Mitarbeiter: Konflikte erkennen und erfolgreich lösen /fileadmin/_processed_/7/3/csm_Konflikte_Kollegen_3a6bd54b40.jpg 2016-05-25 Lexware

Mitarbeiter: Konflikte erkennen und erfolgreich lösen

Chefin kritisiert ihre Kollegin
Von Lexware-Redaktion
Aktualisiert am: 25.05.2016

Konflikte sind Herausforderungen im Alltag und der erste Schritt zur Lösung besteht darin, sich dieser Herausforderung zu stellen, und ihr nicht aus dem Weg zu gehen. Schnell neigt man aber in Konflikt- und Streitsituationen dazu, den anderen zu beschuldigen und ihn persönlich anzugreifen. Manchmal reicht dann ein einziges falsches Wort, um einen eher harmlos begonnenen Streit eskalieren zu lassen. Die Folge im unternehmerischen Alltag: Kontaktabbruch und der Verlust von guten Kunden, Kollegen oder Mitarbeitern.

Konflikte erfolgreich meistern

Zwischenmenschliche Beziehungen, egal, ob privat oder im Geschäftsalltag, sind nicht immer einfach, vor allem, wenn man unterschiedlicher Meinung ist. Mit ein paar einfachen Kommunikationsregeln lassen sich jedoch die meisten Konfliktsituationen meistern.

Regel-Katalog zur konfliktfreien Kommunikation

Regel 1: Konflikte frühzeitig erkennen und Streit vermeiden

Konflikte gären manchmal vor sich hin. Und wenn man ihnen keine Beachtung schenkt, droht möglicherweise ein größerer Streit mit Folgen. Konflikten daher nicht aus dem Weg gehen und sie in einem ruhigen Moment ansprechen. Aber: kein Gespräch erzwingen, den anderen fragen, ob er Zeit hat.

Regel 2: Sich Zeit lassen

Nicht immer muss jeder Konflikt sofort gelöst werden. Manche Menschen neigen jedoch zur Harmoniesucht und wollen Konflikte um jeden Preis sofort lösen. Die Folge: der andere stimmt entweder widerwillig zu und macht zu viele Kompromisse, die er möglicherweise später bereut. Oder ein Streit eskaliert. Daher: sich Zeit nehmen, die richtige Situation und den richtigen Ort wählen, um Meinungsverschiedenheiten zu klären. PS: E-Mail oder SMS sind keine Lösung und führen zu weiteren Missverständnissen.

Regel 3: Ruhig atmen und entspannen

Wenn Menschen wütend sind, neigen sie dazu, schneller zu atmen. Auf eine ruhige Tiefenatmung durch den Bauch achten. Es entspannt, die Stimme wird ruhiger und die Gesichtszüge sanfter. Den Effekt kann man als „cooling down“ bezeichnen.

Regel 4: Den Anderen ausreden lassen und zuhören

Die wichtigste Regel: dem Anderen zuhören. Möglicherweise steckt viel mehr dahinter, als der Andere sagt. Nicht ins Wort fallen – auch wenn der Andere unrecht hat oder einem Vorwürfe macht. Manchmal ist schweigen eben doch Gold. Doch nur zu schweigen kann andere Menschen erst recht in Rage bringen.

Regel 5: Den Anderen nicht persönlich angreifen oder ihm Vorwürfe machen

Der häufigste Kommunikationsfehler, den Menschen in Konfliktsituationen begehen: sie beschuldigen den Anderen, greifen ihn persönlich an: „Du bist schuld, weil ….“, „Du hast vergessen, dass …“, „Du hast nur an Dich selbst gedacht“, „Du bist unfähig, diese Aufgabe zu meistern“. So droht jeder Streit, zu eskalieren. Oder führt zu einer nicht endenden – oft sinnlosen – Diskussion mit gegenseitigen Vorwürfen.

Regel 6: Bei sich selbst bleiben

Statt dem Gesprächspartner Vorwürfe zu machen, bei sich selbst bleiben und die eigenen Bedürfnisse nennen, was einen selber stört, behindert, nicht hilft, verletzt oder Probleme bereitet. „Ich bin mit diesem Projektverlauf nicht zufrieden, weil ich so meine Arbeit nicht vernünftig machen kann“, „Ich warte immer 60 Tage auf die Begleichung meiner Rechnung, gebe aber meine Ergebnisse immer pünktlich ab“.

Regel 7: Lösung anstreben

Ziel jeder Konfliktsituation: eine Lösung anstreben. Streitsüchtige Menschen neigen eher weniger dazu, sie können einem das Leben schwer machen. Immer versuchen, eine Lösung anzustreben, mit der alle Beteiligten leben können. Keine zu hohen Forderungen oder Bedingungen stellen. Aber: Lösungen nicht um jeden Preis erzwingen. Vor allem, wenn der Konflikt nicht oder nur teilweise gelöst wurde. Für Streitsüchtige ist allerdings die Lösung selbst das Problem. Ebenso für machthungrige, rechthaberische Menschen. In solchen Fällen hilft es nur, eigene Grenzen zu ziehen und zu benennen – und im Notfall sogar der Kontaktabbruch.


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