GmbH-Steuern: Zusammenarbeit mit dem Steuerberater optimieren

So optimieren Sie die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater
Aktualisiert am: 21.08.2015

Ein guter Steuerberater erstellt nicht nur Steuererklärungen. Immer wichtiger wird es, vorausschauend zu beraten, denn nahezu jeder private und geschäftliche Lebenssachverhalt ist steuerpflichtig. Nur wenige Geschäftsführer nutzen das komplette Leistungsspektrum ihres Steuerberaters. Zusammen mit einem Steuer-Profi können Sie z.B. Steuerspar-Möglichkeiten systematisch vorbereiten und durchführen.

Wie oft Sie mit Ihrem Steuerberater sprechen sollten, kommt auf die jeweiligen Pläne an. Je vielfältiger Ihre Aktivitäten sind, desto dringender ist die regelmäßige Konsultation eines Steuerberaters anzuraten. Die vielfältigen Pläne können so auf ihre Steuerwirkungen – meist sind ja mehrere Steuerarten betroffen – durchgecheckt werden. Das geht von ganz privaten Dingen wie Heirat oder Scheidung über Vermögensanlagen bis hin zu Unternehmensumstrukturierungen oder zur Unternehmensnachfolge. Je früher hier der Steuerberater eingeschaltet wird, desto besser kann er sich einarbeiten und unter Umständen dann auch sinnvolle Alternativen erarbeiten.

Das Mindeste bei Unternehmern ist ein intensives Gespräch pro Jahr; dann nämlich, wenn der Bilanzentwurf vorliegt. Besser sind aber 2–3 intensive Gespräche jährlich:

  • Die Bilanzbesprechung bietet die Möglichkeit, auf das vergangene Wirtschaftsjahr zurückzublicken – aber auch die Chance, in die Zukunft zu denken.
  • Das 2. Gespräch sollten Sie unbedingt rechtzeitig und verbindlich in der 2. Jahreshälfte verabreden. Dann liegen die Halbjahresergebnisse vor. Und in der verbleibenden Zeit bis zum Jahresende können Sie noch steuergestaltende Maßnahmen in Angriff nehmen, wie z. B. Verlustoptimierung oder Gewinnglättungen, um massive Tarifsprünge zu vermeiden.
  • Schließlich sollten Sie 3-4 Wochen vor dem Jahreswechsel nochmals mit Ihrem Steuerberater sprechen, denn häufig entscheidet sich in dieser Zeit die endgültige Fassung von neuen Steuergesetzen. Dann müssen Sie und Ihr Berater unter Umständen schnell reagieren.

Beratungsauftrag: Umfang konkret benennen 

Deklarationsberatung

Fertigen von Steuererklärungen inklusive der vorbereitenden Tätigkeiten wie z. B. Buchführung, Bilanzierung

Neu: die E-Bilanz

Die elektronische Übermittlung der Jahresabschlussdaten an die Finanzverwaltung ist erstmals im Kalenderjahr 2014 für das Jahr 2013 Pflicht. Die Übergangszeit, die für 2012 galt, ist dann vorbei.

Was die Gebührenabrechnung durch den Steuerberater betrifft, gibt es keine eigene Tätigkeitsposition für die E-Bilanz in der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV). Dies ist auch richtig, da es sich bei der E-Bilanz nicht um eine eigene Bilanzart, sondern letztlich um eine Steuerbilanz handelt, für die der Steuerberater seinen Aufwand innerhalb des gesetzlichen Rahmens abrechnen kann.

Praxis-Tipp: Wichtig ist es allerdings, im Vorfeld festzulegen, welche Aufgaben der Steuerberater erledigen soll.

Wollen Sie selbst sowohl die Buchführung durchführen als auch den Jahresabschluss erstellen, oder sollen diese Aufgaben von Ihrem Steuerberater erledigt werden?

Oder übernehmen Sie nur die Buchführung selbst und überlassen die Abschlusserstellung und die elektronische Übermittlung Ihrem Steuerberater?

Bedenken Sie in diesem Zusammenhang aber, dass für die E-Bilanz-Buchführung ein geeignetes "Kontenangebot" benötigt wird; es wurden mehr als 150 neue Konten eingeführt! Damit kommen auf die Buchführungskräfte selbstbuchender Unternehmen erhöhte Anforderungen zu, die ein besonderes steuerliches Fachwissen und ggf. Schulungen erfordern. Anderenfalls können sich für den Jahresabschluss umfangreichere Umbuchungen ergeben, weil die Buchführung keine E-Bilanz-tauglichen Daten liefert. Mitunter kann es also zweckmäßiger sein, alle Arbeiten direkt in die Hände eines erfahrenen Steuerberaters zu legen.

Durchsetzungsberatung

Einspruchsverfahren beim Finanzamt, Finanzgerichtsprozesse, Steuerfahndung etc.

Gestaltungsberatung

Gedankliche Vorwegnahme bestimmter Konstellationen, um die größtmögliche Steuerersparnis zu erzielen)

Beispiele:

  • Ihr Steuerberater weiß, dass Sie eine Nebentätigkeit, z. B. eine Zweit-Geschäftsführung, ausüben: Gibt es eine Form, Ihre Nebeneinkünfte steuerlich besser zu gestalten? Er sollte es wissen und Ihnen neue Wege aufzeigen.
  • Sie wollen ein weiteres Unternehmen gründen: Spricht Ihr Steuerberater mit Ihnen das Für und Wider der verschiedenen Rechtsformen durch? Begnügen Sie sich nicht mit einer Analyse des Zeitpunkts der Gründung. Er sollte Ihnen erklären, welche Vor- und Nachteile bei welcher Gesellschaftsform im Laufe der Zeit zu erwarten sind.
  • Sie wollen Ihre GmbH verkaufen oder an die Nachfolgegeneration übergeben: Auch hier ist der Steuerberater gefordert, Ihnen die Vor- und Nachteile verschiedener Konstellationen zu erläutern und die Verhältnisse zusammen mit Ihnen steueroptimal zu gestalten.
  • Sie wollen bauen, um Privatwohnung und Büro endlich nah beieinander zu haben: Ihre Baupläne dürfen nicht nur den Architekten interessieren, sondern auch Ihr Steuerberater sollte sich einschalten, um Sie über die steuerlichen Konsequenzen Ihres Vorhabens aufzuklären und ggf. mit Ihnen Ihre Pläne so zu korrigieren, dass auch steuerlich das Beste erreicht wird.

Analyse der Unternehmensdaten

Bei dem, was der Steuerberater für die GmbH tun muss, kommt es auf den erteilten Beratungsauftrag an. Hat der Berater z. B. auch den Auftrag, die Unternehmensdaten wirtschaftlich zu analysieren, bekommt der Mandant regelmäßige Auswertungen, die sog. betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA).

Praxis-Tipp: Studieren Sie die Unterlagen zur betriebswirtschaftlichen Auswertung. Packen Sie die Unterlagen nicht einfach zur Seite und lassen Sie sie auch nicht einfach in einem Ordner verschwinden. Lesen Sie die BWA, die betriebswirtschaftliche Auswertungen, die Ihr Berater regelmäßig entweder monatlich oder quartalsweise für Sie erstellt. Scheuen Sie sich nicht, beim Berater nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstehen, oder nicht damit zurechtkommen, was diese oder jene Aussage bedeutet.

Dieses Lesen und Verstehen der BWA ist sehr wichtig für das Kreditgespräch mit der Bank beim Bankgespräch. Die Banken legen enorm großen Wert darauf, dass SIE als Unternehmer (NICHT Ihr Steuerberater, von dem weiß man, dass er die Zahlen lesen und interpretieren kann!) die Zahlen verstehen und Ihre Reaktionen planen, wenn Sie zum Kreditgespräch kommen oder während der Kreditlaufzeit betreut werden.

Praxis-Tipp: Trainieren Sie, indem Sie mit Ihrem Steuerberater über die BWA sprechen.

Hilfe bei Erkennen von Insolvenzgefahr

Der Steuerberater kann zwar den GmbH-Geschäftsführer auf Insolvenzgefahren Haftung in Krise und Insolvenz aufmerksam machen, aber er kann ihm bestimmte Entscheidungen nicht abnehmen. Das heißt, dass der Geschäftsführer immer in eigener Verantwortung die Entwicklung seiner Gesellschaft überwachen muss. Gegebenenfalls ist er gezwungen, die Insolvenzreife prüfen zu lassen bzw. einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Diese Pflicht kann er nicht delegieren. Auch nicht an einen Steuerberater.

Die Einschaltung eines Steuerberaters als Krisenberater

Zusammenarbeit mit Insolvenzexperten kann zu empfehlen sein, wenn ein Unternehmen in eine schwierige wirtschaftliche Lage geraten ist (z. B. weil es nicht betreut war). Auch in diesem Bereich gibt es spezialisierte Steuerberater: die Fachberater für Sanierung und Insolvenzverwaltung (DStV e. V.).

Lesen Sie dazu auch den Beitrag: Haftung: Geschäftsführer muss Zahlen im Blick haben

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