Geschäftsführer-Anstellungsvertrag: Haftungsausschluss vereinbaren /fileadmin/_processed_/0/c/csm_Geschaeftsfuehrer-Anstellungsvertrag-Haftungsausschluss_c86eee5388.jpg 2015-08-20 Lexware

Geschäftsführer-Anstellungsvertrag: Haftungsausschluss vereinbaren

Möglichkeiten der Haftungsbegrenzung des GmbH-Geschäftsführer neben Entlastung
Von Manfred Wissmann
Aktualisiert am: 20.08.2015

Wenn GmbH-Geschäftsführer sich nicht allein auf die Entlastung verlassen wollen, um aus der Haftung heraus zu kommen, gibt es mehrere Möglichkeiten zur Begrenzung ihrer Haftung. Sie können eine Vereinbarung der Haftungsbegrenzung im Vorhinein treffen. Wenn die Gesellschafter mitspielen - und nur dann, können Geschäftsführer in ihrem Anstellungsvertrag entsprechende Regelungen treffen.

Diese Möglichkeiten gibt es für einen vertraglichen Haftungsausschluss:

  • die Haftung für fahrlässiges Handeln ausschließen,
  • den Haftungsumfang summenmäßig beschränken, z. B. auf eine feste Summe oder etwa ein Monats- oder Jahresgehalt,
  • die Umkehr der Beweislast vereinbaren. Das bedeutet, dass nicht Sie nachweisen müssen, dass Sie keinen Fehler begangen haben (was meist sehr schwer ist), sondern die GmbH nachweisen muss, dass die Geschäftsführer einen Fehler gemacht haben und ihr dadurch ein Schaden entstanden ist (was oft auch recht schwer ist),
  • die Verjährung abkürzen, so dass mögliche Schadenersatzsansprüche der GmbH gegen Sie z. B. schon nach 12 Monaten verjähren,
  • stellen Sie klar, dass immer dann, wenn Sie nachweislich auf Anweisung, z. B. der Gesellschafterversammlung und/oder des GmbH-Beirats handeln, Ihre Haftung ausgeschlossen ist,
  • vereinbaren, dass diese Sie von Haftungsansprüchen Dritter, die direkt gegen Sie gerichtet sind, freistellt. Wenn also ein GmbH-Gläubiger ohne "Umweg über die GmbH" direkt an die Geschäftsführer selbst gehen will, haben sie den Anspruch gegen die GmbH, dass diese sie in solchen Fällen dann wieder schadlos stellt.
  • Vereinbaren Sie den Abschluss einer D&O-Versicherung.Von verschiedenen Versicherungsunternehmen werden spezielle Vermögenshaftpflichtversicherungen für Geschäftsleiter angeboten. Sie werden (aus dem amerikanischen kommend) häufig als D&O-Versicherungen bezeichnet und umfassen regelmäßig nicht nur die gesamte Geschäftsleitung, sondern auch einen etwaigen Aufsichtsrat oder Beirat. Dann wird der GmbH ein Vermögensschaden ersetzt, der durch ein pflichtwidriges und schuldhaftes Verhalten des Geschäftsführers verursacht wurde. Ein derartiger Versicherungsschutz dient nicht nur einer wirtschaftlichen Entlastung des Geschäftsführers im Hinblick auf sein Haftungsrisiko, sondern macht auch für die GmbH Sinn. Hohe Schäden können regelmäßig wirtschaftlich vom GmbH-Geschäftsführer gar nicht ersetzt werden, weil dessen Vermögen zuvor erschöpft ist. Der Abschluss einer derartigen Versicherung stellt also auch einen Vermögensschutz für die GmbH dar, so dass die Abzugsfähigkeit von Prämien regelmäßig von den Finanzämtern anerkannt wird.

Tipp: Zu empfehlen ist, sich bei Abschluss einer derartigen Versicherung eines hierauf spezialisierten Versicherungsmaklers zu bedienen, da die Bedingungen der Versicherungsgesellschaften sehr uneinheitlich sind.

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