Pensionszusage des GmbH-Geschäftsführers: Finanzamt prüft genau /fileadmin/_processed_/2/6/csm_Personsionzusage_GEschaeftsfuehrer_f6c9e40001.png 2015-08-20 Lexware

Pensionszusage des GmbH-Geschäftsführers: Finanzamt prüft genau

Prüfung der Pensionszusage durch die Finanzämter: Das müssen Sie beachten
Von Lothar Volkelt
Aktualisiert am: 20.08.2015

Gesellschafter-Geschäftsführer, für die eine Pensionszusage abgeschlossen ist, müssen in Zukunft bei Änderungen oder Anpassungen der Zusage besonders aufpassen. Der Grund: Einige Finanzämter prüfen dann rückwirkend, ob die Pensionszusage angemessen war und alle steuerlichen Voraussetzungen korrekt erfüllt wurden.

Prüfungsanlässe des Finanzamts

Wer muss mit einer Prüfung der Pensionszusage rechnen?

  1. Gesellschafter-Geschäftsführer, die ihre Pensionszusage anpassen (z. B. von 60 % auf 75 % der zuletzt bezogenen Vergütung) oder

  2. Gesellschafter-Geschäftsführer, die ihre Minderheitsbeteiligung an der GmbH zu einer Mehrheitsbeteiligung aufstocken wollen.So wurde jetzt bekannt, dass manche Finanzämter prüfen, ob die Voraussetzungen für die steuerliche Anerkennung der Pensionsrückstellung über den gesamten Zeitraum vorlagen.

Beispiel: Die Pensionszusage wurde 1993 auf das 60ste Lebensjahr vereinbart. Jetzt stellt das Finanzamt dazu fest: „Die Pensionszusage muss mindestens auf das 65ste (66/67) Lebensjahr abgeschlossen sein.“ Ergebnis: Ein Teil der Pensionsrückstellung muss für den gesamten Zeitraum, also bis 1993, aufgelöst und nachträglich versteuert werden.

Dass das ganz schön ins Geld gehen kann, musste jetzt ein Geschäftsführer-Kollege aus Köln feststellen, der mehrere tausend EUR Körperschaft- und Gewerbesteuer für die GmbH nachzahlen sollte. Aber so einfach geht es nicht. Die Richter des Finanzgerichts (FG) Köln stellen dazu fest: „Für die Anerkennung der Pensionsrückstellung kommt es auf die Verhältnisse zum Abschluss des Versorgungsvertrages an“ (FG Köln, Urteil vom 6.9.2012, 10 K 1645/11).

Fazit: Bei Änderungen der Pensionszusage ist das Finanzamt lediglich berechtigt, die steuerliche Bewertung für die Zukunft neu vorzunehmen. Eine rückwirkende Neubewertung ist nicht zulässig. Die harte Linie einzelner Finanzämter ist noch nicht endgültig vom Tisch. Die Finanzbehörden haben Revision eingelegt. Der Bundesfinanzhof (BFH) muss also abschließend entscheiden (Aktenzeichen des anhängigen Verfahren: I R 72/12). Wir gehen aber davon aus, dass der BFH das FG-Urteil bestätigt. Es gilt der Bestandsschutz für den Steuerzahler, wonach Rückwirkungen nur in Ausnahmefällen zulässig sind.

Praxistipp: Wenn Sie Ihre Pensionszusage ändern wollen (Erhöhung der Leistung, Alter des Anspruchsberechtigten, Einbeziehung von Familienmitgliedern nach einer Eheschließung mit Kindern usw.) sollten Sie vorab mit dem Steuerberater besprechen, was möglich und steuerlich zulässig ist.

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