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Steueränderungen 2017 und Neuerungen für die Gewinnermittlung 2016

Bewältigung des Steueralltags
Von Bernhard Köstler
Aktualisiert am: 15.02.2017

Als Unternehmer sind Sie ein Allroundtalent. Sie müssen sich nicht nur darum kümmern, Umsatz zu machen, sie müssen auch noch Ihren (lästigen) Steueralltag bewältigen. In den nächsten Wochen und Monaten werden Sie insbesondere mit den Steueränderungen 2017 konfrontiert werden. Ermitteln Sie Ihren Gewinn 2016, sollten Sie auch die Neuerungen für die Gewinnermittlung 2016 auf dem Schirm haben – egal ob Sie bilanzieren oder eine Einnahmen-Überschussrechnung machen. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Steueränderungen 2017 und Neuerungen für die Gewinnermittlung 2016 vor.

Steueränderungen 2017 – das sollten Unternehmer jetzt wissen

1. Steueränderungen 2017: Neue Korrekturvorschrift

Passiert Ihnen oder Ihrem Steuerberater bei der Erstellung der Steuererklärung ein Rechen- oder Schreibfehler und übernimmt das Finanzamt diesen Fehler, können Sie neuerdings nach Ablauf der einmonatigen Einspruchsfrist die Änderung des fehlerhaften Steuerbescheids beim Finanzamt beantragen. Möglich macht es die neue Änderungsvorschrift nach § 173a Abgabenordnung. Diese Neuregelung gilt für alle Steuerbescheide, die ein Datum ab dem 1.1.2017 tragen.

Ein Beispiel: Sie haben sich bei der Steuererklärung 2015 verrechnet und mussten deshalb 2.000 Euro mehr Steuern zahlen. Der Einkommensteuerbescheid 2015 trägt das Datum 11.1.2017. Sie bemerken diesen Rechenfehler erst am 24. Mai – also nach Ablauf der einmonatigen Einspruchsfrist. Aufgrund der Steueränderungen 2017 ist das nun kein Problem mehr: Das Finanzamt muss den Steuerbescheid auf Ihren Antrag hin nach § 173a Abgabenordnung berichtigen und Ihnen die zu viel bezahlten 2.000 Euro zurückerstatten.

2. Steueränderungen 2017: Umrüstung von Registrierkassen

Einige für Unternehmer wichtige Änderungen, die 2017 in Kraft treten, finden Sie in keinem Gesetz, sondern in teilweise uralten Schreiben des Bundesfinanzministeriums. Eine dieser Steueränderungen für 2017 betrifft elektronische Registrierkassen. Spätestens seit 1.1.2017 müssen ältere Registrierkassen so umgerüstet werden, dass Einzelaufzeichnungen möglich sind (BMF, Schreiben v. 26.11.2010, Az. IV A 4 – S 0316/08/10004-07). Falls noch nicht geschehen, sollten elektronische Registrierkassen umgehend entsprechend der Anforderungen der Finanzämter umgerüstet werden. Andernfalls drohen Zuschätzungen zu Gewinn und Umsatz durch das Finanzamt.

3. Steueränderungen 2017: neue Auslandspauschalen

Sind Sie 2017 auch im Ausland betrieblich unterwegs, können Sie je nach Abwesenheit von zu Hause Verpflegungspauschalen als Betriebsausgaben vom Gewinn abziehen. Die neuen Auslandspauschalen gelten ab 1.1.2017 und liegen meist deutlich über den Verpflegungspauschalen für Deutschland. Sie können einem aktuellen BMF-Schreiben entnommen werden (BMF, Schreiben v. 14.12.2016, Az. IV C 5 – S 2353/08/10006:007). Doch aufgepasst: In diesem Schreiben finden Sie auch Übernachtungspauschalen. Diese dürfen Sie allerdings nicht als Betriebsausgabe abziehen. Die Übernachtungspauschalen dürfen Sie nur steuerfrei an Mitarbeiter auszahlen, die aus beruflichen Gründen im Ausland übernachten mussten.

4. Steueränderungen 2017: noch keine neuen Fristen

Werden Sie steuerlich nicht beraten, gilt für die Abgabe der Steuererklärungen 2016 nach wie vor die Abgabeverpflichtung bis zum 31. Mai 2017. Die neuen Abgabefristen zum 31. Juli gelten erstmals im Jahr 2019, wenn Sie Ihre Steuererklärung für 2018 beim Finanzamt einreichen. Doch nach wie vor können Sie beim Finanzamt einen Fristverlängerungsantrag stellen. Teilen Sie dem Finanzamt schriftlich plausible Gründe mit (z.B. Arbeitsüberlastung, Krankheit, noch fehlende Steuerbelege), dürfte eine Fristverlängerung bis zum 30. September kein Problem sein. Lassen Sie erstmals 2016 Ihre Steuererklärungen durch einen Steuerberater erstellen, teilen Sie das dem Finanzamt am besten gleich mit. Denn dann winkt normalerweise eine automatische Fristverlängerung bis Ende 2017.

Neuerungen zur Gewinnermittlung 2016, die Unternehmer kennen sollten

1. Neuregelung zur Gewinnermittlung 2016: Umsatzsteuer als Betriebsausgabe

Ermitteln Sie Ihren Gewinn nach der Einnahmen-Überschussrechnung, dürfen eigentlich nur bis zum 31.12.2016 geleistete Zahlungen vom Gewinn 2016 steuersparend abgezogen werden. Eine Besonderheit gilt aber bei der Umsatzsteuerzahlung aus der letzten Umsatzsteuervoranmeldung 2016. Da es sich bei dieser Umsatzsteuerzahlung um eine regelmäßig wiederkehrende Zahlung handelt, die bis zum 10. Tag nach dem Jahreswechsel fällig wurde, gehört diese Zahlung bei Zahlung bis zum 10.1.2017 tatsächlich noch zu den Betriebsausgaben 2016.

Dasselbe gilt, wenn Sie dem Finanzamt eine Einzugsermächtigung gegeben haben und das Finanzamt erst am 16.1. abgebucht hat. War das Konto am 10.1.2017 ausreichend gedeckt, bleibt es beim Betriebsausgabenabzug für 2016.

 

Hinweis: In den Jahren 2014 und 2015 scheiterte diese Sonderregelung, weil der 10.1. auf ein Wochenende fiel und sich dadurch die Fälligkeit auf den 11. bzw. 12. Januar verschob. Lassen Sie sich dadurch aber nicht beirren. Für die Gewinnermittlung 2016 klappt es wie beschrieben wieder mit dem Betriebsausgabenabzug.

2. Neuregelung zur Gewinnermittlung 2016: Investitionsabzugsbetrag

Eines der letzten echten Steuersparmodelle ist seit 2016 noch attraktiver geworden. Die Rede ist vom Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG. Hierbei können Sie bereits 2016 40 Prozent der voraussichtlichen Kosten für geplante Investitionen in den Jahren 2017 bis 2019 abziehen. Für dieses Steuersparmodell gibt es zwei Voraussetzungen:

  • Der Gewinn 2016 liegt bei der Einnahmen-Überschussrechnung vor Abzug des Investitionsabzugsbetrags nicht über 100.000 Euro. Bei bilanzierenden Unternehmern darf der Wert des Betriebsvermögens im Abzugsjahr nicht mehr als 235.000 Euro betragen.
  • Bisher mussten Unternehmer dem Finanzamt klipp und klar sagen, was Sie kaufen wollen. Ohne diese Funktionsbeschreibung wurde der Investitionsabzugsbetrag nicht zugelassen oder er kippte rückwirkend, wenn ein anderer Gegenstand als der geplante gekauft wurde. Diese zweite elementare Voraussetzung ist 2016 weggefallen.

Konkret: Sie müssen dem Finanzamt also nicht mehr sagen, was Sie in den Jahren 2017 bis 2019 kaufen wollen. Damit steht es Ihnen offen, was Sie tatsächlich kaufen.

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