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Körperschaftsteuer: Steuererklärung 2015 korrekt ausfüllen (2)

Körperschaftsteuerformulare: Überblick und Anleitung zum Ausfüllen
Von Bernhard Köstler
Aktualisiert am: 07.06.2016

Wenn Sie das zu versteuernde Einkommen Ihrer GmbH selbst ermitteln und auch die GmbH-Steuererklärung 2015 selbst ausfüllen, müssen Sie ein paar wichtige Details beachten. Denn bei Ungereimtheiten in der GmbH-Steuererklärung drohen Rückfragen des Finanzamts oder schlimmstenfalls eine Betriebsprüfung.

GmbH Steuererklärung: Ausfüllhinweise zum Steuerformular KSt 1 A

Zeile 29: Nicht abziehbare Aufwendungen laut Anlage A

Insbesondere der Zeile 29 des Steuerformulars KSt 1 A und der Anlage A schenken die Sachbearbeiter der Finanzämter besondere Aufmerksamkeit. Bei Ermittlung der nicht abziehbaren sind nämlich folgende Besonderheiten zu beachten.

Steuerliche Nebenleistungen

Musste eine GmbH 2015 Zinsen auf Körperschaftsteuer oder auf Gewerbesteuer bezahlen, sind diese Zinsen wie die Steuern selbst nicht abziehbar und werden durch Erfassung in der Anlage A dem Einkommen der GmbH wieder hinzugerechnet. Bei Erstattungszinsen zur Körperschaftsteuer und zur Gewerbesteuer gelten völlig andere Vorgaben. Diese sind stets zu versteuern. In der Anlage A sind Erstattungszinsen also nicht einzutragen.

Praxis-Tipp:

Betreffen Nachzahlungszinsen Steuern, die abziehbar sind (z.B. Zinsen zur Umsatzsteuer), sind diese nicht in Anlage A zu erfassen. Das Finanzamt erwartet allerdings, dass diese Nachzahlungszinsen bei Ermittlung des Gewerbeertrags nach § 8 Nr. 1a GewStG hinzuzurechnen sind.

Pauschalsteuer nach § 37b EStG auf Geschenke

Hat eine GmbH für 2015 Aufwendungen für Geschenke, die nicht abziehbar sind, teilt die Pauschalsteuer nach § 37b EStG, die von der GmbH ans Finanzamt abgeführt wurde, das Schicksal dieser Geschenkaufwendungen. Das bedeutet im Klartext: Neben den nichtabziehbaren Geschenkaufwendungen ist in der Anlage A auch die auf diese nichtabziehbaren Geschenkaufwendungen entfallende Pauschalsteuer als nicht abziehbarer Aufwand zu behandeln.

Neue Zeiten 44a und 44b: Veräußerungskosten und nachträgliche Kaufpreisänderungen

Hat eine GmbH Anteile an einer anderen Kapitalgesellschaft verkauft, ist der Gewinn aus dieser Veräußerung nach § 8b Abs. 2 KStG zu neutralisieren. Sind für den Verkauf bereits 2014 Veräußerungskosten angefallen (z.B. Due-Diligence-Kosten, Provisionen für die Vermittlung eines Verkäufers), sind diese Veräußerungskosten in Zeile 44a einzutragen. Das hat zur Folge, dass diese Veräußerungskosten in 2015 bei Ermittlung des nach § 8b Abs. 2 KStG steuerfreien Veräußerungsgewinns erfasst werden. Korrespondierend wird der Körperschaftsteuerbescheid 2014 geändert (BMF, Schreiben v. 24.7.2015, Az. IV C 2 – S 2750-a/07/10002:002).

Beispiel:

Die XY-GmbH hat 2015 eine Beteiligung an der A-GmbH verkauft (Buchwert 100.000 Euro; Verkaufspreis 300.000 Euro). Im Zusammenhang mit dieser Veräußerung fielen bereits 2014 Due-Diligence-Kosten in Höhe von 50.000 Euro an.

Folge: Im Jahr 2015 ermittelt sich der nach § 8b Abs. 2 KStG steuerfreie Veräußerungsgewinn folgendermaßen:

Verkaufspreis 300.000 Euro
- Buchwert 100.000 Euro
- Veräußerungskosten 50.000 Euro
 = Korrektur nach § 8b Abs. 2 KStG 150.000 Euro
 + Nicht abziehbare Betriebsausgaben nach § 8b Abs. 3 Satz 1 KStG (5%) 7.500 Euro
 = Außerbilanzmäßige Abrechnung 2015 gesamt -142.500 Euro

Zusätzlich sind die bisher als Betriebsausgaben verbuchten Veräußerungskosten in Höhe von 50.000 Euro im Jahr 2014 nachträglich außerbilanzmäßig durch eine Zurechnung zu korrigieren.

In Zeile 44b tragen Sie Aufwendungen ein, die Veräußerungskosten für einen bereits stattgefundenen Verkauf von GmbH-Anteilen im Jahr 2016 darstellen. In diesem Fall werden die Veräußerungskosten bereits nach § 8b Abs. 2 KStG neutralisiert (sprich außerbilanzmäßig hinzugerechnet).

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