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Teilwertabschreibungen auf Gesellschafterdarlehen sind Betriebsausgaben

Voraussetzung für die steuerrechtliche Anerkennung von Teilwertabschreibungen auf Gesellschafterdarlehen  als Betriebsausgabe
Von Lothar Volkelt
Aktualisiert am: 17.08.2015

In vielen GmbHs finanzieren die Gesellschafter die GmbH mit Darlehen, sog. Gesellschafterdarlehen. Gerät die GmbH in eine wirtschaftliche Krise, kommt es regelmäßig zu Problemen mit dem Finanzamt, wenn der Gesellschafter den Darlehensverlust steuerlich als Betriebsausgaben geltend machen will.

Grundsätzlich gilt: Substanzverluste von im Betriebsvermögen gehaltenen Gesellschafterdarlehen aufgrund von Wertminderungen können als Betriebsausgaben den steuerlichen Gewinn der GmbH mindern. Das gilt auch für Teilwertabschreibungen auf Gesellschafterdarlehen (BFH, Urteil vom 18.4.2012, X R 7/10).

Voraussetzungen: Das Finanzamt lässt den Betriebsausgabenabzug in der Praxis nur zu, wenn das Darlehen der Gesellschafter an ihre GmbH 1. wie zwischen Dritten üblich vereinbart ist (sog. Fremdvergleich) und 2. nicht durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist.

Hinweis: Damit stellt sich der BFH gegen die Grundsätze zum Betriebsausgabenabzug von Teilwertabschreibungen von Gesellschafterdarlehen des Bundesfinanzministeriums (BMF-Schreiben vom November 2010, BStBl. I 2010, Seite 1292).

Praxisbeispiel: Gesellschafter Meier und Gesellschafter Schmidt gewähren ihrer GmbH insgesamt Darlehen in Höhe von 1.000.000 EUR, mit dem die neue Produktionsanlage (Druckmaschine) angeschafft wird. Der erwartete Großauftrag verzögert sich, weil der Kunde in die Insolvenz muss. Die GmbH kann die vereinbarten Zinsen für die Gesellschafter-Darlehen nicht mehr bedienen, auch die Rückzahlung ist gefährdet. Der Steuerberater nimmt eine Teilwertabschreibung von 20 % vor. Das Finanzamt muss eine Abschreibung von 200.000 EUR als Betriebsausgabe anerkennen.

Das Finanzamt prüft die „Fremdüblichkeit“ genau. Achten Sie darauf, dass der im Vertrag vereinbarte Zins wie vereinbart eingefordert wird und nicht erst eine Zinssenkung praktiziert wird. Nehmen Sie also zuerst eine Teilwertabschreibung vor und keinen Zinsverzicht.


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