Firmenwagen des GmbH-Geschäftsführers: So vermeiden Sie eine verdeckte Gewinnausschüttung /fileadmin/_processed_/8/f/csm_csm_GmbH_Geschaeftsfuehrer_im_Firmenwagen_c1342731a1_3dc86aa996.jpg 2017-10-06 Lexware

Firmenwagen des GmbH-Geschäftsführers: So vermeiden Sie eine verdeckte Gewinnausschüttung

Firmenwagen Geschäftsführer ohne verdeckte Gewinnausschüttung
Von Lexware Redaktion
Aktualisiert am: 06.10.2017

Die Nutzung eines Firmenwagens durch den GmbH-Geschäftsführer führt in der Praxis gerade bei Betriebs- oder Lohnsteuerprüfungen immer wieder zu Kontroversen. Oft wird eine verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) angenommen. Und das bedeutet zusätzliche Steuern. Hier die wichtigsten Steuerspielregeln für den Firmenwagen des Gesellschafter-Geschäftsführers.

Jetzt einfach Steuern sparen!

Mit dem elektronischen Fahrtenbuch von Lexware

Steuertipps für den Firmenwagen

Immer noch zahlen viele Unternehmer und Angestellte bei ihrem Firmenwagen viel zu viel Steuern an das Finanzamt. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir auf unserer neuen Themenseite „Firmenwagen“ praktische Steuertipps und geballtes Fachwissen für Sie zusammengestellt.

Verdeckte Gewinnausschüttung beim Geschäftsführer-Firmenwagen

Wenn das Finanzamt für die (Privat-)Nutzung des Firmenwagens eine verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) unterstellt, findet keine Versteuerung des Vorteils mit der 1 %-Regelung bzw. nach Fahrtenbuch statt. 

Tipp: Wenn Sie die Fahrtenbuch-Methode nutzen, erleichtern Sie sich die Dokumentation enorm, wenn Sie unser elektronisches Fahrtenbuch nutzen.

Die Höhe der verdeckten Gewinnausschüttung berechnet sich nach dem gemeinen Wert der Nutzungsüberlassung zuzüglich eines angemessenen Gewinnaufschlags. In der Praxis wenden die Finanzbehörden zur Vereinfachung die 1 %-Methode an. Zusätzlich wird der übliche Aufschlag für Fahrten zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte mit 0,03 % des Listenpreises pro Entfernungskilometer berechnet. Sind nicht alle Voraussetzungen für eine korrekte steuerliche Behandlung der privaten Nutzungsüberlassung eingehalten, rechnet das Finanzamt für den Gesellschafter-Geschäftsführer wie folgt:

  • Lohnsteuer: Die private Nutzung wird nach der 1 %-Methode ermittelt. Dafür muss der Gesellschafter-Geschäftsführer für den entsprechenden Zeitraum Lohnsteuer nachzahlen.
  • Oder der Gewinn der GmbH wird um den gleichen Wert erhöht. Dafür muss die GmbH zusätzlich Körperschaft- und Gewerbesteuer zahlen.
  • In der gleichen Höhe berechnet sich für den Gesellschafter-Geschäftsführer ein zusätzlicher Kapitalertrag. Darauf berechnet das Finanzamt zusätzliche Abgeltungsteuer (25 %).

So vermeiden Sie die verdeckte Gewinnausschüttung

Fall 1: Der Geschäftsführer nutzt den Dienstwagen privat

Der Geschäftsführer kann mit dem von der GmbH gestellten Firmenwagen wie ein normaler Arbeitnehmer behandelt werden und die steuerschädliche und unerwünschte verdeckte Gewinnausschüttung vermeiden. Entscheidend hierfür ist die Gestaltung im Geschäftsführer-Anstellungsvertrag.

Achtung: Das Finanzamt verlangt von Ihnen als Gesellschafter-Geschäftsführer, dass die private Nutzung des Firmenwagens vorab vertraglich klar und eindeutig geregelt ist. Sie sollten also mit "Ihrer" GmbH unbedingt einen Vertrag abschließen oder den bestehenden ergänzen. Darin wird festgehalten, dass Sie das zur Verfügung gestellte Fahrzeug auch am Wochenende und im Urlaub, also außerhalb der Dienstzeit, privat nutzen dürfen. Achten Sie darauf, dass für den Vertragsabschluss oder die Vertragsänderung ein Beschluss der Gesellschafterversammlung gefasst wird.

Sieht der Anstellungsvertrag ausdrücklich die private Nutzung eines Firmenwagens vor, kommt es zur Behandlung wie bei einem Arbeitnehmer. Die GmbH kann dann die Fahrzeug-Kosten gewinnmindernd absetzen. Der geldwerte Vorteil wird entweder nach der 1%-Regelung oder nach der Fahrtenbuchmethode ermittelt.

Fall 2: Der Geschäftsführer nutzt den Firmenwagen nicht privat: Privatnutzungsverbot regeln

Lesen Sie hierzu den Beitrag: >> Firmenwagen des Geschäftsführers: Privatnutzungsverbot korrekt formulieren

Elektronisches Fahrtenbuch - einfach Steuern sparen!

Sie möchten, dass Ihr Firmenwagen automatisch ein rechtssicheres Fahrtenbuch führt? Dann nutzen Sie das Lexware elektronische Fahrtenbuch von Vimcar – mit 100-Tage-Geld-zurück-Garantie!

FAQ zum Firmenwagen des Geschäftsführers

1. Was gilt beim Umbau zu reinen Lieferfahrzeugen?

Frage: Ich habe alle meine Fahrzeuge im Betrieb zu reinen Lieferfahrzeugen umrüsten lassen – Rücksitze raus, Regale rein. Trotzdem möchte der Betriebsprüfer für mich und meine Frau eine verdeckte Gewinnausschüttung wegen Privatnutzung dieser Werkstattwägen festsetzen. Zu Recht?

Antwort: Die Festsetzung einer verdeckten Gewinnausschüttung können Sie mit den folgenden beiden Argumenten aushebeln:

  • Weisen Sie auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs hin (Az. XI R 34/07), das bei einem als Werkstattwagen ausgerüsteten Firmenwagen eine Privatnutzung ausschließt.
  • Weisen Sie darauf hin, dass Sie noch einen Pkw im Privatvermögen haben, den Sie für Privatfahrten nutzen.

2. Luxuswagen als Firmenauto zulässig?

Frage: Ich habe mir einen Porsche Carrera als Firmenwagen in der GmbH zugelegt. Der Prüfer meint nun, dass als Betriebsausgaben nur die Kosten für einen Wagen der gehobenen Mittelklasse abziehbar sind. Hat der Prüfer einen Sozialneid oder ist er im Recht?

Antwort: Nicht unbedingt. Aber das lässt sich meist nur im finanzgerichtlichen Verfahren klären. Einige Urteile geben dem Prüfer Rückendeckung. Doch eines ist dabei stets zu beachten: Ist das Verhältnis zwischen Umsatz und Firmenwagen-Kosten nicht unangemessen niedrig oder bringt es ihre Tätigkeit mit sich, dass „geprotzt“ werden muss (Veranstalter, Verkäufer von Luxusfahrzeugen, etc.), dürfte der Prüfer sich nicht auf ein Einspruchsverfahren einlassen.

Praxis-Tipp: Sie sollten sich kein im Verhältnis zur Geschäftstätigkeit der GmbH überdimensioniertes Fahrzeug anschaffen. Die Finanzbehörden nutzen solche Unausgewogenheiten u. U. als Anlass für eine Betriebsprüfung mit möglicherweise weitreichenden Folgen. Verlassen Sie sich bei der Markenauswahl auf den Rat Ihres Steuerberaters.

3. Mittagsheimfahrten?

Frage: Ich darf meinen Firmenwagen arbeitsrechtlich nur für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb nutzen und habe mich daran auch penibel gehalten. Doch wegen Mittagsheimfahrten möchte der Lohnsteuerprüfer nun für mehrere Jahre Lohnsteuer für die Privatnutzung nach der 1 % Regelung nachversteuern. Habe ich da etwas falsch verstanden?

Antwort: Bei den Mittagsheimfahrten handelt es sich zwar um Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb. Dennoch liegen tatsächlich Privatfahrten vor. Gemeint sind hier jedoch nur 1 Hin- und eine Rückfahrt pro Tag. Alle zusätzlichen Fahrten stellen tatsächlich Privatfahrten dar (FG Baden-Württemberg, Urteil vom 27.10.2011, EFG 2012 S. 604).

 

4. Die Ehefrau des Geschäftsführers nutzt den Firmenwagen, ist das zulässig?

Frage: Ich nutze einen Firmenwagen und führe dafür monatlich Lohnsteuer ab. Jetzt hat der Prüfer des Finanzamts herausgefunden, dass auch meine nicht bei der GmbH angestellte Frau ein Fahrzeug der GmbH nutzt. Deshalb soll eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegen. Muss ich mir das gefallen lassen?

Antwort: Hier kann dem Prüfer des Finanzamts kein Vorwurf gemacht werden. Denn durch die nicht erlaubte Privatnutzung des Firmenwagens ist der GmbH ein Vermögensnachteil entstanden, der aus gesellschaftsrechtlichen Gründen eingetreten ist. Die verdeckte Gewinnausschüttung ist Ihnen als Gesellschafter-Geschäftsführer zuzurechnen.


Bewerten Sie diesen Artikel:
(0)
2 4.5 1 5