Gehaltsabrechnung: Mit diesem Muster gelingt die Standardabrechnung

Aktualisiert am: 25.01.2019

Die Erstellung einer Gehaltsabrechnung ist nicht ganz einfach, denn es ist recht viel zu beachten. Schnell geschieht es, dass etwas übersehen wird. Hilfreich ist ein Muster zur Gehaltsabrechnung. Damit sind Sie für alle Standardfälle gut gewappnet.

Muster für die Gehaltsabrechnung: Bruttolohn / Bruttogehalt

Der Bruttolohn bzw. das Bruttogehalt hat mehrere Lohnbestandteile. Zum einen handelt es sich um den vereinbarten monatlichen Bezug. Je nach Arbeitsvertrag kommen noch weitere Rechengrößen hinzu. Dazu gehören zum Beispiel diese:

Muster einer Gehaltsabrechnung
  • Vermögenswirksame Leistungen (Arbeitgeberanteil)
  • Weihnachtsgeld Urlaubsgeld
  • Sachbezüge (z. B. Pkw-Nutzung)
  • Abfindungen Feiertags- und Wochenendzuschläge
  • Jubiläumszuwendungen
  • Leistungsprämien
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • Lohnnachzahlungen
  • Tantiemen
  • Überstundenzuschläge

Die abgebildete Musterabrechnung gibt es zum kostenlosen PDF Download hier.

Aus den einzelnen Bruttolohnbestandteilen ergibt sich das Gesamtbrutto. Das steuer- und sozialversicherungspflichtige Brutto ergibt sich aus der Beurteilung der einzelnen Lohnbestandteile nach Steuer – und Sozialversicherungspflicht.

Abzüge vom steuer- und sozialversicherungspflichtigen Bruttolohn / Bruttogehalt

Im nächsten Rechenschritt werden die vorgeschriebenen Abzüge vorgenommen. Dazu gehören diese Positionen:

  • Lohnsteuer
  • Kirchensteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • Sozialversicherungsbeiträge (Rentenversicherung, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung)

Lohnsteuer

Die Lohnsteuer ist in Deutschland progressiv aufgebaut. Das heißt, dass der Steuersatz steigt, wenn das Gehalt steigt. Im Jahr 2019 liegt der Eingangssteuersatz bei 14%, der Spitzensteuersatz bei 42% und der Höchststeuersatz bei 45%. Sie sind der jeweils geltenden Einkommensteuer Grundtabelle zu entnehmen.

Muster einer Einzelabrechnung aus Lexware lohn + gehalt

Kirchensteuer

Wer in der Kirche ist, muss Kirchensteuer bezahlen. Die Tarife unterscheiden sich hinsichtlich der Konfession und des Bundeslandes.

Solidaritätszuschlag

Der Solidaritätszuschlag (Soli) gilt seit 1991 und liegt bei 5,5 %. Aber wer wenig Lohnsteuer bezahlt, für den entfällt der Zuschlag. Bei einem Jahreseinkommen unterhalb von 14.000 € entfällt der Soli. Ab 14.000 € fällt ein „gemilderter“ Solidaritätszuschlag an – der Soli steigt in einem Übergangsbereich langsam auf 5,5 Prozent an. Die genauen Werte können Sie der Grundtabelle entnehmen.

Beiträge zur Rentenversicherung

Die Rentenversicherungsbeiträge bewegen sich derzeit bei 18,7 %. Die Beitragslast wird zu gleichen Teilen auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer verteilt.

Krankenversicherung

Bei der Krankenversicherung gibt es ab 2019 eine Entlastung für Arbeitnehmer durch das GKV-Versichertenenentlastungsgesetz. Krankenversicherungsbeiträge sind bei gesetzlichen Kassen einheitlich und betragen 14,6 %. Auch dieser Beitrag wird halbiert und auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer verteilt.

Arbeitslosenversicherung

Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung wurde zum 01.01.2019 von 3 % auf 2,5 % des Bruttoeinkommens gesenkt. Dabei ist zu beachten: Ein Teil der Reduzierung kommt durch eine zeitlich befristete Verordnung zustand und ab Anfang 2023 gilt ein Beitragssatz von 2,6 %. Arbeitgeber werden damit um jeweils die Hälfte entlastet. Die Arbeitslosenversicherung betrifft die allermeisten Arbeitnehmer. Ausgenommen sind Minijobber mit unter 450 € Monatsverdienst sowie die Bezüge von Beamten und Soldaten.

Pflegeversicherung

Im Jahr 2019 beträgt der Satz zur Pflegeversicherung 3,05 % - 0,5 % mehr als im Vorjahr. Auch dieser Beitrag wird auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichmäßig verteilt. Zuschläge müssen Arbeitnehmer bezahlen, die älter als 23 Jahre sind und keine Kinder haben. Der Kinderlosenzuschlag beträgt 0,25 %. Eine Ausnahme stellt das Bundesland Sachsen dar. Der Arbeitnehmeranteil ist hier höher als der Arbeitgeberanteil. Auch der Satz zur Pflegeversicherung kann sich in Zukunft - wie 2019 geschehen - wieder ändern.

Sind alle Abzüge vorgenommen, ergibt sich daraus das Nettogehalt bzw. der Nettolohn. Doch die Rechenkette ist noch nicht zu Ende. Von diesem Betrag werden weitere Abzüge vorgenommen, die Nettolohnabzüge.

Nettolohnabzüge

Vom Nettogehalt werden nun einige Bestandteile wieder abgezogen. Diese kommen zum Teil aus den Bruttolohnbestandteilen (siehe 1. Rechenschritt). Abgezogen vom Nettolohn werden zum Beispiel:

  • die Überweisung von vermögenswirksamen Leistungen
  • Vorschüsse
  • Sachbezüge / geldwerte Vorteile, die dem Bruttolohn zugerechnet wurden
  • Lohn- und Gehaltspfändungen

Die Nettolohnabzüge werden vom Arbeitgeber direkt an die jeweiligen Empfänger überwiesen. So ist sichergestellt, dass die Zahlungen auch tatsächlich erfolgen. Aus diesem Grunde zahlen Arbeitgeber zum Beispiel Gehaltspfändungen direkt an den Gläubiger des Mitarbeiters.
Nachdem Sie die Kürzungen vorgenommen haben, ergibt sich rechnerisch schlussendlich der Auszahlungsbetrag. Dieser Betrag wird vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer überwiesen.

Nutzen Sie ein Beispiel für die Entgeltabrechnung

Einige Softwarelösungen für die elektronische Lohnbuchhaltung bringen passende Beispiele für die Entgeltabrechnung mit. Mit einem Muster bekommen Sie einen schnellen Überblick darüber, was auf dem Lohnschein stehen muss. Je nach Art der Mustervorlage sind nur die Stammdaten eingetragen oder komplette Abrechnungen integriert. Ausführliche Anleitungen geben Auskunft darüber, welchen Einfluss die einzelnen Eintragungen auf die Berechnung von Lohn oder Gehalt haben.

Sie können Ihre erste Lohnabrechnung mit einem Lohnabrechnungsprogramm ausprobieren, indem Sie eine geeignete Gehaltsabrechnung als Beispiel beziehungsweise Vorlage für Ihre Eingaben verwenden. In vielen Programmen sind solche Beispiele für die Lohnabrechnung Bestandteil der Wissensdatenbank. Darüber hinaus finden Sie dort oftmals wertvolle Infos zu rechtlichen Themen und Steuerfragen sowie Arbeitshilfen.

 

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