Bürgschaft für GmbH-Kredit: Steuerliche Fallen vermeiden /fileadmin/_processed_/6/4/csm_Buergschaft-GmbH-Kredit-Sterfallen-vermeiden_a376e780f5.jpg 2015-08-21 Lexware

Bürgschaft für GmbH-Kredit: Steuerliche Fallen vermeiden

Wer bürgt für den GmbH Kredit? Steuerfallen vermeiden
Von Dr. Ingeborg Haas, Robert Kracht, Bernhard Köstler
Aktualisiert am: 21.08.2015

Für einen GmbH-Kredit verlangen die Banken geeignete Sicherheiten, um einen möglichen Zahlungsausfall abzusichern. Doch was tun, wenn diese Sicherheiten fehlen? Durch eine Bürgschaft für einen GmbH-Kredit kann der Fortbestand des Unternehmens abgesichert werden. Schafft die GmbH es dann aber nicht und fällt doch in Insolvenz, wird der Bürge in Anspruch genommen. Die steuerlichen Auswirkungen sind völlig unterschiedlich, je nachdem, wer die Bürgschaft gewährt.

Der Bürge ist Arbeitnehmer

Ist der Bürge ein Arbeitnehmer, der der GmbH als Arbeitgeberin finanziell unter die Arme greifen wollte, um seinen eigenen Arbeitsplatz zu erhalten, kann er die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Bürgschaft als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Dies gilt grundsätzlich auch für den Geschäftsführer, der nicht Gesellschafter der GmbH ist.

Der Bürge ist Gesellschafter

Wird die Bürgschaft von einem Gesellschafter gewährt, ist regelmäßig davon auszugehen, dass die Bürgschaft wegen der Gesellschafterstellung gegeben wurde, um also zu verhindern, dass der GmbH-Anteil wertlos wird. In diesen Fällen ist der Aufwand, der im Zusammenhang mit der Bürgschaft entsteht, bei den Anschaffungskosten für die Beteiligung zu berücksichtigen. Hier ist wie folgt weiter zu differenzieren:

Beteiligung unter 1 %: Der Bürgschaftsaufwand wird in vollem Umfang den Anschaffungskosten für den GmbH-Anteil zugerechnet.

Beteiligung 1 % oder mehr: Die Anschaffungskosten – und damit auch der Aufwand aus der Bürgschaft – werden nur zu 60 % berücksichtigt.

Praxis-Tipp: Bürgschaftserklärung erst nach Erwerb des GmbH-Anteils abgeben. Wenn beabsichtigt ist, eine Beteiligung an einer GmbH zu erwerben, sollte die Bürgschaftserklärung erst nach dem Erwerb des Anteils abgegeben werden. Andernfalls besteht das Bürgschaftsversprechen, aus dem heraus der Gläubiger den Bürgen in Anspruch nehmen kann, unabhängig von der Frage, ob der Bürge Gesellschafter geworden ist. Kommt es dann nicht mehr zum Erwerb des Gesellschaftsanteils, weil die Gesellschaft in Insolvenz fällt, kann der gesamte Aufwand für die Bürgschaft steuerlich nicht berücksichtigt werden, da eine Anschaffung des GmbH-Anteils nicht stattgefunden hat.

Praxis-Beispiel: Der Arbeitnehmer übernimmt für die GmbH als Arbeitgeber eine Bürgschaft. Darüber hinaus beteiligt er sich über eine Finanzspritze mit 25 % an der GmbH, indem er Gesellschafter werden soll. Zum Eintritt in die GmbH als Gesellschafter kommt es jedoch nicht, weil die GmbH vor der Eintragung in das Handelsregister Insolvenz anmelden muss. Damit entfällt für den Arbeitnehmer, der mittlerweile von der kreditgebenden Bank aus der Bürgschaft in Anspruch genommen wird, die Möglichkeit, seine Zahlung als Anschaffungskosten seiner – nicht zustande gekommenen – GmbH-Beteiligung zu deklarieren. Darüber hinaus kann er seine Zahlung auch nicht als Werbungskosten geltend machen. Denn obwohl er nicht Gesellschafter wurde, verdrängt die von ihm angestrebte Gesellschafterstellung den Zusammenhang «nur» zur Arbeitnehmerstellung.

Praxis-Tipp: Eine Bürgschaftserklärung sollte daher nur aufschiebend bedingt durch den Erwerb des Gesellschaftsanteils abgegeben werden, wenn geplant ist, einen Anteil zu erwerben, und die Anteilsübertragung nicht ohne die Abgabe einer wirksamen Bürgschaft erfolgen soll.

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