Investitionsabzugsbetrag: So klappt das Steuersparmodell beim Firmenwagen

Aktualisiert am: 15.11.2018

Wenn Sie als Selbstständiger für den geplanten Kauf eines Firmenwagens einen Investitionsabzugsbetrag vom Gewinn abziehen, müssen Sie im Jahr des Kaufs und im darauffolgenden Jahr nachweisen, dass der PKW mindestens zu 90 Prozent betrieblich genutzt wird. Kann dieser Nachweis nicht erbracht werden, kippt das Finanzamt den Investitionsabzugsbetrag für den PKW rückwirkend. Wie Sie beim Investitionsabzugsbetrag für einen Firmenwagen auf der sicheren Seite bleiben, erfahren Sie mit den Gestaltungstipps in diesem Beitrag.

Planen Sie innerhalb der nächsten 3 Jahre den Kauf eines neuen Firmenwagens, können Sie bei Erfüllung der Voraussetzungen zum Investitionsabzugsbetrag für den PKW bereits heute 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungskosten als Betriebsausgaben vom Gewinn abziehen. Was viele Selbstständige nicht wissen, ist, dass der Firmenwagen im Jahr des Kaufs und im Folgejahr zu mindestens 90 Prozent betrieblich genutzt werden muss (§ 7g Abs. 4 EStG).

Tipp: Das Finanzgericht Sachsen-Anhalt hat hierzu entschieden, dass die mindestens 90-prozentige betriebliche Nutzung des PKWs beim Investitionsabzugsbetrag nur durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch nachgewiesen werden kann. Wird die Privatnutzung des Firmenwagens nach der 1-Prozent-Regelung ermittelt oder ist das Fahrtenbuch wegen Aufzeichnungsmängeln steuerlich unwirksam, spricht das für eine mindestens 20- bis 25-prozentige Privatnutzung und die Voraussetzungen für den Investitionsabzugsbetrag entfallen.

Die Führung eines Fahrtenbuchs ist zwar aufwändig, häufig jedoch von Vorteil. Wenn Sie sich Zettelwirtschaft und unleserliche Notizen ersparen wollen, können Sie auf ein elektronisches Fahrtenbuch umsteigen. Dieses erfüllt die strengen Anforderungen, die das Finanzamt an ein Fahrtenbuch stellt. 

Investitionsabzugsbetrag: So bleiben Sie auf der sicheren Seite

Damit ein einmal abgezogener Investitionsabzugsbetrag für den PKW vom Finanzamt nicht rückwirkend gestrichen wird, gibt es mehrere Möglichkeiten. Der Nachweis der 90-prozentigen betrieblichen Nutzung des Firmenwagens im Jahr des Kaufs und im Folgejahr kann folgendermaßen erbracht werden:

  • Führung eines Fahrtenbuchs (wie vom Finanzgericht Sachsen-Anhalt gefordert)
  • Nutzung des Firmenwagens in den ersten beiden Jahren durch einen Arbeitnehmer

Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb sowie Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung sind übrigens der betrieblichen Nutzung zuzurechnen.

Gestaltungstipp: Führung eines Fahrtenbuchs

Haben Sie für einen Firmenwagen in der Vergangenheit einen Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht und die Investition steht für ein bestimmtes Jahr auf dem Plan, dann kaufen Sie den PKW am besten erst Ende Dezember. Dann müssen Sie die 90-prozentige betriebliche Nutzung für das Jahr nur für ein paar Tage nachweisen, d. h. das Fahrtenbuch müssen Sie somit nur noch etwas mehr als ein Jahr diszipliniert führen.

Sonderregelung zum Investitionsabzugsbetrag bei 90 %-Regelung beachten

Was selbst viele Sachbearbeiter und Prüfer des Finanzamts nicht wissen: Es ist für den Investitionsabzugsbetrag nicht schädlich, wenn die private Nutzung im ersten Jahr über 10 % liegt, jedoch die 90-prozentige betriebliche Nutzung im Zeitraum der Jahres des Kaufs und im Folgejahr insgesamt erfüllt wird. Der Nutzungsumfang ist nicht wirtschaftsjahrbezogen zu prüfen, sondern zeitraumbezogen (BMF-Schreiben v. 20.3.2017).

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Gestaltungstipp zum Investitionsabszugsbetrag für PKW: Nutzung des Firmenwagens durch einen Arbeitnehmer

Die rechtmäßige Beanspruchung des Investitionsabzugsbetrags lässt sich aber auch ohne den Aufwand eines Fahrtenbuchs nachweisen. Nämlich dann, wenn der PKW im Jahr des Kaufs und im Folgejahr einem Arbeitnehmer als Dienstwagen zur Verfügung gestellt wird. Bei der Nutzung eines Dienstwagens durch einen Arbeitnehmer wird nämlich stets eine 100-prozentige betriebliche Nutzung des Fahrzeugs unterstellt.

Tipp: Einige Prüfer des Finanzamts ignorieren diese Regelung und kippen den Investitionsabzugsbetrag ohne Fahrtenbuch. Hier können Sie jedoch mit einem BMF-Schreiben kontern, in dem die Finanzverwaltung bei Nutzung eines Firmenwagens durch einen Arbeitnehmer eine 100-prozentige betriebliche Nutzung unterstellt: BMF, Schreiben v. 18.11.2009, IV C 6 – S 2177/07/10004.

Beispiel: Einzelunternehmer Huber hat im Jahr 2018 für den im Jahr 2020 geplanten Kauf eines Firmenwagens einen Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 16.000 EUR (voraussichtlicher Kaufpreis 40.000 EUR x 40 Prozent) abgezogen. Im Jahr des PKW-Kaufs und Folgejahren wird der Firmenwagen a) durch den Unternehmer Huber selbst genutzt (Fahrtenbuch wird nicht geführt) oder b) durch einen Arbeitnehmer genutzt (ebenfalls kein Fahrtenbuch).

Folge: Auf den Steuerbescheid 2018 haben diese Nutzungsvarianten folgende Auswirkung:

Variante A Variante B
Investitionsabzugsbetrag 2017 Ohne Fahrtenbuch Rückgängigmachung
des Investitionsabzugsbetrags
Bei Nutzung durch Arbeitnehmer wird selbst ohne Fahrtenbuch
eine betriebliche Nutzung von 100 % unterstellt = Investitionsabzugsbetrag gesichert

100-Prozent-Nutzung auch für Gesellschafter-Geschäftsführer

Auch als Gesellschafter-Geschäftsführer können Sie die mindestens 90-prozentige betriebliche Nutzung eines Firmenwagens ohne Fahrtenbuch nachweisen. Der Grund: Da auch Gesellschafter-Geschäftsführer Arbeitnehmer sind, wird im Sinn des Investitionsabzugsbetrags eine 100-prozentige betriebliche Nutzung des PKWs unterstellt.

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