Gesellschafter-GF: Sonderausgabenabzug zur Rürup-Rente

Geltendmachung von Sonderausgaben für Beiträge zur Rürup-Rente des Gesellschafter-Geschäftsführers einer GmbH
Aktualisiert am: 20.08.2015

In welcher Höhe darf ein Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH eigentlich in seiner Einkommensteuererklärung Sonderausgaben für Beiträge zur Altersversorgung in eine Rürup-Rente geltend machen? Ein häufig gestellt Frage, auf die Sie die Antwort getrennt für die Jahre 2014 und 2015 in den folgenden Passagen erhalten.

Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH und Vorstandsmitglieder einer AG gehören zum Personenkreis des § 10c Abs. 3 Nr. 2 EStG. Sie sind in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungsfrei, wenn sie im Zusammenhang mit ihrer Berufsfähigkeit aufgrund vertraglicher Vereinbarungen Anwartschaftsrechte auf eine Altersversorgung haben. Weil keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung eingezahlt werden, wird der als Sonderausgaben abziehbare Höchstbetrag um den fiktiven Gesamtbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung gekürzt, maximal begrenzt auf die Beitragsbemessungsgrenze Ost.

Ermittlung der maximalen Sonderausgaben zur Rürup-Rente im Jahr 2014

Der Kürzungsbetrag (= Gesamtbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung) beträgt im Jahr 2014 18,9%, die Beitragsbemessungsgrenze Ost 60.000 Euro, der Sonderausgabenabzug 20.000 Euro und der abziehbare Prozentsatz 78%.

Beispiel:

2014: Ein Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH hat eine Pensionszusage und zahlt eigene Beiträge durch Entgeltsumwandlung. Sein Gehalt beträgt 100.000 Euro. Hier die Ermittlung, bis zu welcher Höhe die Beitragszahlungen in eine Rürup-Rente im Jahr 2014 als Sonderausgaben abziehbar sind:

Altersvorsorgehöchstbetrag 2014
Altersvorsorgehöchstbetrag 2014 20.000 EUR
Kürzung um 18,9% des Bruttogehalts von 100.000 Euro, maximal 18,9% von 60.000 Euro - 11.340 Euro
Altersvorsorgehöchstbetrag = 8.660 Euro
78% = maximal abziehbare Sonderausgaben 2014 für Beiträge in eine Rürup-Rente 6.757 Euro

Fazit: Ein Gesellschafter-Geschäftsführer kann 2014 also für maximale Beitragszahlungen in eine Rürup-Rente von 8.660 Euro mit einem Sonderausgabenabzug rechnen.

Ermittlung der maximalen Sonderausgaben zur Rürup-Rente im Jahr 2015

Der Kürzungsbetrag (= Gesamtbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung) beträgt 2015 18,7%, die Beitragsbemessungsgrenze Ost 62.400 Euro, der Sonderausgabenabzug 22.172 Euro und der abziehbare Prozentsatz 80%.

Beispiel:

2015: Ein Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH hat eine Pensionszusage und zahlt eigene Beiträge durch Entgeltsumwandlung. Sein Gehalt beträgt 100.000 Euro. Hier die Ermittlung, bis zu welcher Höhe die Beitragszahlungen in eine Rürup-Rente im Jahr 2015 als Sonderausgaben abziehbar sind:

Altersvorsorgehöchstbetrag 2015
Altersvorsorgehöchstbetrag 2015 22.172 EUR
Kürzung um 18,9% des Bruttogehalts von 100.000 Euro, maximal 18,7% von 62.400 Euro - 11.668 Euro
Altersvorsorgehöchstbetrag = 10.504 Euro
80% = maximal abziehbare Sonderausgaben 2015 für Beiträge in eine Rürup-Rente 8.403 Euro

Fazit: Ein Gesellschafter-Geschäftsführer kann 2015 also für maximale Beitragszahlungen in eine Rürup-Rente von 10.504 Euro mit einem Sonderausgabenabzug rechnen.

 

Bundesfinanzhof bestätigt fiktive Kürzung des Altersvorsorgehöchstbetrags

Die fiktive Kürzung des Altersvorsorgehöchstbetrags stellt eine steuerliche Schlechterstellung eines Gesellschafter-Geschäftsführers im Vergleich zu einem Einzelunternehmer dar. Doch die Richter des Bundesfinanzhofs haben entschieden, dass die fiktive Kürzung mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Schließlich haben es beherrschende Gesellschafter einer GmbH selbst in der Hand, ihre Beitragszahlungen in eine Altersvorsorge zu gestalten (BFH, Urteil v. 15.6.2014, Az. X R 35/12; veröffentlicht am 10.12.2014). Praxis-Tipp: Gesellschafter-Geschäftsführer sollten dieses Urteil zusammen mit ihrem Steuerberater diskutieren und überprüfen, ob es Sinn macht, Beitragszahlungen in eine Direktversicherung zu leisten. Denn ohne die Beitragszahlungen von 1.534 Euro in eine Direktversicherung hätte der Gesellschafter-Geschäftsführer in dem Urteilsfall die fiktive Kürzung des Altersvorsorgehöchstbetrags vermeiden können.

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