Richtig organisieren: So sind Sie als Kleinunternehmer erfolgreich! /fileadmin/_processed_/d/7/csm_richtig-organisieren-so-sind-sie-als-kleinunternehmer-erfolgreich_50c57960c4.png 2017-08-01 Lexware

Richtig organisieren: So sind Sie als Kleinunternehmer erfolgreich!

Strategien und Instrumente für erfolgreiche Kleinunternehmensführung
Von Dr. Manfred Buchner
Aktualisiert am: 01.08.2017

In Kleinunternehmen ist der Chef oft Mädchen für alles: Unternehmensziele festlegen, Strategien entwerfen, Vertriebs- und Personalentscheidungen treffen - nichts geht ohne ihn. Als Chef brauchen Sie gute Nerven und die Fähigkeiten eines Allrounders, denn Sie sollten stets den Überblick über die Organisationsstruktur in Ihrem Kleinunternehmen behalten. Das ist nicht immer einfach. Die gute Nachricht: Es gibt Strategien und Instrumente, mit denen Sie richtig organisieren und sich die Unternehmensführung erheblich erleichtern.

Strategie, Unternehmensstruktur und richtige Organisation

Zum richtigen Organisieren sollten Sie zunächst einmal zwischen unbedingten Chefaufgaben und Aufgaben, die Sie delegieren und dann überwachen können, unterscheiden. Welche das sind, ist von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich. Das ist abhängig von Faktoren wie Branche, Produktpalette, Unternehmensgröße oder Unternehmensstruktur. Grundsätzlich lassen sich aber zwei Aufgabengruppen unterscheiden:

Zu den langfristigen Aufgaben der Chefaufgaben zählen die Entwicklung, Vorgabe und Durchsetzung der Unternehmensziele, die Formulierung einer Strategie und die Planung ihrer Umsetzung sowie die Schaffung und Erhaltung einer geeigneten Organisationsstruktur fürs Kleinunternehmen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie soll mein Unternehmen in den kommenden Jahren aussehen? Diese Aufgaben sind in der Regel unbedingte Chefaufgaben und erfordern – wenn sie delegiert werden – eine genaue Kontrolle. Schließlich stellen Sie hier die Weichen für die Zukunft Ihres Unternehmens.

Operative Aufgaben richtig organisiseren

Zu den Chefaufgaben im Unternehmensalltag gehören u. a.:

  • Führung der Mitarbeiter,
  • Kontakte zu wichtigen Kunden und Lieferanten,
  • Entscheidungen über Investitionen,
  • Finanzierungen,
  • Gespräche mit Banken,
  • Überblick über die Auftragslage, die Gewinnentwicklung und die Finanzen.

Wenn Sie hier alles richtig organisieren, erleichtern Sie sich das operative Tagesgeschäft enorm.

Richtig organisieren mit Selbstmanagement

Vor allem in Klein- und Kleinstbetrieben ist der Firmenchef in der Regel auch der Eigentümer. Er trägt das allgemeine Unternehmensrisiko, das mit der Gefahr des Verlusts von persönlichem Vermögen verbunden ist. Der Betrieb ist in der Regel seine Lebensaufgabe, es verschmelzen persönliche und Firmenziele. Im geschäftlichen Alltag herrscht meist Zeitdruck, das Tagesgeschäft beansprucht die verfügbare Zeit, dem Chef droht Überlastung. In der Folge werden wichtige Chefaufgaben der Unternehmensführung – wie die Strategieentwicklung oder die Beachtung von kritischen Erfolgssignalen – häufig vernachlässigt. Hier gehört zum richtigen Organisieren unbedingt ein gutes Selbstmanagement. Dazu sammelt man die Chefaufgaben, die im Laufe eines Jahres anstehen, auf einer Checkliste und notiert die dafür nötigen Aktivitäten. Zum Beispiel der Besuch eines Top-Kunden mit Besprechung von weiteren Aufträgen. Dann müssen Sie den Zeitaufwand für den Vorgang schätzen. Weil in der Unternehmensführung meist mehr Aufgaben anfallen, als Sie bewältigen können, müssen Sie Prioritäten setzen – oder gezielt delegieren. Wichtig ist: zurückgestellte Aufgaben sollten nicht vergessen werden, denn auch sie sind wichtig.

Tipp: Wenn Sie merken, dass Sie eine Aufgabe nicht mehr bewältigen können, ist es besser, sie zu delegieren, als sie nicht anzugehen. Viele Mitarbeiter erweisen sich als leistungsbereiter, wenn man ihnen Verantwortung in der Unternehmensführung überträgt und ihnen zutraut, die Unternehmensziele zu erfüllen. Ist Ihre Auswahl sorgfältig, erledigt Ihr Mitarbeiter die Aufgabe eventuell sogar besser, als Sie es unter Zeitdruck gekonnt hätten. Fazit: Richtig organisieren ist ohne Delegieren nicht möglich.

Führung und Unternehmensstruktur im Kleinunternehmen

Führung hat eine persönliche und eine fachliche Seite. In personeller Hinsicht delegiert der Firmenchef die Arbeit an seine Mitarbeiter und kontrolliert ihre Erfüllung. Um diese Aufgabe erfolgreich zu erledigen, sind Fähigkeiten wie Kommunikations- und Teamfähigkeit, Delegationsfähigkeit und freundlicher Umgang mit den Mitarbeitern wichtige Voraussetzungen. Zur fachlichen Seite gehören Grundkenntnisse in kaufmännischen und juristischen Themen. Bei Produktions- und Handwerksbetrieben kommen technische Kenntnisse hinzu. Zu den Themengebieten, in denen jeder Unternehmer über ein Basiswissen verfügen sollte, gehören:

  • Planung und Organisationsstruktur im Kleinunternehmen
    Hierzu gehören die Planung des Leistungsprogramms und die Organisation der Geschäftsprozesse in sämtlichen Bereichen.
  • Personalwirtschaft
    Als Unternehmer sollten Sie über ein Grundwissen im Arbeits- und Sozialrecht verfügen. Das ist wichtig bei der Einstellung eines Mitarbeiters, beim Abschluss des Arbeitsvertrags und v. a. bei der Kündigung eines Mitarbeiters.
  • Rechnungswesen, Steuern, Recht
    Für diese Bereiche sind in der Regel Mitarbeiter oder externe Berater im Einsatz. Als Firmenchef übernehmen Sie aber meist eine Steuerungsfunktion. Deshalb sollten Sie auch hier über Grundkenntnisse z. B. der Steuerarten (Einkommensteuer, Lohnsteuer, Umsatzsteuer etc.), des Vertrags-, Handels- und Wettbewerbsrechts verfügen.
  • Investition und Finanzierung
    Entscheidungen über Investition und ihre Finanzierung sind wichtige Aufgaben der Unternehmensführung. Dazu gehört auch der persönliche Kontakt zur Bank.

Richtig organisieren durch klare Prioritäten


Die Chefaufgaben sind vielfältig und anspruchsvoll. Folgende vier Regeln zum richtigen Organisieren können Ihnen die Unternehmensführung aber erheblich erleichtern:

  • Menschen vor Sachen. Entscheidungen werden in der Regel unter sachlichen Gesichtspunkten gefällt. Oft sind davon allerdings Personen betroffen. An diese Seite sollte der Chef denken. 
  • Gewinn vor Umsatz. Vergessen Sie nicht die Aufwendungen, die mit dem Umsatz verbunden sind. Eine Steigerung des Umsatzes ist wünschenswert, allerdings nicht zu jedem Preis. Unternehmensziel muss es immer sein, Gewinn zu erwirtschaften. Verzichten Sie lieber auf Wachstum, wenn das Ihren Gewinn dauerhaft senkt.
  • Liquidität vor Rentabilität. Wer die Finanzen vergisst, gerät schnell in eine Liquiditätsfalle. Dann drohen Zahlungsunfähigkeit oder sogar der schnelle Konkurs. Im Zweifel sollten Sie also ein Geschäft mit hoher Zahlungssicherheit (und normaler Rendite) einem Auftrag mit hoher Rendite (und höherem Zahlungsrisiko) vorziehen.
  • Bestandssicherung vor Expansion. Wer zu schnell wächst, bekommt die Rechnung oft durch ebenfalls schnell wachsende Folgekosten serviert. Wachstum ist ein Unternehmensziel - aber nicht zu jedem Preis. Kritisch wird es auch dann, wenn Ihre Organisationsstrukturen oder Kapazitäten in der Unternehmensführung nicht mit dem Unternehmenswachstum Schritt halten oder gar zusammenbrechen (z. B. Versand- oder Produktionslogistik).
Jetzt für den Gratis-Newsletter anmelden!
Alles Wichtige zu Buchhaltung & Finanzen, Mitarbeiter & Gehalt, Marketing & Vertrieb u.v.m.
Gratis-Newsletter für Ihren Business-Erfolg!

Aktuelle Beiträge, Praxis-Tipps und Werkzeuge zu kaufmännischen Themen


Bewerten Sie diesen Artikel:
(0)
0 0 1 5