Betriebsausgaben: Oldies gehören zur privaten Lebensführung /fileadmin/_processed_/0/6/csm_Oldies_gehoeren_zur_privaten_Lebensfuehrung_c8a8a62932.jpg 2015-08-11 Lexware

Betriebsausgaben: Oldies gehören zur privaten Lebensführung

BFH-Urteil: Privatvergnügen und Nichtabzugsfähigkeit von Liebhaberstücken der Gesellschafter-Geschäftsführer
Von Lothar Volkelt
Aktualisiert am: 11.08.2015

Ob Auto-Fan, Antiquitäten-Liebhaber oder Kunst-Sammler: Viele Gesellschafter-Geschäftsführer liebäugeln damit, entsprechende Liebhaber-Stücke über die GmbH zu erwerben. Gelingt es, die Kosten als Betriebsausgaben anzusetzen, erfolgt der Erwerb aus unversteuertem Geld. Diese Begünstigung bleibt auch dann erhalten, wenn der entsprechende Gegenstand nach der Abschreibung günstig ins Privatvermögen übernommen wird.

In der Regel macht das auch keine Probleme mit dem Finanzamt, wenn es um angemessene Wertgegenstände geht, z.B. die Ausstattung des Chef-Büros mit einem repräsentativen Gemälde eines regionalen Künstlers. In der Praxis gibt es aber Probleme mit den Finanzbehörden, sobald es um höhere Anschaffungskosten geht. Spätestens bei der nächsten Betriebsprüfung wird der Einzelfall bewertet. Welchen Maßstab legen die Finanzbehörden hier an?

Bereits vor einigen Jahren hatte der Bundesfinanzhof (BFH) einen Rechtsstreit um die steuerliche Anerkennung der Kosten einer Yacht und zweier Oldtimer-Flugzeuge als Betriebs­ausgabe der GmbH entschieden. Das Finanzamt wollte dies nicht zulassen. Begründung: Es handelt sich um das Privatvergnügen der Gesellschafter-Geschäftsführer – selbst wenn damit gelegentlich Werbe­veranstaltungen oder Incentiv-Reisen für Mitarbeiter und deren Angehörige veranstaltet wurden. Entscheidend ist  die Vorschrift des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG. Danach dürfen die folgenden Betriebs­ausgaben den Gewinn nicht mindern: „Aufwendungen für Jagd oder Fischerei, für Segeljachten oder Motorjachten sowie für ähnliche Zwecke und für die hiermit zusammenhängenden Bewirtungen“

Praxis-Tipp: Die im konkreten Fall beurteilten Oldtimer-Flugzeuge sind in § 4 EStG zwar nicht ausdrücklich erwähnt. Im BFH-Urteil verweisen die Richter aber darauf, dass es auch dafür keine unterschiedliche steuerliche Behandlung gibt. Das bedeutet: Stellen Sie sich darauf ein, dass die Finanzbehörden auch bei ähnlich gelagerten Fällen auf dieses Urteil verweisen und die steuerliche Anerkennung von Kosten / AfA verweigern – z. B. für Oldtimer-Automobile, aber auch für antike Möbelstücke, Kunstwerke und ähnliches (Quelle: BFH-Urteil vom 7.2.2007, I R 27/05). Im Einzelfall sollten Sie sich vor dem Erwerb mit Ihrem Steuerberater absprechen.

Jetzt Newsletter abonnieren
Jetzt Newsletter abonnieren


Bewerten Sie diesen Artikel:
(0)
0 0 1 5
Inhalte des Artikels


Bewerten Sie diesen Artikel:
(0)
0 0 1 5