GmbH & Betriebsprüfung: Deals mit Risiko?

Pauschale Kürzung von Betriebsausgaben in der GmbH: Das gilt es zu beachten bei Deals mit dem Betriebsprüfer des Finanzamts
Aktualisiert am: 10.08.2015

Viele Gesellschafter-Geschäftsführer schließen mit dem Prüfer des Finanzamts oftmals einen Deal, um halbwegs unbeschadet aus der Betriebsprüfung zu kommen. Doch aufgepasst: Bietet der Prüfer die pauschale Kürzung von Betriebsausgaben an, wird es kompliziert. Wie sind die steuerlichen Folgen?

Der Betriebsprüfer stellt bei der GmbH verschiedene strittige Sachverhalte fest. Um langwierige Einspruchsverfahren zu vermeiden, bot er dem Gesellschafter-Geschäftsführer der GmbH an, anstelle dieser strittigen Feststellungen pauschal die Betriebsausgaben zu kürzen – und zwar um 20.000 EUR für die Prüfungsjahre 2010 bis 2012. Der Gesellschafter-Geschäftsführer willige ein und traute seinen Augen nicht, als er den Prüfungsbericht in Händen hielt.

Die nichtabziehbaren Betriebsausgaben führten zu folgender Auswirkung:

2010 2011 2012
Gewinnauswirkung außerhalb der Bilanz 20.000 EUR 20.000 EUR 20.000 EUR
Zurechnung der nichtabziehbaren Vorsteuer außerhalb der Bilanz 3.800 EUR 3.800 EUR 3.800 EUR
Rückstellung innerhalb für Bilanz für Steuernachzahlungen (Körperschaftsteuer, SoliZ, Gewerbesteuer, Vorsteuer) - 11.997 EUR (KSt 3.570 EUR, SoliZ 196 EUR, GewSt 4.431 EUR, Vorsteuer 3.800 EUR) - 11.997 EUR (KSt 3.570 EUR, SoliZ 196 EUR, GewSt 4.431 EUR, Vorsteuer 3.800 EUR) - 11.997 EUR (KSt 3.570 EUR, SoliZ 196 EUR, GewSt 4.431 EUR, Vorsteuer 3.800 EUR)

Ergebnis: Aus der pauschalen Betriebsausgabenkürzung sind durch die Kürzung der Vorsteuer also pro Jahr Steuernachzahlungen von rund 12.000 EUR entstanden.

Praxis-Tipp: Schlägt Ihnen der Prüfer des Finanzamts einen Deal vor, sollten Sie sich auf jeden Fall vor einer Zusage die genauen steuerlichen Konsequenzen aufzeigen und ausrechnen lassen.

Der Gesellschafter-Geschäftsführer in unserem Praxisfall hat jedoch noch eine andere Möglichkeit. Er kann Einwendungen gegen den Bericht erheben und wenn das keinen Erfolg hat, Einspruch gegen die betreffenden Steuerbescheide einlegen. Der Unternehmer ist nämlich nicht an diese Vereinbarung  gebunden.

Achtung: Wenn der Handschlag mit dem Finanzamt im Rahmen einer so genannten tatsächlichen Verständigung erfolgt, sind beide Seiten an die getroffenen Vereinbarungen ohne wenn und aber gebunden.

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