Mitarbeiterbindung: So stellen Sie sicher, dass wertvolle Mitarbeiter im Unternehmen bleiben /fileadmin/_processed_/5/3/csm_iStock_000020750631XSmall_6a57124b10.jpg 2015-09-01 Lexware

Mitarbeiterbindung: So stellen Sie sicher, dass wertvolle Mitarbeiter im Unternehmen bleiben

So bleiben wichtige Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen
Von Birgit Bohnert
Aktualisiert am: 01.09.2015

Mitarbeiterbindung ist vor allem für kleine Betriebe ein wichtiges Thema. Denn schon der Verlust eines einzigen langjährigen Mitarbeiters kann unabsehbare Folgen haben, wenn mit ihm zentrales Wissen oder gute Kontakte das Unternehmen verlassen. Die beste Lösung lautet: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter zufrieden sind. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen einige Instrumente zur Mitarbeiterbindung vor und analysieren ihre Vor- und Nachteile.

Fühlt sich Ihr Mitarbeiter mit Ihrem Unternehmen verbunden, ist er zufrieden und wird kaum Interesse haben, den Arbeitsplatz zu wechseln. Er arbeitet gerne und engagiert bei Ihnen und Sie können auch in schwierigeren Zeiten auf ihn zählen. Wenn Sie sich diesem Zusammenhang stets bewusst sind, haben Sie eine gute Basis und entwickeln ein Gespür dafür, wie Sie in Sachen Mitarbeiterbindung erfolgreich sind.

Instrumente der Mitarbeiterbindung

Um die Mitarbeiterbindung zu erhöhen, stehen Ihnen zahlreiche Instrumente zur Verfügung. Diese betreffen im Wesentlichen folgende Bereiche:

  • Vergütung und Arbeitsbedingungen
  • Förderung und Entwicklungschancen
  • Führung und Unternehmenskultur
  • Arbeitsumfeld und Betriebsklima
  • Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben
  • Gesundheit und Arbeitsschutz
  • Allgemeine Attraktivität des Betriebs als Arbeitgeber

Die Vergütung: Wichtig, aber für die Mitarbeiterbindung nicht unbedingt zentral

Zahlreiche Untersuchungen haben ergeben, dass die Höhe von Lohn oder Gehalt zwar ein wichtiger, aber nicht der zentral ausschlaggebende Faktor für die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist. Häufig können gerade kleine und mittlere Betriebe mit anderen Maßnahmen eine nachhaltigere Mitarbeiterbindung erzielen. Trotzdem spricht natürlich einiges dafür, Ihren Mitarbeitern durch attraktive Zusatzleistungen auch das Gefühl monetärer Wertschätzung zu geben. Je nach Betrieb bieten sich dafür zahlreiche Möglichkeiten an, die für Sie nicht unbedingt teuer sein müssen:

  • Private Nutzung ohnehin vorhandener Dienstfahrzeuge, Notebooks oder anderer, auch branchenspezifischer Gegenstände des Betriebs (Werkzeuge etc.)
  • Prämien
  • Vermögenswirksame Leistungen
  • Fahrtkostenzuschüsse
  • Personalrabatte auf Produkte oder Dienstleistungen (für eigene, aber ggf. auch für Produkte von Partnerunternehmen)
  • Weitergabe von Einkaufskonditionen an die Mitarbeiter
  • Zusätzliche Unfallversicherung

Gehaltserhöhungen oder dauerhafte finanzielle Anreize sprechen zwar fast jeden Mitarbeiter an – sie haben aber auch den Nachteil, dass sich sehr schnell ein gewisser Gewöhnungseffekt einstellt. Hier einige Ideen für geeignete Alternativen:

  • Benzin- oder Warengutscheine
  • Kostenlose Getränke, eine immer gut gefüllte Obstschale
  • Betriebsausflüge (Kino, OpenAir)
  • Einmalige Sonderzahlung

Tipp: Gleichzeitig Steuern sparen
Besprechen Sie Ihre Idee mit einem Steuerfachmann. Viele Leistungen sind, wenn Sie die Vorgaben beachten, steuerbegünstigt oder sogar steuerfrei bzw. als Betriebsausgaben absetzbar.

Interessante Aufgaben stärken die Mitarbeiterbindung

Bieten Sie Ihren Mitarbeitern Entwicklungschancen. Bestärken Sie Ihre Mitarbeiter ggf. in ihrem Wunsch nach Weiterbildung. Kann Ihr Betrieb von einer Fortbildung, z. B. der Meisterprüfung, profitieren, denken Sie über eine finanzielle Unterstützung nach. Vereinbaren Sie eine Rückzahlung der übernommenen Kosten für den Fall, dass Ihr Mitarbeiter den Betrieb vorzeitig verlassen sollte – auch das ist eine Maßnahme zur Mitarbeiterbindung und signalisiert, positiv kommuniziert, die Wertschätzung und das Vertrauen in die Fähigkeiten des betreffenden Mitarbeiters. Ein weiterer wichtiger Punkt: Machen Sie die Arbeit interessant. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter

  • Qualifikationen und Fähigkeiten einsetzen können,
  • auch herausfordernde Aufgaben wahrnehmen dürfen,
  • eigenverantwortlich arbeiten können,
  • in Entscheidungen einbezogen werden.

Achtung: Stärken und Schwächen berücksichtigen
Denken Sie daran, dass Ihre Mitarbeiter unterschiedliche Stärken und Schwächen haben. Mancher zieht es vielleicht auch vor, keine Verantwortung tragen zu müssen.

Führungsstärke ist ein wichtiger Aspekt der Mitarbeiterbindung

Wenn Ihre Mitarbeiter gerne in Ihrem Betrieb arbeiten sollen, ist Ihre Führungsstärke gefragt. Das bedeutet beispielsweise:

  • Aufgaben, Pflichten und Verantwortung sind eindeutig geregelt.
  • Ihre Aussagen und Entscheidungen sind verlässlich.
  • Notwendige Kritik erfolgt konstruktiv.
  • Sie erkennen die Leistungen Ihrer Mitarbeiter an und zeigen, dass Sie ihre Arbeit schätzen.
  • Ihre Mitarbeiter kennen ihren Anteil am Erfolg des Unternehmens und respektieren Sie aufgrund Ihrer Fähigkeiten.

Seien Sie ansprechbar für Ihre Mitarbeiter. Kommt jemand ungelegen, sagen Sie, dass Sie den Kopf gerade nicht frei haben, aber vereinbaren Sie gleich einen späteren Termin.

Mitarbeiterbindung braucht Vertrauen

Pflegen Sie einen offenen Umgang miteinander. Gehen Sie auf Ihre Mitarbeiter zu und nehmen Sie ggf. auch Anteil an privaten Nöten. Interessieren Sie sich auch für den Menschen in Ihrem Mitarbeiter. Mischen Sie sich in Mitarbeiter-Konflikte ein und erarbeiten Sie gemeinsam Lösungsvorschläge. Als Kleinunternehmer haben Sie den großen Vorteil, jeden Mitarbeiter persönlich zu kennen. Sie benötigen keine umfangreiche, schriftliche Mitarbeiterbefragung, um die Anliegen und Wünsche Ihrer Mitarbeiter zu erfahren – auch wenn so eine reflektierte Befragung manchmal hilfreich sein kann, um ein Meinungsbild zu bestimmten Themen zu erhalten. Setzen Sie sich regelmäßig zusammen und reden Sie offen miteinander. Fragen Sie sie, ob sie zufrieden sind und was sie anders haben möchten. Sagen Sie ihnen auch, was Ihnen gefällt und was nicht. Überlegen Sie gemeinsam, was Sie verbessern können.

Ein gutes Arbeitsklima ist eine wichtige Basis

Sorgen Sie für angenehme Arbeitsbedingungen und ein gutes Betriebsklima. Das erreichen Sie z. B. durch

  • die bedarfsgerechte und ansprechende Gestaltung der Arbeitsräume und Arbeitsplätze,
  • gute technische Voraussetzungen für die jeweilige Arbeit,
  • soweit möglich flexible Arbeitszeiten,
  • das Vermeiden bzw. Reduzieren von Überstunden,
  • Betriebsveranstaltungen.

Halten Sie Kontakt zu Mitarbeitern, die sich in Elternzeit http://www.lexware.de/schlagwort/elternzeitbefinden oder längere Zeit arbeitsunfähig erkrankt sind.

Mitarbeiterbindung sollte auf den Betrieb zugeschnitten sein

Nicht jedes Instrument der Mitarbeiterbindung funktioniert in jedem Betrieb. Was in Großunternehmen üblich ist – z. B. Beteiligungen am Unternehmenskapital durch Aktien – ist in kleinen Betrieben nicht möglich. Welche Maßnahmen für Ihren Betrieb bzw. Ihre Mitarbeiter geeignet sind, hängt von der Betriebsgröße, der Branche und der Mitarbeiterstruktur ab. Alter, Familienverhältnisse, Interessen sind unterschiedlich und ändern sich. Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern über eventuelle Vorhaben. Vielleicht erhalten Sie dadurch ganz neue Anregungen.

Praxisbeispiel: Ungewollte Verpflichtung?

Sachverhalt: Ein Unternehmer hatte die außergewöhnliche Leistung seiner Mitarbeiter jahrelang durch eine Sonderzahlung am Jahresende belohnt. Als notwendige, teure Investitionen fällig werden, sieht er sich dazu nicht mehr in der Lage und sieht gezwungenermaßen von einer Zahlung ab. Als er seinem Freund davon erzählt, meint dieser, das funktioniere so nicht. Wenn eine Sonderzahlung mehrfach erfolgt sei, könne er nicht einfach damit aufhören. Hat er Recht?

Lösung: Das kommt darauf an: Wenn eine Leistung mehrfach erfolgt, kann eine sogenannte betriebliche Übung entstehen. Das heißt, der Unternehmer verpflichtet sich - ob er will oder nicht - z. B. zu der jährlichen Sonderzahlung. Weil sie regelmäßig und mehrfach erfolgt ist, dürfen seine Mitarbeiter darauf vertrauen und verlangen, dass es genau so weitergeht. Der Unternehmer kann aber verhindern, dass eine Verpflichtung entsteht. Dazu muss er bei jeder Zahlung ausdrücklich erklären, dass auch bei mehrfacher Gewährung kein Rechtsanspruch für die Zukunft entsteht.

Achtung:  Einmal verpflichtet, immer verpflichtet
Eine „betriebliche Übung“ können Sie nur ausschließen, wenn Sie einen Rechtsanspruch von vornherein ausschließen. Der einmal entstandene Rechtsanspruch kann später kaum mehr beseitigt werden.

Nehmen Sie die Lohnabrechnung selbst in die Hand

Mit dem Einsteigerpaket Lexware lohn+gehalt plus


Bewerten Sie diesen Artikel:
(0)
0 0 1 5