Gewinnabführungsvertrag: Das sollten Gesellschafter-Geschäftsführer wissen

So schließen Sie einen wirksamen Gewinnabführungsvertrag
Aktualisiert am: 10.08.2015

In der Praxis ergeben sich zur Organschaft und zum Gewinnabführungsvertrag oftmals Fragen, die in diesem Beitrag näher beleuchtet werden.

Das zu versteuernde Einkommen der A-GmbH (Organträger) beträgt 500.000 EUR. Die B-GmbH (Organgesellschaft) hat einen Verlust von 300.000 EUR erzielt. Wir ein wirksamer Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen, muss die A-GmbH nur noch 200.000 EUR versteuern.

Häufige Fragen zum Gewinnabführungsvertrag

Frage 1:

Wann wird ein Gewinnabführungsvertrag steuerlich wirksam? Bereits mit Vertragsabschluss oder erst mit Eintragung ins Handelsregister?

Antwort: Ein Gewinnabführungsvertrag wird erstmals für das Jahr der Eintragung im Handelsregister wirksam.

Beispiel: Gewinnabführungsvertrag vom 5.11.2012 wird am 21.1.2013 ins Handelsregister eingetragen. Das erste Jahr, in dem Gewinne und Verluste des Organträgers mit denen der Organgesellschaft verrechnet werden können, ist das Jahr 2013.

Frage 2:

Muss der Gewinnabführungsvertrag für eine bestimmte Zeit abgeschlossen werden?

Antwort: Ja, die Mindestlaufzeit des Gewinnabführungsvertrags muss nach § 14 Abs. 1 Nr. 3 Satz 1 KStG auf einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren abgeschlossen werden.

Frage 3:

Muss ich im Gewinnabführungsvertrag extra darauf hinweisen, dass der Organträger die Verluste der Organgesellschaft zwingend ausgleichen muss?

Antwort: Ja, es ist eine ausdrückliche Vereinbarung zur Verlustverrechnungspflicht in den schriftlichen Gewinnabführungsvertrag aufzunehmen. Fehlt diese Vereinbarung, ist das Organschaftsverhältnis steuerlich unwirksam. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, vorgefertigte Gewinnabführungsverträge zu verwenden, in die nur noch der Beginn und das früheste Ende der Gewinnabführung einzutragen ist.

Frage 4:

Eigentlich sollte die Gewinnabführung bereits im Jahr 2011 beginnen. Doch der ausgeschiedene Gesellschafter-Geschäftsführer hat die Gewinnabführung im Jahr 2011 nicht durchgeführt? Ist das ein Problem?

Antwort: Ja. Denn wird die Gewinnabführung bzw. die Verlustübernahme nicht die gesamten 5 Jahre eingehalten, ist der Gewinnabführungsvertrag für den gesamten Zeitraum steuerlich unwirksam.

Tipp: Haben Sie spezielle Frage rund um das Thema Organschaft oder Gewinnabführung oder schlechte Erfahrungen mit dem Finanzamt, teilen Sie uns Ihre Probleme mit. Wir werden in unserer künftigen Berichterstattung darauf eingehen.

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