Steuern in der GmbH: Pauschalsteuer - Antworten auf häufige Fragen /fileadmin/_processed_/5/1/csm_GmbH-Pauschalsteuer-FAQ_2927d7512f.jpg 2015-08-28 Lexware

Steuern in der GmbH: Pauschalsteuer - Antworten auf häufige Fragen

Nichtabziehbare Aufwendungen und die Pauschalsteuer in der GmbH - die häufgsten Fragen
Von Ottfried Weiss
Aktualisiert am: 28.08.2015

Die Anlage A zur Körperschaftsteuererklärung birgt allerdings einigen Zündstoff in sich. Denn teilen Sie dem Finanzamt nicht abziehbare Betriebsausgaben (z.B. Kosten für Geschenke an Geschäftspartner) mit, sind Nachfragen zu § 37b EStG so gut wie vorprogrammiert. Hier die Antworten auf die häufigsten Fragen zur Pauschalsteuer.

  • Frage 1: Das Finanzamt hat mich als Gesellschafter-Geschäftsführer angeschrieben und hat nachgefragt, wer denn die Empfänger der (nicht abziehbaren) Geschenke sind. Warum möchte das Finanzamt das wissen?

    Antwort:
    Die Empfänger der Geschenke müssten die erhaltenen Zuwendungen eigentlich versteuern. Das Finanzamt wird die Finanzämter der Empfänger der Geschenke informieren. Es sei denn – und jetzt kommt der Grund für die Nachfrage – Sie führen die 30% Pauschalsteuer für die Geschenkaufwendungen nach § 37b EStG ab.
  • Frage 2: Was hat es für weitere Konsequenzen, wenn die GmbH für die nichtabziehbaren Aufwendungen für Geschenke die pauschale Steuer nach § 37b EStG abführt?

    Antwort:
    Das hat erhebliche Konsequenzen. Denn stimmen Sie der Pauschalversteuerung für die nicht abziehbaren Geschenkaufwendungen zu, muss die GmbH die Pauschalsteuer auch für die abziehbaren Geschenkaufwendungen abführen.
  • Frage 3: Kann ich für bestimmte Geschenke auf die Pauschalversteuerung verzichten? Wenn ja, wie kann ich den Prüfer oder den Bearbeiter im Finanzamt davon überzeugen?

    Antwort: Es gibt tatsächlich eine Ausnahme. Hat die GmbH Geschenke im Wert von bis zu 10 EUR zugewendet, muss für diese Ausgaben die Pauschalsteuer nicht abgeführt werden (sog. Streuwerbeartikel). Diese Aussage steht schwarz in weiß in einer Kurz-Info der Oberfinanzdirektion Rheinland und Münster (Kurz-Info Lohnsteuer-Außendienst Nr. 02/2012 v. 28.3.2012).
  • Frage 4: Darf der Betriebsprüfer die Pauschalsteuer überhaupt festsetzen?

    Antwort:
    Eigentlich dürfen weder der Sachbearbeiter im Finanzamt, noch der Betriebsprüfer Feststellungen zum § 37b EStG treffen. Denn die Pauschalsteuer wird als Lohnsteuer der GmbH behandelt. Zuständig ist hierfür der Lohnsteuerbezirk im Finanzamt oder der Lohnsteuerprüfer. Stimmen Sie im Rahmen einer Betriebsprüfung der Pauschlbesteuerung zu, wird sich anschließend sowieso der Lohnsteuerprüfer bei Ihnen melden und den Fall intensiver prüfen.

Praxis-Tipp: Pocht ein Betriebsprüfer auf die Pauschalversteuerung, bitten Sie ihn um Unterbrechung der Prüfung und um Hinzuziehung eines Lohnsteuerprüfers. Für dessen Feststellungen – also für Nachzahlung der Pauschalsteuer – muss der Prüfer bei Fortsetzung seiner Betriebsprüfung gewinnmindernde Rückstellungen zulassen.


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