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Gesellschafter-Geschäftsführer: Besteuerung eines Exit-Bonus

Exit-Bonus des Gesellschafter-Geschäftsführers ist voll steuerpflichtiger Ertrag
Von Bernhard Köstler
Aktualisiert am: 06.08.2015

Veräußert der Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH seinen GmbH-Anteil, findet sich im Kaufvertrag neben dem Kaufpreis für den GmbH-Anteil oftmals auch ein Exit-Bonus. Dieses Exit-Bonus richtet sich meist nach den Ergebnissen, für die der jeweilige Gesellschafter-Geschäftsführer in den vergangenen Jahren verantwortlich war. Doch wie wird ein solcher Exit-Bonus nun besteuert?

Die Antwort auf diese Frage kommt vom Finanzgericht Münster. Die Richter urteilten, dass der Exit-Bonus kein Veräußerungserlös bei Ermittlung des nach § 17 EStG steuerpflichtigen Veräußerungsgewinns darstellt. Der Exit-Bonus stellt einen in vollem Umfang steuerpflichtigen Ertrag dar, in der Regel Arbeitslohn (FG Münster, Urteil v. 12.12.2014, Az. 4 K 1918/13 E).

Arbeitslohn für mehrjährige Tätigkeit: Ermäßigte Besteuerung

Zwischen den Zeilen stellten die Richter des Finanzgerichts Münster noch klar, dass es sich bei dem Exit-Bonus bei der Veräußerung eines GmbH-Anteils um eine Zahlungen für eine mehrjährige Tätigkeit handelt, wenn die Grundlage für den Exit-Bonus die Erfolge des ausscheidenden Gesellschafter-Geschäftsführers der letzten Jahre waren. Der Exit-Bonus wird also nach § 34 EStG ermäßigt besteuert.

Beispiel:

GmbH-Gesellschafter Hans Huber verkauft seinen GmbH-Anteil an einen Investor. Für seinen 50.000-Euro-GmbH-Anteil erhält er 200.000 Euro. Zusätzlich erhält er einen Exit-Bonus von 120.000 Euro. Dieser Exit-Bonus berechnet sich aus Erfolgen der letzten vier Jahre seiner Tätigkeit als Geschäftsführer im Verkauf.

Folge: Die Besteuerung der 320.000 Euro, die Gesellschafter-Geschäftsführer im Kaufvertrag über den Verkauf seines GmbH-Anteils erhält, sieht folgendermaßen aus:

  1. Besteuerung des Veräußerungsgewinns des GmbH-Anteils

Den Gewinn aus der Veräußerung des GmbH-Anteils unterliegt der Besteuerung nach § 17 EStG. Dieser Gewinn wird nach dem Teileinkünfteverfahren besteuert (§ 3 Nr. 40 EStG und § 3c Abs. 2 EStG. Danach sind nur 60% des Veräußerungserlöses zur Besteuerung heranzuziehen. Im Gegenzug dürfen aber auch nur 60% der Anschaffungskosten abgezogen werden.

Besteuerung des Veräußerungsgewinns des GmbH-Anteils
Besteuerung des Veräußerungsgewinns des GmbH-Anteils
Veräußerungserlös 200.000 Euro
davon steuerpflichtig 60% 120.000 Euro
Anschaffungskosten (60% von 50.000 Euro) - 30.000 Euro
Veräußerungsgewinn = 90.000 Euro
Freibetrag nach § 17 Abs. 3 EStG - 0 Euro
Verbleibender zu versteuernder Veräußerungsgewinn nach § 17 EStG = 90.000 Euro

Eintragungen in Anlage G zur Einkommensteuererklärung

In der Einkommensteuererklärung 2014 muss Gesellschafter-Geschäftsführer Huber diesen Veräußerungsgewinn in Anlage G erklären.

  1. Besteuerung des Exit-Bonus

Der Exit-Bonus muss bei einem in der GmbH angestellten GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer als Arbeitslohn für mehrere Jahre versteuert werden. Nach § 34 EStG werden die 120.000 Euro, die Herr Huber erhält, nach der so genannten Fünftelmethode besteuert. Das führt unter dem Strich zu einem günstigeren Steuersatz.

Praxis-Tipp: Die Fünftelmethode kommt allerdings nur zur Anwendung, wenn der Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH diese günstige Besteuerung explizit in seiner Anlage N zur Einkommensteuererklärung beantragt.

Eintragungen in Anlage N zur Einkommensteuererklärung

Lehnt der Sachbearbeiter eine ermäßigte Besteuerung des Exit-Bonus ab, sollte der Kaufvertrag mit der Vereinbarung vorgelegt werden. Zudem ist auf das Urteil des Finanzgerichts Münster von 12.12.2014 hinzuweisen, das mittlerweile rechtskräftig ist.


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