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Sozialversicherung und Lohnsteuer 2017: Das ist neu

Sozialversicherung und Lohnsteuer 2017
Von Britta Schwalm
Aktualisiert am: 06.06.2017

Das Jahr 2017 bringt einige Neuerungen im Bereich der Sozialversicherung und der Lohnsteuer. Insbesondere die Beitragsbemessungsgrenzen und Jahresarbeitsentgeltgrenzen steigen, und damit auch die Kosten für Ihr Unternehmen. Die wichtigsten Neuregelungen sollten Sie stets parat haben, um in Sachen Personalkosten keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Wir haben die wichtigsten sozialversicherungsrechtlichen und lohnsteuerlichen Änderungen für Sie zusammengefasst.

Neue Rechengrößen in der Sozialversicherung

Seit dem 1.1.2015 gibt es die einkommensabhängigen Zusatzbeiträge, die die Krankenkassen festlegen. Sie werden vom Arbeitnehmer allein getragen. Der Arbeitgeberanteil ist bei 7,3 % gesetzlich festgeschrieben. Der Grundbeitragssatz für den Arbeitnehmer beträgt ebenfalls 7,3 %. Hinzu kommt für den Mitarbeiter evtl. - je nach Festlegung der Krankenversicherung - ein einkommensabhängiger Zusatzbeitrag.

Keinen Zusatzbeitrag zahlen Personengruppen, die beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung sind. Dazu zählen Bezieher von Krankengeld, Mutterschafts- oder Elterngeld und Auszubildende, die maximal 325 EUR im Monat verdienen. Für diese Personenkreise legen Sie den durchschnittlichen Zusatzbeitrag zugrunde.

Achtung: Den durchschnittlichen Zusatzbeitrag legt das Bundesministerium für Gesundheit neuerdings nach Auswertung der Ergebnisse des Schätzerkreises für das Folgejahr fest. Es handelt sich dabei um eine rein statistische Größe, die nicht aus dem Durchschnitt aller kassenindividuellen Zusatzbeiträge berechnet wird.

Krankenkassen, die einen Zusatzbeitragssatz festlegen, der den jeweils geltenden durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz übersteigt, müssen ihre Mitglieder ausdrücklich auf die Möglichkeit hinweisen, in eine günstigere Krankenkasse zu wechseln. Weisen Sie Ihre Mitarbeiter ebenfalls darauf hin.

Achtung: Das Ansteigen des durchschnittlichen Zusatzbeitrags ist ein Indiz dafür, dass vermutlich die meisten Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge ebenfalls anheben werden. Für die Beschaffung der Information, in welcher Höhe ein Zusatzbeitrag anfällt, sind Sie selbst verantwortlich. Falls nicht bereits Ihre Abrechnungssoftware ein entsprechendes Modul bereithält, stehen Ihnen folgende Quellen zur Verfügung:

  • Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) ist verpflichtet, eine laufend aktualisierte Übersicht der Zusatzbeitragssätze der Krankenkassen im Internet zu veröffentlichen.
  • Im Idealfall wird Sie der betreffende Mitarbeiter umgehend über Änderungen im Hinblick auf den für ihn geltenden Zusatzbeitrag informieren.
  • Die Krankenkasse ist darüber hinaus verpflichtet, Zusatzbeiträge in Ihrer Satzung bekannt zu machen.

Video-Schulung zur den neuen Änderungen

Bleiben Sie in Sachen Lohnsteuer und Sozialversicherung auf dem aktuellen Stand! Wir haben in unserer Video-Schulung die wichtigsten Änderungen zum Jahreswechsel für Sie zusammengefasst.

Lohnsteuer 2017: Weisen Sie Ihre Mitarbeiter auf ihr Sonderkündigungsrecht hin

Wenn eine Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhöht, haben die Mitglieder auch während ihrer 18-monatigen Wartezeit ein "Sonderkündigungsrecht". Die Kündigungsfrist beträgt 2 Monate zum Monatsende. Der Zusatzbeitrag bzw. der erhöhte Teil des Zusatzbeitrags ist auch zu zahlen, wenn der Arbeitnehmer sein Sonderkündigungsrecht genutzt hat.

Das sind die Beitragssätze 2017 in der gesetzlichen Krankenversicherung:

Versicherungszweig
Versicherungszweig Arbeitnehmer Zuschlag für Arbeitnehmer Arbeitgeber Gesamt
Krankenversicherung allgemein 7,3 % Individuell
und einkommensabhängig
7,3 %
(festgeschrieben)
14,6 % ohne
Zusatzbeitrag
Krankenversicherung ermäßigt 7 % Individuell
und einkommensabhängig
7 % 14 %

Lohnsteuer und Sozialversicherung: Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen

Die Beitragsbemessungsgrenzen sind Einkommensobergrenzen. Bis zu diesen Grenzen müssen Arbeitgeber das Bruttoarbeitsentgelt ihrer Mitarbeiter in den einzelnen Versicherungszweigen zur Berechnung der Beiträge heranziehen. Auch für ihre eigenen Bezüge gelten die Beitragsbemessungsgrenzen. Der Teil des Entgelts, der die Beitragsbemessungsgrenze übersteigt, ist nicht mehr beitragspflichtig.

  • Für die Kranken- und Pflegeversicherung gilt für das gesamte Bundesgebiet eine einheitliche Beitragsbemessungsgrenze (BBG). Sie entspricht der besonderen Jahresarbeitsentgeltgrenze.
  • Die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung (einheitlich) unterscheidet sich in den alten und den neuen Bundesländern.


Neu:
Zum 1.1.2017 steigen sämtliche Beitragsbemessungsgrenzen, das heißt:

  • Die Beitragsbemessungsgrenze West und Ost in der Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie
  • die einheitliche Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung.


Das bedeutet für Sie: eine höhere Beitragsbelastung für Sie als Arbeitgeber - und natürlich für die betroffenen Beschäftigten.

Beispiel: Hier steigen die Sozialversicherungsbeiträge

Ein Mitarbeiter (alte Bundesländer) hat im Jahr 2016 monatlich 6.150 EUR brutto verdient, im Jahr 2017 wird er monatlich 150 EUR mehr erhalten. Die Beitragsbelastung für Sie und den Beschäftigten steigt 2017 deutlich. Ein Überblick:

Im Jahr 2016 führte Ihr Unternehmen die folgenden Beiträge ab:

  • In der Kranken- und Pflegeversicherung zogen Sie das Entgelt bis zur Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung in Höhe von 4.237,50 EUR zur Berechnung heran. Daraus ergab sich z. B. für die KV: Arbeitgeber: 309,34 EUR und Arbeitnehmer: 309,34 EUR + evtl. einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag, den die Krankenkasse festlegt. 
  • Bei Ermittlung der Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung war das Entgelt bis zum Betrag von 6.200 EUR, also in voller Höhe relevant. Deshalb erhielten Sie z. B. in der RV folgenden Beitrag: für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen 1.150,05 EUR (18,7 % von 6.150 EUR).


Im Jahr 2017 kommt es zu folgenden Beiträgen:

  • In der Kranken- und Pflegeversicherung ziehen Sie das Entgelt bis zur neuen Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung in Höhe von voraussichtlich 4.350 EUR zur Berechnung heran. Daraus ergibt sich z.B. für die KV (allgemeiner Beitragssatz): Arbeitgeber: 317,55 EUR und Arbeitnehmer: 317,55 EUR + evtl. einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag, den die Krankenkasse festlegt.
  •  Bei Ermittlung der Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung wäre das neue Entgelt in Höhe von voraussichtlich 6.300 EUR im Jahr 2016 nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 6.200 EUR relevant gewesen (RV-Beitrag für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen: 1.1159,40 EUR). Ab 2017 müssen Sie das Entgelt aber bis zum Betrag von 6.350 EUR, also in voller Höhe zur Beitragsberechnung heranziehen. Deshalb erhalten Sie z. B. in der RV folgenden Beitrag: für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen 1.178,10 EUR (18,7 % von 6.300 EUR). 
Beitragsbemessungsgrenzen 2017
Voraussichtliche Rechengrößen/Werte für das Kalenderjahr 2017
Voraussichtliche Rechengrößen/Werte für das Kalenderjahr 2017 Alte Bundesländer Neue Bundesländer
Beitragsbemessungsgrenzen (BBG)
Kranken- und Pflegeversicherung, jährlich 52.200 EUR 52.200 EUR
Kranken- und Pflegeversicherung, monatlich 4.350 EUR 4.350 EUR
Renten- und Arbeitslosenversicherung, jährlich 76.200 EUR 68.400 EUR
Renten- und Arbeitslosenversicherung, monatlich 6.350 EUR 5.700 EUR
Knappschaftliche Rentenversicherung, jährlich 94.200 EUR 84.000 EUR
Knappschaftliche Rentenversicherung, monatlich 7.850 EUR 7.000 EUR
Jahresarbeitsentgeltgrenze steigt: Höhere Hürde für Wechsel in private Krankenversicherung

Die aktuellen Jahresarbeitsentgeltgrenzen sind notwendig, um die Versicherungspflicht der Beschäftigten (sowie der Arbeitgeber, falls Versicherungspflicht besteht) zu prüfen. Sie spielen vor allem in 2 Fällen eine Rolle:

  • Wenn neue Mitarbeiter eingestellt werden. Vereinbaren Sie ein Entgelt mit Beschäftigten, müssen Sie beurteilen können, ob der Mitarbeiter versicherungsfrei oder versicherungspflichtig sein wird. Zudem erwarten vor allem Berufsanfänger hier unter Umständen eine kurze Beratung von Ihnen.
  • Wenn der Jahreswechsel bevorsteht. Mitarbeiter sind ab dem 1.1.2017 in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei, wenn ihr regelmäßiges Jahresentgelt in 2016 die Jahresarbeitsentgeltgrenze 2016 überstieg und ihr voraussichtliches, vom Arbeitgeber gewissenhaft geschätztes Jahresarbeitsentgelt 2017 die erhöhte Jahresarbeitsentgeltgrenze 2017 überschreitet.

Achtung: Befreiung von der Versicherungspflicht auf Antrag
Mitarbeiter sind automatisch wieder versicherungspflichtig, wenn sie mit ihrem regelmäßigen Jahresverdienst die für das Jahr 2017 geltende allgemeine oder besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht mehr überschreiten. In diesen Fällen ist aber eine Befreiung von der Versicherungspflicht auf Antrag des Mitarbeiters möglich.

Versicherungsfreie Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, sich in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig zu versichern oder eine private Krankenversicherung zu wählen. Darauf sollten Sie Ihre Mitarbeiter hinweisen und sie bei der korrekten Berechnung des Jahresarbeitsentgelts unterstützen. Weisen Sie Ihre Beschäftigten aber auch auf das erhöhte finanzielle Risiko hin, das mit einer Mitgliedschaft in der privaten Krankenversicherung verbunden sein kann.

Tipp: Kosten sparen
Gleichen Sie die (geplanten) Entgelte Ihrer Mitarbeiter mit den neuen Grenzen ab und sorgen Sie dafür, dass diese gegebenenfalls rechtzeitig und richtig abgemeldet werden. Mit Lexware lohn+gehalt sind Sie immer auf dem neuesten Stand - ganz automatisch!

Wann gilt welche Grenze?

Es gibt 2 Jahresarbeitsentgeltgrenzen:

  1. Die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze für alle gesetzlich Krankenversicherten (GKV-Mitglieder): Pflichtmitglieder und freiwillige Mitglieder.
  2. Die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze gilt für alle Arbeitnehmer, die am Stichtag 31.12.2002 wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze privat krankenversichert waren.

Das entscheidende Entgelt

Bei der Prüfung der Versicherungspflicht ist das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt entscheidend. Hierzu zählen alle Arbeitgeberzuwendungen, die zum beitragspflichtigen Arbeitsentgelt gehören. Das sind in der Regel alle Bezüge, die mindestens einmal pro Jahr gezahlt werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • das laufende Arbeitsentgelt
  • regelmäßige Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld, mit denen der Mitarbeiter rechnen kann
  • fest vereinbarte und pauschal gewährte Zahlungen für Überstunden

Nicht mitgerechnet werden dürfen dagegen:

  • Mehrarbeitsvergütungen, die nicht pauschal gezahlt werden
  • einmalige Zuwendungen, die nicht regelmäßig anfallen (z. B. Jubiläumszuwendungen)
  • Zuschläge, die mit Rücksicht auf den Familienstand gewährt werden

Jahresarbeitsentgeltgrenzen 2016 und 2017

Versicherungspflichtgrenze in der Krankenversicherung (Jahresarbeitsentgeltgrenze [JAE])
Versicherungspflichtgrenze in der Krankenversicherung
(Jahresarbeitsentgeltgrenze [JAE])
2016 2017 (voraussichtlich)
Allgemein 56.250 EUR jährlich 57.600 EUR jährlich
Für am 31.12.2002 wegen Überschreitens der JAE 2002 privat Krankenversicherte 50.850 EUR jährlich 52.200 EUR jährlich
Alle Bezugsgrößen steigen

Die Bezugsgrößen sind beispielsweise für bestimmte Auszubildende (Praktikanten) notwendig, die kein Arbeitsentgelt erhalten. Diese Beschäftigten sind auch ohne Bezug von Arbeitsentgelt in allen Zweigen der Sozialversicherung versicherungspflichtig. Die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung errechnen sich aus einer Mindestbeitragsbemessungsgrundlage, die 1 Prozent der aktuellen Bezugsgröße beträgt.

Bezugsgrößen 2017
Bezugsgrößen 2017 Alte Bundesländer Neue Bundesländer
Kranken- und Pflegeversicherung jährlich 35.700 EUR 35.700 EUR
Kranken- und Pflegeversicherung monatlich 2.975 EUR 2.975 EUR
Renten- und Arbeitslosenversicherung jährlich 35.700 EUR 31.920 EUR
Renten- und Arbeitslosenversicherung monatlich 2.975 EUR 2.660 EUR
Lohnsteuer und Sozialversicherung: Voraussichtliche Sachbezugswerte für Verpflegung steigen

Die amtlichen Sachbezugswerte für Unterkünfte bleiben auf dem Niveau von 2016, die Werte für Verpflegung steigen 2017 jedoch voraussichtlich an. Sie müssen die neuen Sachbezugswerte ab 1.1.2017 zwingend anwenden. Rechnet Ihr Unternehmen mit alten oder falschen Werten, ist das ermittelte steuer- und beitragspflichtige Entgelt der betreffenden Mitarbeiter nicht korrekt. Das kann weitreichende Folgen haben:

  • Gesamtsozialversicherungsbeiträge werden falsch berechnet und abgeführt
  • die Lohnsteuer wird nicht korrekt ermittelt
  • Teilzeitkräfte werden fälschlicherweise als versicherungsfreie, geringfügig entlohnte Minijobber geführt
  • eigentlich versicherungsfreie, geringfügig entlohnte Minijobber werden als versicherungspflichtige Mitarbeiter abgerechnet


Sorgen Sie also dafür, dass die Stellen Ihres Unternehmens, die mit der Abrechnung betraut sind, rechtzeitig die neuen Sachbezugswerte für kostenlose oder -reduzierte Verpflegung 2017 erhalten.

Die kostengünstige oder -freie Verpflegung von Mitarbeitern ist eine in Unternehmen weitverbreitete Praxis. Arbeitgeber, die Verpflegung für ihre Mitarbeiter als Zusatzleistung planen, müssen die Sachbezugswerte sowohl für die Ermittlung der Lohnsteuer als auch für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge ansetzen.

Selbst wenn im Arbeitsvertrag eines Mitarbeiters oder in einer Betriebsvereinbarung andere Werte festgelegt wurden oder ein Tarifvertrag abweichende Größen vorsieht, ist mit den amtlichen Sachbezugswerten zu rechnen.

Neu: Die Sachbezugswerte 2017 für Frühstück, Mittag- und Abendessen steigen voraussichtlich an.

Das bedeutet für Sie: Die Gestellung von Verpflegung für Mitarbeiter wird 2017 sowohl für die Beschäftigten als auch für Arbeitgeber teurer.

Achtung: Erhält der Mitarbeiter für seine Verpflegung/Unterkunft nicht den jeweiligen Sachbezug, sondern eine Barvergütung, setzen Sie diesen Betrag als Arbeitsentgelt an. Das gilt allerdings nur, wenn der entsprechende Betrag höher als der jeweilige Sachbezugswert ausfällt. Ist die Barvergütung dagegen geringer oder tritt sie nur vorübergehend an die Stelle des Sachbezugs, müssen Sie weiter mit den amtlichen Werten rechnen.

Die voraussichtlichen amtlichen Werte in Euro 2017 für Verpflegung

Frühstück Mittagessen Abendessen Gesamt
Arbeitnehmer einschließlich Jugendliche und Azubis mtl. 51,00 95,00 95,00 241,00
ktgl. 1,70 3,17 3,17 8,03
volljährige Familienangehörige mtl. 51,00 95,00 95,00 241,00
ktgl. 1,70 3,17 3,17 8,03
Familienangehörige (80 %) vor Vollendung des 18. Lebensjahres mtl. 40,80 76,00 76,00 192,80
ktgl. 1,36 2,53 2,53 6,34
Familienangehörige (40 %) vor Vollendung des 14. Lebensjahres mtl. 20,40 38,00 38,00 96,40
ktgl. 0,68 1,27 1,27 3,21
Familienangehörige (30 %) vor Vollendung des 7. Lebensjahres mtl. 15,30 28,50 28,50 72,30
ktgl. 0,51 0,95 0,95 2,41
Lohnsteuer und Sozialversicherung: Die 3 häufigsten Fallen

1. Ansteigen der Beitragsbemessungsgrenzen übersehen

Bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze müssen Arbeitgeber das Bruttoarbeitsentgelt ihrer Mitarbeiter in den einzelnen Versicherungszweigen zur Berechnung der Beiträge heranziehen. Auch für die Arbeitgeberanteile gelten die Beitragsbemessungsgrenzen. Der Teil des Entgelts, der die Beitragsbemessungsgrenze übersteigt, ist nicht mehr beitragspflichtig. Übersehen Arbeitgeber das Ansteigen der Beitragsbemessungsgrenzen bzw. wird das entsprechende Update nicht rechtzeitig eingespielt, werden für Besserverdienende zu geringe Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge abgeführt. Spätestens nach der nächsten Betriebsprüfung kann es zu erheblichen Nachzahlungen kommen. 

2. Unterschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze falsch gewertet

Beschäftigte können wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei in der Krankenversicherung werden. Sie werden sofort wieder versicherungspflichtig, wenn ihr Arbeitsentgelt die aktuelle Jahresarbeitsentgeltgrenze erneut unterschreitet. Das geschieht regelmäßig dann, wenn - wie zum 1.1.2017 - die Jahresarbeitsentgeltgrenze steigt. Von zahlreichen Arbeitgebern und Entgeltabrechnern wird dies nicht registriert oder nicht korrekt gehandhabt (z. B. keine neue Anmeldung). Die Folge: Spätestens im Rahmen einer Betriebsprüfung fällt der Fehler auf, und es werden hohe Beitragsnachzahlungen fällig. 

3. Die neuen amtlichen Sachbezugswerte nicht angewendet

Gewähren Sie Ihren Mitarbeitern freie oder vergünstigte Verpflegung und/oder Unterkunft, sind diese Leistungen für die Beschäftigten lohnsteuer- und beitragspflichtiges Arbeitsentgelt. Für die Bewertung dieses Arbeitsentgelts gelten die aktuellen amtlichen Sachbezugswerte. Sie sind für die Abrechnung sowohl steuer- als auch sozialversicherungsrechtlich verbindlich. Während Sie im Hinblick auf kostenfreie oder kostenreduzierte Unterkünfte mit den Werten von 2016 weiterarbeiten können, werden die Sachbezugswerte für Verpflegung zum 1.1.2017 angehoben.

Video-Schulung zu den Änderung zum Jahreswechsel

Ihr Update zur Lohnsteuer und Sozialversicherung


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