Dauerfristverlängerung: Tipps für den GmbH-Geschäftsführer

Fristverlängerung für Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung: Tipps für den GmbH-Geschäftsführer
Aktualisiert am: 11.08.2015

Damit der GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer bei Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen für die GmbH mehr Luft hat, kann er beim Finanzamt einen Antrag auf Dauerfristverlängerung nach § 46 UStDV stellen. Doch das Finanzamt kann den Antrag bei Fehlverhalten des Geschäftsführers ablehnen.

Dauerfristverlängerung beantragen

Ein Antrag auf Dauerfristverlängerung bewirkt, dass die Umsatzsteuervoranmeldungen für die GmbH immer erst 1 Monat später als gesetzlich vorgeschrieben, elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden müssen. Der Antrag ist eigentlich ein Selbstläufer. Doch sobald eine Gefährdung des Steueraufkommens möglich ist, kann das Finanzamt den Antrag auf Dauerfristverlängerung nach § 46 Satz 2 UStDV ablehnen.

Ablehnung bei Fehlverhalten des Geschäftsführers
In einem Urteilsfall gaben die Richter des Finanzgerichts Köln dem Finanzamt nun Rückendeckung für die Ablehnung des Antrags auf Dauerfristverlängerung, wenn der GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer im Verdacht steht, an einer Steuerhinterziehung beteiligt zu sein (FG Köln, Urteil v. 12.12.2013, Az. 9 K 2349/10). Das Prinzip „im Zweifel für den Angeklagten“ gilt hier leider nicht.

Vorteile der Dauerfristverlängerung

Die Vorteile einer Dauerfristverlängerung liegen auf der Hand: Sie haben immer einen Monat länger Zeit, die Umsatzdaten und Vorsteuern zu ermitteln. Je nachdem, ob die Dauerfristverlängerung bei Verpflichtung zur monatlichen Abgabe oder Quartalsabgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen gilt, sind folgende Besonderheiten zu beachten:

Monatsabgabe Quartalsabgabe
Antragsfrist nach § 48 UStDV bis 10. Februar bis 10. April
Sondervorauszahlung 1/11 des Umsatzsteuerzahlungssolls des Vorjahrs (Umsatzsteuer abzgl. Vorsteuern) keine
Verrechnung der Sonderzahlung Sondervorauszahlung wird auf das Zahlungssoll der letzten Umsatzsteuervoranmeldung angerechnet. keine

Der einmal gestellt Antrag gilt zeitlich unbegrenzt, bis das Finanzamt ihn widerruft (Abschn. 18.4 Abs. 3 Satz 1 UStAE). Der Antrag muss also nicht jedes Jahr neu gestellt werden. Voraussetzung der erneuten Dauerfristverlängerung bei Monatsabgabe ist jedoch die Überweisung der Sonderzahlung bis 10.2 des Folgejahres.

Praxis-Tipp: Achten Sie als Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH in Hinblick auf die Dauerfristverlängerung also darauf, dass Sie die steuerlichen Pflichten der GmbH stets erfüllen und sich steuerlich nichts zu Schulden kommen lassen.

Jetzt Newsletter abonnieren
Jetzt Newsletter abonnieren


War dieser Beitrag hilfreich?
Bitte tragen Sie einen Kommentar ein.