Steuertipp: Beiträge zu D&O-Versicherungen grundsätzlich lohnsteuerfrei

Lohnsteuer-Prüfer sucht nach Beitragszahlungen in D&O-Versicherungen
Aktualisiert am: 17.08.2015

Im Rahmen einer Lohnsteuerprüfung bei einer GmbH sucht der Prüfer des Finanzamts meist nach Beitragszahlungen in Versicherungen, die Schadensersatzansprüche gegen die GmbH durch Fehlentscheidungen der Gesellschafter-Geschäftsführer absichern sollen. Die Oberfinanzdirektion Münster nahm nun Stellung dazu, wann Beiträge zu solchen Directors & Officers-Versicherungen (D&O-Versicherungen) lohnsteuerfrei sind.

Für den Lohnsteuerprüfer war die Sache meist klar. Beitragszahlungen zu solchen D&O-Versicherungen stellen lohnsteuerlich einen geldwerten Vorteil für den Gesellschafter-Geschäftsführer dar, für den Lohnsteuer fällig wird. Doch die Oberfinanzdirektion Münster relativierte diese strenge Auffassung nun.

Lohnsteuerfreiheit auf Bund-Länder-Ebene beschlossen
In einer Kurzinformation stellte die Oberfinanzdirektion Münster nun klar, dass Beitragszahlungen in D&O-Versicherungen lohnsteuerfrei sind, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen (Kurzinfo Einkommensteuer Nr. 038/2002 vom 24.6.2002, aktualisiert am 29.1.2013):

  • Da es sich bei D&O-Versicherungen um eine Versicherung handelt, die die GmbH gegen Vermögensschäden und Haftpflichtfälle absichert, gilt der Abschluss der Versicherung als in einem überwiegenden eigenbetrieblichen Interesse der GmbH erfolgt. Folge: Die Betragszahlungen sind lohnsteuerfrei.
  • Enthalten D&O-Versicherungen spezielle Klauseln zur Firmenhaftung, liegt ebenfalls kein geldwerter Vorteil vor, wenn nur die GmbH einen Zahlungsanspruch gegenüber der Versicherung hat.

Praxis-Tipp: Diese Klarstellung zu D&O-Versicherungen gilt übrigens entsprechend bei versicherten Personen, die nicht Arbeitnehmer im steuerlichen Sinn sind (z.B. bei Aufsichtsratsmitgliedern).

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