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Konflikte in der Geschäftsführung: vorbeugen, erkennen, lösen

Konfliktbewältigung zwischen Gesellschafter-Geschäftsführern in der GmbH
Von Lothar Volkelt
Aktualisiert am: 17.08.2015

In kleinen und mittelgroßen GmbHs mit mehreren Gesellschaftern bzw. Gesellschafter-Geschäftsführern kommt es durchschnittlich alle zwei Jahre zu Interessengegensätzen und Konflikten zwischen den beteiligten Personen. Konflikte in der Geschäftsführung schaden der ganzen Firma. Lesen Sie, wie Konflikte im besten Fall erst gar nicht auftreten und im Fall der Fälle der Interessenkonflikt zielstrebig geklärt wird und der wirtschaftliche Bestand der GmbH gesichert werden kann.

Wo gibt es bei GmbHs die meisten Konflikte?

Besonders anfällig für Konflikte sind Zwei-Personen-GmbHs. Das liegt auf der Hand: Ist man sich nicht mehr einig, geht zwar das Tagesgeschäft weiter.

In wichtigen Entscheidungen, etwa zur Strategie für die Zukunft, kommt man jedoch nicht zusammen. In Zweipersonen-GmbHs kommt es erfahrungsgemäß alle 2 Jahre zu Konflikten zwischen den beteiligten (Gesellschafter-)Geschäftsführern, die mehr als "übliche Meinungsverschiedenheiten" sind. Die häufigsten Streitpunkte sind:

  • unterschiedliche Arbeitsstile,
  • unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft des Unternehmens,
  • Konflikte über Nebentätigkeiten und konkurrierende geschäftliche Aktivitäten,
  • unterschiedlicher Umgang mit Geld und/oder dem Vermögen der GmbH.

Praxis-Beispiel: Der Gesellschafter und Geschäftsführer A versichert mündlich, dass er sich um die Erfüllung der steuerlichen Angelegenheiten der GmbH kümmert. Jahre später stellen sich grobe Pflichtverletzungen heraus. Da keine rechtsverbindliche Ressortverteilung beschlossen wurde, haftet auch der Mit-Gesellschafter-Geschäftsführer B für die Steuerfehlbeträge persönlich. B kann A für diese Pflichtverletzung nicht in die Haftung nehmen. In dieser Konstellation gibt es keinen funktionierenden Mechanismus für Lösungen. So ist eine Abberufung eines Geschäftsführers nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Erst wenn ein Gericht den Abberufungsbeschluss bestätigt hat, ist dieser wirksam und kann umgesetzt werden. Bis dahin – und das kann dauern – hat der nicht-einsichtige Mit-Geschäftsführer weiter Zugriff auf das GmbH-Vermögen und kann nachhaltigen Schaden anrichten.

So können Sie Konflikte in GmbHs vorbeugen

Welche Regelungen finden sich im GmbH-Gesellschaftsvertrag?

Prüfen Sie im Gesellschaftsvertrag der GmbH die Vereinbarungen zu folgenden Punkten:

  • Dauer der Gesellschaft
  • Kündigung und Ausscheiden eines Gesellschafters
  • Übertragung von Geschäftsanteilen
  • Einziehung eines GmbH-Anteils
  • Abfindung für den ausscheidenden Gesellschafter.

In guten Vertragswerken sind hier dynamische Regelungen vorgesehen, die im Falle zerstrittener Gesellschafter greifen. Typisch sind langfristige Kündigungsregelungen (1/2 Jahr zum Jahresende), verbunden mit Regelungen zum Fortbestehen der Gesellschaft und Vereinbarungen zur Ermittlung der Höhe der Abfindung inkl. Zahlungsmodalitäten.

Wollen die Geschäftspartner eine GmbH gleichberechtigt führen, sollten sie zumindest diese Vorkehrungen treffen:

  • Vereinbarung einer Kündigungsklausel, und zwar entweder mit Auflösungs- oder mit Fortsetzungsoption, je nach Fall und Branche: Wurde z. B. mit einem Zulieferer ein Großauftrag abgeschlossen, sollte die GmbH beibehalten bleiben – also eine Fortsetzungsoption für den verbleibenden Gesellschafter vereinbart werden.
  • Vereinbarung eines Schiedsrichters für Konfliktfälle: Auf den sollten sich die Beteiligten vorab einigen (Steuerberater, Anwalt, Mediator), oder dieser wird per Vereinbarung von der IHK eingesetzt.
  • Vereinbarung einer zusätzlichen Geschäftsordnung: Darin werden Rechte und Pflichten formal vorgegeben, sodass beide Gesellschafter-Geschäftsführer genau wissen, wie sie korrekt vorzugehen haben.
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