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Körperschaftsteuer: Steuererklärung 2015 korrekt ausfüllen (3)

Körperschaftsteuerformulare: Überblick und Anleitung zum Ausfüllen
Von Bernhard Köstler
Aktualisiert am: 15.06.2016

Beim Ausfüllen der Körperschaftsteuererklärung 2015 sind wieder einige Besonderheiten zu beachten und es gibt neue Zeilen in den verschiedenen Steuerformularen, denen die Sachbearbeiter in den Finanzämtern besondere Aufmerksamkeit schenken werden. Stichwort: Plausibilitätsprüfung.

Ist eine GmbH oder eine AG an einer anderen Kapitalgesellschaft beteiligt, müssen Sie neben dem Hauptvordruck zur Körperschaftsteuererklärung auch die Anlage B ausfüllen. Hierbei ist Folgendes zu beachten:

  • Zeilen 1 bis 10: In den Zeilen 1 bis 10 geben Sie in 2015 bezogene Dividenden und Gewinnausschüttungen der Kapitalgesellschaften an die GmbH oder AG an.
  • Zeilen 11 bis 13: Hier sind Gewinne aus dem Verkauf von Anteilen an Kapitalgesellschaften einzutragen. Wichtig: Bei Ermittlung des Gewinns müssen Sie angefallene Veräußerungskosten (z.B. Due-Diligence-Kosten, Vermittlungsprovision) und zusätzlich werden nach § 8b Abs. 3 Satz 1 KStG weitere 5% als nicht abziehbare Betriebsausgaben behandelt (Zeile 13 der Anlage B).
  • Zeile 14: Haben Sie Darlehen oder Forderungen gegenüber Kapitalgesellschaften, an denen Sie mehr als 25% beteiligt sind, wertberichtigt, abgeschrieben oder erlassen, müssen Sie diese Beträge hier angeben. Diese Gewinnminderungen sind dem zu versteuernden Einkommen der GmbH oder AG nach § 8 Abs. 3 Satz 4 ff. KStG wieder hinzuzurechnen.

Praxis-Tipp:

Bei der Ermittlung von Sachverhalten nach § 8b KStG, die in Anlage B erfasst und zu Hinzu- oder Abrechnungen beim zu versteuernden Einkommen führen, empfiehlt es sich, die Berechnung der eingetragenen Beträge detailliert schriftlich mitzuteilen. Andernfalls wird das Finanzamt die Berechnungen anfordern.

Körperschaftsteuererklärung: Neues Steuerformular AESt

Bisher mussten Sie den Abzug bzw. die Anrechnung ausländischer Steuern in den Abschnitten A und C der Anlage AE erklären. In dem Steuerformular AE zur Körperschaftsteuererklärung 2015 werden Sie dazu aber nichts mehr finden. Hintergrund ist ein neues Steuerformular für 2015, die so genannte Anlage AESt. Mussten Sie also 2015 in einem ausländischen Staat Steuern bezahlen, müssen Sie den Abzug bzw. die Anrechnung in dieser neuen Anlage AESt beantragen.

Körperschaftsteuererklärung: Neue Zeile in Anlage OG für Organgesellschaften

Ist die GmbH oder AG, für die Sie die Körperschaftsteuererklärung 2015 ausfüllen, eine Organgesellschaft im Rahmen einer körperschaftsteuerlichen Organschaft, müssen Sie in der Anlage OG die neuen Zeilen 21a und 21b beachten. Die Angaben, die Sie dort machen, gehen in die so genannte gesonderte und einheitliche Feststellung des Einlagekontos nach § 14 Abs. 5 KStG ein. Einzutragen sind in diese Zeilen Mehr- und Minderabführungen, die ihre Ursache in organschaftlicher Zeit haben (§ 14 Abs. 4 KStG).

Körperschaftsteuererklärung: Anlage WA – vorzulegende Verträge

Bei vertraglichen Vereinbarungen zwischen der GmbH oder AG und ihren Anteilseignern und diesen nahestehenden Personen prüft das Finanzamt meist sehr genau, ob diese Vereinbarungen dem Fremdvergleich standhalt oder ob gegebenenfalls eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt. Angaben zu solchen Vereinbarungen müssen Sie in der Körperschaftsteuererklärung den Zeilen 28 bis 32 der Anlage WA machen.

Eine unaufgeforderte Erklärungspflicht besteht 2015 nur noch für folgende Vereinbarungen bzw. Verträge:

  • Anstellungsverträge
  • Mietverträge
  • Darlehensverträge
  • Pensionszusagen

Bei anderen Verträgen (z.B. bei Kaufverträgen) behält sich das Finanzamt weiterhin vor, diese anzufordern.

Praxis-Tipp:

Auch hier gilt. Je offener Sie sind, desto geringer ist das Misstrauen des Finanzamts. Mit anderen Worten: Hat ein Anteilseigner neben den verpflichtend vorzulegenden Verträgen weitere Vereinbarungen mit der GmbH oder der AG getroffen, sollten Sie diese Verträge freiwillig dem Finanzamt zusenden. Das signalisiert Transparenz und dass Sie sich sicher sind, dass die Vereinbarungen fremdüblich sind.


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