentlich falschen Angaben beim Finanzamt anschwärzt
  • seine Arbeit grundlos beharrlich verweigert
  • bei der Aufzeichnung seiner Arbeitszeit betrügt
  • sich selbst beurlaubt
  • den betrieblichen Internetanschluss während der Arbeitszeit übermäßig privat nutzt
  • eine Kollegin oder einen Kollegen sexuell belästigt

Auch wenn Ihr LKW-Fahrer Drogen konsumiert, kann eine außerordentliche Kündigung gerechtfertigt sein.

Außerordentliche Kündigung bei bloßem Verdacht

Reichen kann schon, dass Sie Ihren Mitarbeiter einer Straftat verdächtigen – z. B. der Unterschlagung von Firmengeldern. Da hierbei aber auch die Möglichkeit besteht, dass er unschuldig ist, müssen für die sogenannte Verdachtskündigung weitere Voraussetzungen vorliegen. D. h.:

  • Sie müssen alles tun, um den Sachverhalt weiter aufzuklären,
  • Sie haben dem Arbeitnehmer die Möglichkeit gegeben, den Verdacht zu entkräften und
  • der Verdacht muss das Vertrauen in Ihren Mitarbeiter völlig zerstört haben.

Ergebnis muss gemäß Arbeitsrecht ein sogenannter dringender Tatverdacht sein. Das bedeutet, es besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass er die Straftat oder schwere Pflichtverletzung tatsächlich begangen hat.

Die außerordentliche Kündigung muss verhältnismäßig sein

Ob die Kündigung des Arbeitsverhältnisses tatsächlich fristlos erfolgen darf, hängt von der Abwägung der Interessen beider Seiten ab. Auf der einen Seite ist zu betrachten, was Sie dem Arbeitnehmer vorwerfen. Auf der anderen Seite sind ihn entlastende Punkte zu berücksichtigen. Das Ergebnis Ihrer Abwägung ist im Kündigungsschreiben zu formulieren.

Außerordentliche Kündigung: Fristen

Fristlos kündigen dürfen Sie das Arbeitsverhältnis nur innerhalb von 2 Wochen. Sind Sie nicht sicher, ob sich Ihr Mitarbeiter z. B. so verhalten hat, wie Ihnen zugetragen wurde, müssen Sie nachforschen. Eine Vermutung reicht nicht aus. Ermitteln Sie zügig, beginnt die 2-Wochen-Frist erst danach zu laufen.

Auch zu einer fristlosen Kündigung ist der Betriebsrat anzuhören. Wenn Sie, wie im Lexware Muster zur außerordentlichen Kündigung vorgesehen, dem Arbeitnehmer vorsorglich auch ordentlich kündigen, sollten Sie ihn auch darüber informieren. Gibt es in Ihrem Unternehmen einen Betriebsrat, hat dieser 3 Tage Zeit zu reagieren. Er hat lediglich das Recht, sich zu äußern. Nur wenn Sie ein Betriebsratsmitglied fristlos kündigen wollen, brauchen Sie seine Zustimmung.

Vorlagen zur außerordentlichen Kündigung enthalten meistens einen Hinweis für den Arbeitnehmer zu seinen Pflichten gegenüber der Agentur für Arbeit. Bei einer fristlosen Kündigung muss er sich z. B. innerhalb von 3 Tagen dort melden. Nach dem Gesetz „sollen“ Kündigungen diesen Zusatz enthalten.

Wenn Sie für Ihre außerordentliche Kündigung ein Muster nutzen, wissen Sie, dass Ihre Formulierungen korrekt sind und Sie nichts vergessen haben.

Außerordentliche Kündigung rechtssicher gestalten

Mit dem Lexware Muster für eine außerordentliche Kündigung sind Sie als Arbeitgeber rechtlich auf der sicheren Seite! Inklusive rechtskonformen Formulierungen, Erläuterungen zum Aufbau und individuellen Ergänzungsmöglichkeiten.

Kündigungsgrund besser nicht angeben

Im Muster zur außerordentlichen Kündigung wird der genaue Kündigungsgrund nicht angegeben. Das müssen Sie auch nicht, es sei denn, Sie kündigen Ihrem Auszubildenden oder einer Mitarbeiterin im Mutterschutz. Dann muss der Grund direkt im Kündigungsschreiben stehen. Anderen Mitarbeitern müssen Sie Ihren wichtigen Grund nur auf ausdrückliche Nachfrage schriftlich mitteilen.

Das Weglassen des wichtigen Grundes im Kündigungsschreiben hat mehrere Gründe: Zum einen sollten Sie bedenken, dass eine fristlose Kündigung des Arbeitsvertrages in der Regel in sehr emotionalem Zustand erfolgt. Das kann dazu führen, dass der Grund im Eifer des Gefechts zu drastisch und zu unbedacht formuliert wird.

Zum anderen lassen Sie sich mit der Angabe des Grundes bei der außerordentlichen Kündigung unnötig in die Karten schauen. Sie schränken Ihre Möglichkeiten für einen eventuellen Rechtsstreit von vornherein ein. Lassen Sie den Grund weg, haben Sie und ggf. Ihr Rechtsanwalt ausreichend Zeit, zu überlegen, wie Sie ihn richtig und am besten vortragen.

Außerordentliche Kündigung: Wenn Ihr Mitarbeiter klagt

Im Streitfall prüft das Arbeitsgericht,

  • ob ein wichtiger Grund vorlag und
  • ob Ihre Interessenabwägung richtig war.

Kommt das Gericht zu einem anderen Ergebnis als Sie, müssen Sie den Arbeitnehmer weiter beschäftigen. Haben Sie - wie in der Vorlage zur außerordentlichen Kündigung empfohlen - vorsorglich auch fristgerecht gekündigt, endet das Arbeitsverhältnis mit Ablauf der normalen Kündigungsfrist.

Die Beweislast liegt bei demjenigen der kündigt. Sie als Arbeitgeber müssen daher darlegen und beweisen können, dass es Ihnen nicht möglich oder zumutbar war, dem Arbeitnehmer z. B. nur eine andere Tätigkeit zuzuweisen oder ihn zu anderen Bedingungen zu beschäftigen.

Aktuelle Entscheidungen zur außerordentlichen Kündigung

Einem Mitarbeiter, der vorsätzlich Betriebsmittel beschädigt und damit die Sicherheit seiner Kollegen gefährdet hatte, half auch seine lange Betriebszugehörigkeit nicht. Das Gericht sah die außerordentliche Kündigung als gerechtfertigt an.

Auch der drogenkonsumierende LKW-Fahrer fand kein Gehör, obwohl nicht nachweisbar war, dass seine Fahrtüchtigkeit während der Arbeit konkret beeinträchtigt war.

Mit seiner Klage gescheitert ist auch ein Steinmetz, der seinen Chef und Schwiegervater als arbeitsscheu bezeichnet und damit gedroht hatte, Betriebsinterna zu verraten. Sein Einwand, in einem kleinen Familienbetrieb herrsche nun mal ein rauerer Ton, überzeugte das Gericht nicht.

Außerordentliche Kündigung: Vorlage mit Zusatznutzen

Die Lexware Vorlage zur außerordentlichen Kündigung enthält neben einer nach der aktuellen Rechtsprechung formulierten außerordentlichen Kündigung zahlreiche wichtige Hinweise für die betriebliche Praxis. Sie erfahren z. B.

  • warum Sie die fristlose Kündigung genauso formulieren sollten.
  • wann Sie die Arbeitspapiere aushändigen müssen.
  • wann das Zeugnis fällig wird.

Ist es sinnvoll, einen dieser Punkte in der außerordentlichen Kündigung anzuführen, finden Sie die entsprechende Formulierung im Muster.

Muster für eine außerordentliche Kündigung

Damit sind Sie auf der sicheren Seite!


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