Gehälter bei mehreren Geschäftsführern auf dem Prüfstand /fileadmin/_processed_/c/3/csm_iStock_000017287911XSmall_ba09701132.jpg 2015-08-17 Lexware

Gehälter bei mehreren Geschäftsführern auf dem Prüfstand

FG-Urteil: Bei mehreren Geschäftsführen als üblich ist Anpassung der Geschäftsführer-Gehältern notwendig
Von Lothar Volkelt
Aktualisiert am: 17.08.2015

Hat eine Familien-GmbH drei Geschäftsführer angestellt, anstatt wie üblich nur einen, gelten für die Angemessenheit des Gehälter Besonderheiten.

Praxis-Beispiel: Eine Kfz-Handel und -Reparatur-GmbH hatte 3 statt wie vom Finanzamt als üblich angenommen nur 1 Geschäftsführer. Bewertung des Finanzgerichts: Es ist nicht der 3-fache Verdienst des für die GmbH-Größe angemessenen Geschäftsführer-Gehalts steuerlich zulässig. Laut FG „muss der verdreifachte Vergleichswert um 30 % reduziert werden“.

Im Vergleichsfall geht die Rechnung so: Eine Bau-GmbH mit 1 Geschäftsführer, 50 Mitarbeitern und 10–20 Mio. EUR Umsatz zahlt einem Geschäftsführer laut Branchenvergleich rund 160.000 EUR Gehalt. Hat die gleiche GmbH 3 Geschäftsführer, darf jeder Geschäftsführer maximal 160.000 x 3 x 0,7 = rund 110.000 EUR erhalten. Wird an den Einzelnen mehr Geschäftsführer-Gehalt gezahlt, müssen Sie aufpassen. Auf den darüber hinausgehenden Betrag wird zusätzlich Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer berechnet (sog. verdeckte Gewinnausschüttung).(FG Saarland, Urteil vom 26.1.2011, 1 K 1509/07)

Kommen Sie den Prüfern zuvor
Lassen Sie es nicht darauf ankommen. Bereiten Sie sich schon vor der nächsten Betriebsprüfung darauf vor, dass Geschäftsführer-Gehälter von den Finanzbehörden regelmäßig auf steuerliche Angemessenheit geprüft werden: Um bei der nächsten Betriebsprüfung Diskussionen über verdeckte Gewinnausschüttungen zu vermeiden, sollten Sie bei der Ausgestaltung von Vergütungsvereinbarungen für Gesellschafter-Geschäftsführer nicht nur von den Durchschnittswerten in Gehaltsstrukturanalysen ausgehen. Insbesondere wenn mehrere Geschäftsführer angestellt sind, oder ein Geschäftsführer auch für ein anderes Unternehmen tätig wird, sollten Sie Abschläge von den üblichen Richtsätzen vornehmen.

Tipp: Vergleichen Sie zunächst anhand der offiziellen Finanzamts-Vergleichszahlen, den sog. Karlsruher Tabellen. Gibt es hier größere Abweichungen (+/- 20 %) sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Steuerberater zur Frage des Geschäftsführergehalts nehmen. Im Zweifel sollten Sie die Vergleichswerte der BBE-Vergütungs-Studie heranziehen.

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