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Körperschaftsteuer im Überblick: Was ist sie und wer muss sie zahlen?

Von Ulrike Fuldner
Aktualisiert am: 06.09.2019

Nicht nur natürliche Personen wie der Handwerker oder Kleingewerbetreibende müssen ihren Gewinn versteuern, sondern auch Körperschaften wie die GmbH oder UG. Alles, was Sie zu dieser Körperschaftsteuer wissen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist die Körperschaftsteuer?

Was für den Einzelunternehmer die Einkommensteuer ist, ist für Kapitalgesellschaften wie die GmbH oder die Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt (auch Mini-GmbH oder UG genannt) die Körperschaftsteuer (KSt). Damit wird die GmbH im Ergebnis steuerlich genauso behandelt wie jeder Einzelunternehmer.

Die Körperschaftsteuer ist eine Ertragsteuer. Sie wird vom Einkommen der GmbH ermittelt und vom Finanzamt erhoben, wenn die GmbH ihre Geschäftsleitung oder ihren Sitz in Deutschland hat. Dann besteht eine unbeschränkte Körperschaftsteuerpflicht. Ausländische Unternehmen haben dagegen nur eine beschränkte Körperschaftsteuerpflicht.

Die wichtigsten Regeln zur Körperschaftsteuer finden Sie im Körperschaftsteuergesetz (KStG) und den Richtlinien zur Körperschaftsteuer. Beim Umfang der Einkünfte und der Einkommensermittlung verweist das Körperschaftsteuergesetz (KStG) auf das Einkommensteuergesetz (EStG).

Hinweis: Auch eine GmbH muss einen Solidaritätszuschlag bezahlen. Dieser beträgt analog zur Einkommensteuer 5,5 % auf die festgesetzte Körperschaftsteuer.

Die Ausführungen im Folgenden betreffen immer auch die Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt.

Körperschaftsteuer: Wen betrifft sie?

Sie als Geschäftsführer sind gesetzlicher Vertreter der GmbH und daher auch für die steuerlichen Belange der GmbH verantwortlich, auch wenn Sie Allein-Gesellschafter der GmbH sind. Sie müssen nicht nur für die Abgabe der Körperschaftsteuer-Erklärung sorgen, sondern auch für die entstehende Zahlungspflicht Vorsorge treffen, damit eine fristgerechte Tilgung möglich ist. Machen Sie dabei vorsätzlich oder grob fahrlässig Fehler, müssen Sie im schlimmsten Fall die Körperschaftsteuer aus Ihrem Privatvermögen persönlich an das Finanzamt entrichten.

Tipp: Um nicht zu tief in die schwierigen Regeln zur Körperschaftsteuer einzutauchen und mehr Zeit für das tägliche Geschäft zu haben, können Sie einen Steuerberater beauftragen. Dieser wird Ihnen immer rechtzeitig erklären, was er für die Körperschaftsteuer-Erklärung von Ihnen benötigt. Vieles kann der Steuerberater bereits aus der Buchhaltung entnehmen. Arbeiten Sie mit einer Buchhaltungssoftware wie Lexware buchhalter, erleichtern Sie sich die Zusammenstellung der notwendigen Daten.

Von wann bis wann gilt die Körperschaftsteuer-Pflicht?

Beginn: Die Körperschaftsteuer-Pflicht beginnt regelmäßig mit der Gründung der Kapitalgesellschaft. Eine GmbH entsteht laut Gesetz erst mit der Eintragung ins Handelsregister. Sobald die GmbH ihre gewerbliche Tätigkeit aufnimmt, muss sie sich beim Finanzamt auch steuerlich anmelden. Nach ihrer Anmeldung erhält die GmbH eine Steuernummer, die sie u. a. für die Abgabe der Körperschaftsteuer-Erklärung benötigt.

Ende: Wenn die GmbH ihren Geschäftsbetrieb endgültig eingestellt hat, endet die Körperschaftsteuerpflicht der GmbH. Dies ist rechtlich erst nach Abschluss des gesetzlich vorgeschriebenen Abwicklungsverfahrens und nach Ablauf eines Sperrjahres der Fall, spätestens bei Löschung der GmbH im Handelsregister.

Körperschaftsteuer-Erklärung: Wann ist der Abgabe-Termin?

Die Körperschaftsteuer ist eine Jahressteuer. Sie entsteht mit Ablauf des Kalenderjahrs. Die GmbH muss also nach Ablauf des Kalenderjahres bis spätestens zum 31.7. (vor 2019: bis zum 31.5.) eine Körperschaftsteuer-Erklärung für das vorangegangene Jahr abgeben.

Tipp: Nehmen Sie die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch, haben Sie sogar bis zum 28.2. des übernächsten Jahres Zeit für die Abgabe!

Besteht die Steuerpflicht nicht während eines ganzen Kalenderjahres (z. B. Löschung der GmbH am 30.6.), so tritt an die Stelle des Kalenderjahrs der Zeitraum der jeweiligen Steuerpflicht (1.1. bis 30.6.).

Wie und was muss mit der Körperschaftsteuer-Erklärung abgegeben werden?

Die Abgabe muss auf amtlichen Vordrucken erfolgen und diese müssen zwingend elektronisch beim Finanzamt eingereicht werden. Der Körperschaftsteuer-Erklärung muss regelmäßig auch der vollständige handelsrechtliche Jahresabschluss beigefügt werden.

Tipp: Ihr Steuerberater weiß am besten, was alles beim Finanzamt abgegeben werden muss. Der Umfang der einzureichenden Unterlagen (Lagebericht etc.) hängt von der Größe der GmbH ab. Das ist im Handelsgesetzbuch geregelt. Alternativ zur gesonderten Aufstellung von Handels- und Steuerbilanz kann vom Steuerberater u. U. bei kleinen GmbHs eine „Einheitsbilanz“ erstellt werden. Eine Handelsbilanz muss dann falls nötig mit entsprechenden Erläuterungen versehen werden (Überleitungsrechnung), falls Abweichungen von der Steuer- zur Handelsbilanz vorliegen.

Körperschaftssteuer-Bescheid: Was ist zu tun?

Das Finanzamt erlässt einige Wochen nach Abgabe der Körperschaft-Steuererklärung dann den Körperschaftsteuer-Bescheid. Meist schickt es ihn an den Steuerberater, der ihn dann überprüft.

Hinweis: Im Interesse der GmbH sollten Sie als Geschäftsführer den Körperschaftsteuer-Bescheid sicherheitshalber direkt nach Zugang bei der GmbH an den Steuerberater schicken. Die GmbH kann bei Fehlern im Körperschaftsteuer-Bescheid nur innerhalb eines Monats noch Einspruch beim Finanzamt einlegen.

Kommt es aufgrund der Körperschaft-Steuererklärung zu einer Nachzahlung (siehe unten) zulasten der GmbH, muss der Betrag innerhalb von einem Monat nach Erhalt des Körperschaftsteuer-Bescheids beglichen werden.

Hinweis: Zahlt die GmbH die Nachforderung nicht rechtzeitig, fallen Säumniszuschläge an. Ihr Steuerberater wird Ihnen schon vor Abgabe der Körperschaft-Steuererklärung mitteilen, ob und in welcher Höhe die GmbH Nachzahlungen leisten muss, damit Sie das Geld "zurücklegen". Notfalls kann ausnahmsweise Stundung beantragt werden, um ein wenig Zahlungsaufschub zu erhalten.

Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen: Wann sind sie fällig?

Jede GmbH muss vierteljährlich zum 15. 3., 15.6., 15.9. und 15.12. Vorauszahlungen auf die voraussichtliche Körperschaftsteuer-Jahressteuerschuld leisten. Diese Vorauszahlungen werden dann bei der späteren Körperschaftsteuer-Jahreserklärung bzw. im Körperschaftsteuer-Bescheid berücksichtigt, d. h. zugunsten der GmbH voll angerechnet.

Die Vorauszahlungshöhe bzw. die Anpassung (Erhöhung oder Herabsetzung) der Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen wird der GmbH bzw. Ihnen mit Erlass des Körperschaftssteuer-Bescheids vom Finanzamt mitgeteilt (siehe oben).

Wie hoch ist die Körperschaftsteuer?

Die Körperschaftsteuer beträgt „nur“ 15 % des zu versteuernden Einkommens. Dabei ist es gleichgültig, ob Gewinne einbehalten oder ausgeschüttet werden. D. h. die gezahlte Körperschaftsteuer wird beim Gesellschafter der GmbH nicht angerechnet.

Wie wird das zu versteuernde Einkommen der GmbH ermittelt?

Ähnlich wie bei der Einkommensteuer natürlicher Personen, kommt es auf das zu versteuernde Einkommen der GmbH innerhalb des Kalenderjahres an. Wie das Einkommen ermittelt wird, regelt sich u. a. auch nach den einkommensteuerrechtlichen Vorschriften. Die GmbH hat aber immer nur gewerbliche Einkünfte.

Für die GmbH, die nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches zur Führung von Büchern verpflichtet sind, ist der handelsrechtliche Jahresabschluss der Gewinnermittlung für die Besteuerungszwecke zugrunde zu legen (Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag).

Der Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag laut Handelsbilanz muss an die steuerlich maßgebenden Wertansätze angepasst werden (Zu- und Abrechnungsbeträge, die sich aus den bilanzsteuerrechtlichen Vorschriften ergeben).

Tipp: In den Körperschaftsteuer-Richtlinien gibt es ein ausführliches Schema zur Ermittlung des zu versteuernden Einkommens für Ihre GmbH, das Ihr Steuerberater entsprechend nutzt.

Neben der Körperschaftsteuer: zusätzliche Besteuerung beim Gesellschafter

Erhalten Sie als Gesellschafter einer GmbH eine Gewinnausschüttung (Dividende), gilt grundsätzlich die Abgeltungsteuer. Das heißt für den Gesellschafter, dass 25 % der Ausschüttung des Gewinns an Abgeltungsteuer, 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Abgeltungsteuer und ggf. Kirchensteuer vom Finanzamt „kassiert“ werden. Der GmbH-Geschäftsführer muss diese Beträge unbedingt vor Ausschüttung der Netto-Dividende an das Finanzamt abführen.

Hinweise: Der Gesellschafter muss den Gewinn dann aber nicht mehr in seiner Einkommensteuer-Erklärung angeben. Er kann die Anlage KAP aber dennoch abgeben. Gibt er keine Anlage KAP mit der Steuererklärung ab, bleibt es bei der 25%igen Abgeltungsteuer.

Ist der persönliche Steuersatz des Gesellschafters niedriger als 25 %, kann er beim Finanzamt einen Antrag auf „Günstigerprüfung“ stellen. Das Finanzamt prüft dann, ob der Gesellschafter mit der Abgeltungsteuer oder mit seinem persönlichen Steuersatz weniger Steuern zahlen muss.

Angenommen, der Gesellschafter ist zu mindestens 25 % an der GmbH, die er im Privatvermögen hält, beteiligt oder (mindestens zu einem Prozent) und gleichzeitig beruflich für die GmbH als Geschäftsführer tätig. In einem solchen Fall kann er beim Finanzamt spätestens zusammen mit der Einkommensteuer-Erklärung das Teileinkünfteverfahren für den jeweiligen Veranlagungszeitraum beantragen. Dann besteuert das Finanzamt 60 % der Gewinnausschüttung mit dem persönlichen Steuersatz des Gesellschafters und lässt aber einen etwaigen Werbungskostenabzug in Höhe von 60 % zu.


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