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Förderprogramme: So können Sie Flüchtlinge beschäftigen

Beschäftigung von Flüchtlingen, es stehen einige Förderprogramme zur Verfügung
Von Lothar Volkelt
Aktualisiert am: 10.05.2016

Vom Eingliederungszuschuss bis zu ausbildungsbegleitenden Hilfen: Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten und Hilfen, Flüchtlinge zu beschäftigen. Dabei gibt es allerdings eine Reihe von rechtlichen und formalen Voraussetzungen, die Sie einhalten müssen. Wir stellen die wichtigsten Hilfen vor.

 

Der Arbeitskräftemangel zwingt derzeit viele Unternehmer zum Improvisieren. Tendenz: Einfacher wird es mit der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern in absehbarer Zeit nicht werden. Viele helfen sich damit, indem sie Ihre bewährten Arbeitskräfte entlasten und ihnen mehr Freiraum schaffen, indem man ihnen für einfache Tätigkeiten Aushilfen bzw. weniger qualifizierte Mitarbeiter zur Seite stellt.

Hilfreiche Infos zur Beschäftigung von Asylsuchenden gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit (http://www.arbeitsagentur.de > Arbeit und Ausbildung für Asylsuchende). Neben speziellen Angeboten für Asylsuchende gibt es aber auch zahlreiche Förderprogramme zur Eingliederung, Aus- und Weiterbildung von Arbeitnehmern, die Sie auch für Asylsuchende beanspruchen können.

Im Einzelnen sind das:

Eingliederungszuschuss: Zur Eingliederung von Arbeit suchenden und erschwert vermittelbaren Arbeitnehmern gibt es einen Eingliederungszuschuss (EGZ) zum Arbeitsentgelt als Ausgleich für deren Minderleistung (Gesundheitliche Einschränkungen, fehlender Berufsabschluss) Der Zuschuss wird maximal in Höhe von 50 % des Entgelts gewährt und für die Dauer von 12 Monaten ausgezahlt. Der EGZ muss vor Beginn der Beschäftigung bei der Bundesarbeitsagentur (BA) beantragt werden. Diese muss zustimmen. Für Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis erhält der Arbeitgeber sofort einen EGZ, für Geduldete und Asylbewerber nach 3 Monaten.

Beihilfen zur Berufliche Eingliederung: Um die vorhandenen berufsfachlichen Kenntnisse eines Asylbewerbers festzustellen, kann der Arbeitgeber eine Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung (MAG) durchführen. Die MAG darf maximal 6 Wochen dauern. In dieser Zeit ist kein Mindestlohn vorgeschrieben. Das muss aber im Vorfeld bei der zuständigen Arbeitsagentur beantragt werden. Diese muss zustimmen. Asylbewerber mit Aufenthaltsstatus dürfen grundsätzlich sofort an der MAG teilnehmen, Geduldete und Asylbewerber nach 3 Monaten.

Einstiegsqualifizierung: Möglich ist eine Einstiegsqualifizierung (EQ) über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten. Voraussetzung ist, dass der Bewerber nicht in vollem Umfang für eine Ausbildung geeignet, lernbeeinträchtigt (Sprache) und sozial benachteiligt ist. Für die Dauer einer EQ muss der Arbeitgeber keinen Mindestlohn zahlen. Die Förderung muss bei der BA beantragt werden, die Ausländerbehörde muss dies genehmigen. Erforderlich ist der Abschluss eines EQ-Vertrags zwischen Arbeitgeber und dem Asylbewerber, in dem die Inhalte der Qualifizierungsmaßnahme definiert und die Vergütung festgelegt wird. Die Asylberechtigten dürfen grundsätzlich daran teilnehmen, Asylbewerber und Geduldete nach einem Aufenthalt von 3 Monaten.

Weiterbildungszuschuss: Eine Weiterbildungsmaßnahme kommt immer dann in Frage, wenn der Bewerber zwar eine Ausbildung abgeschlossen hat, er diese aber nicht nachweisen kann oder wenn seine Ausbildung in Deutschland nicht anerkannt wird. Die Förderung für eine betriebliche Umschulung oder Ausbildung (§§ 81 ff. SGB III) bedarf der Zustimmung der BA und der Genehmigung der Ausländerbehörde. Die Zustimmung entfällt bei anerkannten Ausbildungsberufen.

Ausbildungsbegleitende Hilfen: Seit dem 1.1.2016 können Geduldete erstmals bei ihrer Ausbildung mit ausbildungsbegleitenden Hilfen (ABH) unterstützt werden (§ 75 SGB III). Diese umfassen z. B. Sprachkurse oder eine sozialpädagogische Begleitung, um einen erfolgreichen Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Die ABH können maximal bis zu 6 Monate nach Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses genutzt werden. Die Kosten werden durch die Arbeitsagenturen bzw. Jobcenter vollständig ersetzt.

Darauf müssen Sie bei der Einstellung achten!

Inhaber einer Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender (BüMA), einer Aufenthaltsgestattung oder einer Duldung benötigen zur Aufnahme einer Beschäftigung eine Erlaubnis der Ausländerbehörde.

Grundsätzlich gilt, dass Personen mit den genannten Aufenthaltspapieren zunächst einer Wartefrist unterliegen, in der sie keine Beschäftigung aufnehmen dürfen. Für Geduldete beträgt diese Frist 3 Monate, für Personen mit BüMA oder Aufenthaltsgestattung beträgt die Frist mindestens 6 Monate und hält so lange an, wie sie verpflichtet sind, in einer Landesaufnahmeeinrichtung zu wohnen.

Geduldete können Beschäftigungen, die nicht der Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (BA) bedürfen, mit Erlaubnis der Ausländerbehörde vom ersten Tag des Aufenthalts an aufnehmen.

Nach Ablauf der Wartefrist unterliegen diese Bewerber bis zum 15. Monat des Aufenthalts in Deutschland dem Vorrangprinzip. Eine Beschäftigungserlaubnis wird nur erteilt, wenn für den konkreten Arbeitsplatz kein Deutscher, EU-Bürger oder ein Drittstaatsangehöriger mit einem besseren Aufenthaltsstatus zur Verfügung steht. Diese Prüfung nimmt die Zentralstelle für Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit vor.

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