Gesund und sportlich: Das (E-)Bike auf Firmenkosten/fileadmin/_processed_/8/b/csm_gesund-und-sportlich-das-e-bike-auf-firmenkosten_81b4701ed3.jpg 2020-11-02 Lexware

Gesund und sportlich: Das (E-)Bike auf Firmenkosten

Von Lothar Volkelt
Aktualisiert am: 02.11.2020

Immer mehr Menschen verzichten ganz auf ein eigenes Fahrzeug und damit auch auf einen Firmenwagen. Gründe sind unter anderem hohe Sprit- und Unterhaltskosten. Aber auch die Parkflächen gerade in den Innenstadtbereichen werden immer teurer. Ausweg: Statt einem Firmenwagen überlassen Sie sich oder Ihren Mitarbeitern ein Firmen-Fahrrad / E-Bike.

Steuerliche Behandlung von Dienstfahrrädern

Mit der Klimaschutz-Debatte und zunehmenden Verkehrsproblemen in den Innenstädten hat die Politik neue gesetzliche Rahmenbedingungen für die steuerliche Behandlung von Dienstfahrrädern beschlossen. Wichtige Unterscheidung: Das Dienstfahrrad wird 1.) aus einer Gehaltsumwandlung – also z. B. statt Barlohn – gewährt und finanziert oder 2.) zusätzlich zum vertraglich vereinbarten Gehalt zur dienstlichen und privaten Nutzung überlassen.

Regelung für das Dienstfahrrad, das aus einer Gehaltsumwandlung gewährt wird:

Seit 2020 versteuert der Mitarbeiter in dieser Variante den geldwerten Vorteil für die private Nutzung des Dienstfahrrads mit 0,25 % der unverbindlichen Preisempfehlung (0,25 %-Regel). Bei einer Überlassung zwischen dem 01. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2019 musste das Dienstfahrrad mit 0,5 % der unverbindlichen Preisempfehlung versteuer werden. Hat der Mitarbeiter das Dienstfahrrad vor 2019 übernommen, gilt die 1-%-Regel. Diese steuerliche Regelung gilt für Fahrräder, Pedelecs (E-Bikes mit Motorunterstützung bis 25 km/h) und S-Pedelecs (bis 45 km/h).

Beispiel: Die GmbH überlässt einem Mitarbeiter ein E-Bike zum Kaufpreis von 2.000 EUR. Der Arbeitnehmer muss lediglich für 5 EUR (vor 2019: 20 EUR) zusätzliche Lohnsteuer für die private Nutzung zahlen. Die GmbH kann die Umsatzsteuer, die anteilige AfA und die Betriebskosten (Wartung, Versicherung) als Betriebsausgaben absetzen.

Regelung für das Dienstfahrrad, das zusätzlich zum Gehalt gewährt wird:

Seit 2019 sind zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn vom Arbeitgeber gewährte Vorteile für die Überlassung eines betrieblichen Fahrrads steuerfrei (§ 3 Nr. 37 EStG). Die Steuerbefreiung gilt auch für Elektrofahrräder. Diese Steuerbefreiung gilt bis 2030. Die Steuerfreiheit gilt auch für Räder die vor dem 1.1.2019 übernommen wurden. Diese Regelung gilt für Fahrräder und Pedelecs (E-Bikes mit Motorunterstützung bis 25 km/h), nicht jedoch für S-Pedelecs (für diese gilt auch in diesem Fall die 0,25 %-Regel).

Praxis-Tipp: Unternehmen, die ihre Betriebsstätte in zentralen Lagen ohne gute Nahverkehrsangebote haben, können gerade auch jungen Mitarbeitern ein attraktives Zusatzangebot machen, das den Arbeitsplatz noch weiter aufwertet und damit die Firmenbindung stärkt. Unterdessen gibt es Dienst­leister, die sich auf das Leasing von Firmenrädern spezialisiert haben und die einen Fullservice rund ums Fahrrad anbieten, von der Wartung, über die Finanzierung bis zur Versicherung (z. B. die Firma JobRad mit bundesweit über 30.000 Kunden, u. a. Bosch, Deutsche Bahn, Badenova).

Und für alle, die mit sich hadern, ob ein Dienstfahrrad das Richtige für Sie ist: Das Dienstfahrrad schließt den Firmenwagen natürlich nicht aus, Geschäftsführer und Arbeitnehmer dürfen beides nutzen und steuerlich abschreiben. Dann müssen allerdings sowohl Firmenwagen als auch Dienstfahrrad jeweils mit der 1 %- bzw. 0,5 %-Regel versteuert werden.

Zusatznutzen: Das steuerfreie Jobticket

Zuschüsse des Arbeitgebers zu den Aufwendungen von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie Fahrten zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet oder zu einem vom Arbeitgeber dauerhaft festgelegten Sammelpunkt, sind steuerfrei. Die Bedinung dafür ist, dass diese zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden (§ 3 Nummer 15 EStG). Das Gleiche gilt für die unentgeltliche oder verbilligte Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs. Die Steuerbefreiung gilt seit Januar 2019.

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