FAQ – die häufigsten Fragen zu SEPA /fileadmin/_processed_/c/b/csm_Sepa-FAQ_2cff651be3.jpg 2015-08-11 Lexware

FAQ – die häufigsten Fragen zu SEPA

Veränderungen und rechtliche Neuerungen im bargeldlosen Euro-Zahlungsverkehr
Von Lexware-Redaktion
Aktualisiert am: 11.08.2015

Ab 1.2.2014 gilt SEPA - der neue grenzüberschreitende Zahlungsverkehr mit Euro. Dafür sind einschneidende Veränderungen im gesamten bargeldlosen Zahlungsverkehr der teilnehmenden Länder notwendig. Die offensichtlichste Anpassung sind die neuen Kontoinformationen IBAN und BIC. Weniger im Fokus, aber wesentlich tiefgreifender, sind die rechtlichen Neuerungen und damit die Umstellung von Prozessen für die SEPA-Mandate, die in Deutschland das bisherige Lastschrifteinzugsverfahren ablösen. Für viele Freiberufler, selbstständige Handwerker, Einzelhändler und Kleinunternehmer wirft SEPA viele Fragen auf. Hier finden Sie die Antworten auf häufige Fragen.

SEPA ist die Abkürzung für „Single Euro Payments Area“, den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum. Dieser besteht aus 32 europäischen Ländern (den 27 EU-Staaten und der Schweiz, Norwegen, Liechtenstein, Monaco und Island). Innerhalb dieser SEPA werden künftig standardisierte Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen angeboten.

Wer ist davon betroffen?

Jeder, der am bargeldlosen Geldtransfer über Bankkonten beteiligt ist, muss zumindest neue Informationen zur Identifizierung von Bankkonten benutzen. Damit ist fast jeder Mensch und jedes Unternehmen betroffen. Rechnungen für Lieferanten und Dienstleister müssen überwiesen werden, zumindest das Finanzamt hat eine Einzugsermächtigung (z. B. für die Zahlung der Umsatzsteuer) erhalten, die Einzugsermächtigungen der eigenen Kunden müssen auf SEPA-Lastschriftmandate umgestellt werden etc. Niemand wird sich den Veränderungen, die durch SEPA auf uns zukommen, entziehen können. Selbstverständlich ist der Umfang der Betroffenheit individuell verschieden.

Was sind SEPA-Mandate? Welche Unterschiede gibt es?

Ein Mandat ist die Ermächtigung des Zahlungsempfängers durch den Zahlungspflichtigen mit einer Lastschrift vereinbarte Beträge abzubuchen. Gleichzeitig wird unter SEPA die Bank des Zahlungspflichtigen ermächtigt, den Lastschriftbetrag an den Empfänger zu bezahlen. SEPA-Mandate ersetzen die bisherigen Einzugs- und Abbuchungsverfahren. Sie sind im ganzen SEPA-Raum einheitlich mit Euro-Beträgen möglich. Das ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber den bisherigen Verfahren, die auf Deutschland beschränkt waren.

Es gibt 2 unterschiedliche SEPA-Mandate:

1. Das SEPA-Basis-Mandat ist mit dem bisherigen Lastschrifteinzugsverfahren vergleichbar. Der Zahler erteilt dem Rechnungssteller ein SEPA-Basis-Mandat. Er kann der Lastschrift innerhalb von 8 Wochen (bisher 6 Wochen) widersprechen. Das SEPA-Basis-Mandat verfällt, wenn es 36 Monate lang nicht genutzt wird. Die Vorlagefrist bei der Bank beträgt mindestens 5 Tage bei Einreichung einer Erstlastschrift und 2 Tage bei Einreichung von Folgelastschriften. In der Regel werden noch 1-2 Tage hinzukommen. Erkundigen Sie sich nach den genauen Vorlaufzeiten bei Ihrer Hausbank.

Neu seit November 2013 können die Banken das sog. Core 1-Mandat mit 1 Tag Vorlagefrist anbieten. Das SEPA Core 1-Mandat ist ein Eilmandat. Dabei wird die Vorlagefrist bei der Bank (Achtung: nicht die Frist für die Vorabankündigung/Pre-Notification gegenüber dem Schuldner) auf 1 Tag verkürzt. Dazu müssen beide Banken, die des Zahlers und die des Zahlungsempfängers, diese Lastschriftform anbieten. Sprechen Sie dazu mit Ihrer Hausbank, ob sie das Verfahren unterstützt.

2. Dem SEPA-Firmen-Mandat hingegen kann nach der Ausübung nicht mehr widersprochen werden. Es entspricht damit dem bisherigen Abbuchungsverfahren einer Firmenkunden-Lastschrift. Der Schuldner muss seine Bank über das bestehende SEPA-Firmenmandat unterrichten. Damit wird sichergestellt, dass keine unautorisierte Abbuchung erfolgt. Die Vorlagefrist bei der Hausbank beträgt mindestens 1 Tag. Auch hier werden in der Regel noch 1-2 Tage hinzukommen. Erkundigen Sie sich nach den genauen Vorlaufzeiten bei Ihrer Hausbank.

Was ist die Gläubigeridentifikationsnummer?

Für die Nutzung der SEPA-Mandate ist eine Gläubigeridentifikationsnummer notwendig. Jeder Zahlungsempfänger erhält genau 1 Gläubigeridentifikationsnummer. Diese müssen Sie online bei der Bundesbank beantragen. Die Zuweisung erfolgt in der Regel innerhalb eines Tages per E-Mail. Kosten fallen nicht an.

Was ist die Mandatsreferenznummer?

Die Mandatsreferenz ist eine Kennung, die eine eindeutige Zuordnung des Mandats beim Zahlungsempfänger ermöglicht. Sie darf also beim Zahlungsempfänger nicht mehrfach vorkommen. Mandatsreferenzen können 35 Zeichen lang sein und werden vom Zahlungsempfänger vergeben. Die Mandatsreferenz vergibt der Zahlungsempfänger frei. Üblicherweise werden Kundennummern, Vertragsnummer u. Ä. verwendet. Der Wert kann aber auch eine neue, frei erfundene Nummer sein, solange sie eben eindeutig ist.

Was ändert sich, wenn ich Rechnungen bezahle?

Bei der Bezahlung von Rechnungen per Banküberweisung können ab dem 1.2.2014 nur noch die Kontoinformationen aus SEPA verwendet werden. Die Daten dafür müssen vom Rechnungssteller kommen, z. B. auf dem Rechnungsformular, oder durch eine automatische Umstellung aller Kontoinformationen im System.

Kann ich die bestehenden Einzugsermächtigungen meiner Kunden weiter nutzen?

  • Ein SEPA-Firmenmandat muss neu eingerichtet werden. Dazu erhält der Zahlungspflichtige vom Empfänger der Zahlung die notwendigen Dokumente, die er unterschreiben und seiner Bank vorlegen muss.
  • Das SEPA-Basis-Mandat, das vor allem für private Verbraucher genutzt wird, kann aus einer bestehenden Lastschriftermächtigung abgeleitet werden. Dazu müssen Sie jedoch einige Bedingungen erfüllen: Die bisher genutzte Ermächtigung muss schriftlich vorliegen und der Kunde/Zahlungspflichtige muss schriftlich mit Angabe der Gläubigeridentifikationsnummer und der Mandatsreferenz darüber informiert werden, dass die vorliegende Ermächtigung als SEPA-Basis-Mandat genutzt werden soll.

Achtung: Wird der Kunde nicht korrekt informiert, liegt kein gültiges SEPA-Mandat vor. Dann verlängert sich die Frist, in der ein Verbraucher den abgebuchten Betrag zurückrufen kann, auf 13 Monate.

Welche Vorteile bietet mir SEPA?

Durch SEPA wird ein einheitlicher Zahlungsraum für Euro-Zahlungen geschaffen, der über den Euro-Raum weit hinausgeht. Dadurch wird das grenzüberschreitende Bezahlen von Euro-Rechnungen einfacher und preiswerter. Das wiederum baut einige Hürden ab, die Verbraucher und kleine Unternehmen bisher davon abgehalten haben, im Ausland einzukaufen. Unternehmen könne also jetzt versuchen, verstärkt im Ausland Kunden zu gewinnen oder selbst im Ausland einzukaufen. Der Markt für Ihr Unternehmen wird größer.


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