Betriebliche Absicherung für Gründer: Diese Versicherungen können sinnvoll sein

Mit diesen Versicherungen gelingt die betriebliche Absicherung Ihres Unternehmens
Von Anke Dahm
Aktualisiert am: 18.08.2015

In der betrieblichen Absicherung eines Unternehmens geht es hauptsächlich um 2 Punkte: Zum einen können Schäden entstehen, die durch den Gründer oder seine Mitarbeiter verursacht werden. Zum anderen können Schäden entstehen, die auf das Unternehmen direkt einwirken und unter Umständen durch höhere finanzielle Aufwendungen beseitigt werden müssen.

Um Ihnen einen Überblick zu geben, sind in diesem Beitrag die wichtigsten betrieblichen Versicherungen aufgelistet, die ein Unternehmen im Notfall braucht. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich zum Beispiel gegen typische Branchenrisiken oder Risiken in Auslandsmärkten abzusichern.

Generell gilt: Abgesehen von einigen Standardversicherungen sollten Unternehmer ihr individuelles Risiko genau einschätzen und auf dieser Basis entscheiden, ob sie sich dieses Risikos mit einer Versicherung entledigen möchten. Jede Versicherung beinhaltet in der Regel eine Selbstbeteiligung. Je höher die Selbstbeteiligung einer Versicherung ausfällt, umso niedriger ist der Versicherungsbeitrag. Jedoch sollte sich das Unternehmen darüber im Klaren sein, dass bei jedem Versicherungsfall die Selbstbeteiligung in der vertraglich vereinbarten Höhe finanziell zum Tragen kommt und das Unternehmen somit in Bezug auf seine Liquidität deutlich schwächen kann.

Hier die wichtigsten betrieblichen Versicherungen im Überblick:

Haftpflichtversicherung

Es gibt grundsätzlich keine gesetzliche Pflicht zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung für Unternehmer. Ausnahmen sind unter anderem Notare, Steuerberater und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Personen- und Sachschäden sind oft in Millionenhöhe abgesichert. Vermögensschäden, zum Beispiel im Bereich der Dienstleistung, werden ebenfalls hoch versichert. Grundsätzlich geht es bei einer Vermögensschadenhaftpflicht darum, den Schaden zu versichern, den ein Unternehmen durch nicht korrekte Beratung, falsche Auslegung von gesetzlichen Bestimmungen, falsche Berechnungen oder andere Was müssen Unternehmer bei der Gestaltung von AGB beachten? kann. Denn für Schäden dieser Art sind Unternehmen in unbegrenzter Höhe haftbar.

Das Unternehmen sollte vor Abschluss einer Haftpflichtversicherung in branchen- oder berufstypische Schadensbeispiele Einsicht nehmen können. Dies ist über den Versicherungsvertreter oder -makler möglich. Bei Gründung einer GmbH oder Aktiengesellschaft sollte der Existenzgründer darauf achten, dass er für Fehler in der Geschäftsführung mit seinem gesamten privaten Vermögen persönlich haftbar gemacht werden kann (Durchgriffshaftung). Es gibt noch eine Vielzahl von Unterteilungen innerhalb einer Haftpflichtversicherung, zum Beispiel Produkthaftung, Umwelthaftung, Haftung an Mietsachschäden, Haftung bei Schäden auf fremden Grundstücken oder sogenannte Schäden in der Bearbeitung.

Viele Gründer oder Jungunternehmer schließen Versicherungsverträge online ab. Das mag auf den ersten Blick kostengünstiger sein, ist es im Schadensfall jedoch häufig nicht. Die seriöse Beratung steht bei jeder Versicherung im Vordergrund. Hier sollte jeder Gründer Zeit einplanen und mehrere Informationsgespräche mit verschiedenen Versicherungsvertretern bzw. -maklern führen.

Inventar- und Geschäftsversicherung

Bei dieser Versicherung wird die gesamte Unternehmenseinrichtung, also Gegenstände der Büroumgebung, Maschinen, elektronische Geräte sowie Warenbestände, gegen diverse Risiken versichert. Dazu zählen beispielsweise Blitzeinschlag, Hagel, Sturm, Feuer, Hochwasser, Einbruch, Diebstahl und Vandalismus. Eine integrierte Betriebsunterbrechungsversicherung ist hier häufig sinnvoll. Das bedeutet, dass alle laufenden Betriebskosten sowie der Gewinn, der nicht erwirtschaftet werden kann, wenn der Betrieb aufgrund der Schäden ausfällt, abgesichert sind. Der Unternehmer sollte bei dieser Versicherung darauf achten, dass Kassenbargeldbestände, Lösch- sowie Aufräumkosten und eventuelle Kosten der Aktenwiederherstellung mit in den Vertrag eingebunden sind.

Elektronikversicherung

Die gesamten elektronischen Geräte eines Unternehmens sind in den meisten Fällen in der zuvor beschriebenen Inventar- und Geschäftsversicherung enthalten. Falls dies nicht der Fall ist, kann eine Zusatzversicherung sinnvoll sein, denn Schäden beispielsweise durch Überspannung sind nicht zu unterschätzen. Im Extremfall kann es sein, dass sämtliche Geräte (Datenträger, Telefonanlagen, Drucker, PCs, Kopierer usw.) und die Datenbestände Schaden nehmen und komplett ersetzt beziehungsweise wiederhergestellt werden müssen. Die Wiederherstellung der Daten im Unternehmen kann sehr kostspielig sein.

Kraftfahrzeugversicherung

Die Kraftfahrzeugversicherung teilt sich in eine Haftpflicht- sowie eine Kaskoversicherung auf. Die Haftpflichtversicherung für alle dem Unternehmen zugeordneten Fahrzeuge ist gesetzlich vorgeschrieben. Damit sind Schäden abgedeckt, die mit dem betrieblichen Fahrzeug anderen Verkehrsteilnehmern oder deren Eigentum zugefügt werden. Die Schäden an Ihrem betrieblichen Fahrzeug sind zum Teil durch die Teilkaskoversicherung abgedeckt. Diese tritt für Schäden ein, die zum Beispiel im Fall von Diebstahl, Explosion, Feuer und Sturm entstehen.

Die Vollkaskoversicherung sichert zusätzlich zur Teilkaskoversicherung weitere Schäden ab. So werden zum Beispiel Unfallschäden am betrieblichen Fahrzeug übernommen, wenn der Unfallgegner den Unfall nicht verursacht hat und dadurch für den Schaden nicht aufkommen muss. Wenn der Selbstständige oder die Angestellten häufiger Werkzeuge, elektronische Geräte oder Warenmuster im Fahrzeug mitführen, kann es außerdem sinnvoll sein, eine Autoinhaltsversicherung abzuschließen. Einige Kraftfahrzeugversicherungen decken dieses Risiko nicht ab. Es sollte also bei den Versicherern nachgefragt werden.

Kreditversicherung

Bei dieser Versicherung gibt es grundsätzlich 3 Versicherungsarten: Die Warengüterkreditversicherung, die Investitionsgüterkreditversicherung und die Exportkreditversicherung. Bei diesen Versicherungen wird die Kreditwürdigkeit der Geschäftspartner überwacht. Falls eine Insolvenz bekannt werden sollte, wird das Unternehmen darüber informiert. Handelt es sich um einen Geschäftspartner im Ausland, greift die Exportkreditversicherung. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag Finanzierung: Diese Alternativen zum Bankkredit haben Sie.

Maschinenversicherung

Eine Maschinenversicherung kann sinnvoll sein, wenn das Unternehmen Produktionsmaschinen sein Eigen nennt. Das Unternehmen ist dann gegen Schäden abgesichert, die zum Beispiel aufgrund von Produktionsfehlern oder auch durch Bedienungsfehler des Unternehmers selbst sowie seiner Angestellten entstehen.

Montageversicherung

Wie der Name schon sagt, geht es hier um Folgeschäden durch Fehler bei der Montage.

Rechtsschutzversicherung

Diverse Streitigkeiten sind privat sowie betrieblich häufig nicht versicherbar. Die 4 folgenden Rechtsschutzversicherungen können jedoch betrieblich abgeschlossen werden:

  • Kraftfahrzeugrechtsschutz (für betriebliche Fahrzeuge sowie deren Fahrer im Unternehmen),
  • Mietrechtsschutz (für alle betrieblichen Mietverträge für Büro- und Geschäftsräume),
  • Strafrechtsschutz (für Streitigkeiten im Bereich der Gebühren- oder Abgabenverordnung) und
  • Sozialgerichtsrechtsschutz (für alle Streitigkeiten in Bezug auf Mitarbeiterverhältnisse).

Häufig ist es allerdings günstiger, die Privatperson als Unternehmer in die betriebliche Rechtsschutzsituation mit einzubeziehen, also keine separate Rechtsschutzversicherung abzuschließen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Jetzt Newsletter abonnieren


War dieser Beitrag hilfreich?
Bitte tragen Sie einen Kommentar ein.