Überblick: Verlustrücktrag und Verlustvortrag in der GmbH /fileadmin/_processed_/1/6/csm_Verlustvortrag-Verlustruecktrag_800_400_cf66f4be53.jpg 2017-05-19 Lexware

Überblick: Verlustrücktrag und Verlustvortrag in der GmbH

Verlustvortrag und Verlustrücktrag in der GmbH
Von Bernhard Köstler, Bernhard Dörner
Aktualisiert am: 19.05.2017

Werden in einer GmbH notwendige betriebliche Investitionen durchgeführt, sind Verluste in 6-stelliger Höhe selbst bei mittelständischen GmbHs keine Seltenheit. Ein Teil der Investitionen kann durch clevere Verlustnutzung über Steuererstattungen refinanziert werden. Hier erfahren Sie die Spielregeln zum Verlustvortrag und zum Verlustrücktrag.

Verlustvortrag und Verlustrücktrag: Wissenswertes für die GmbH

Wenn die GmbH Verluste macht, will man natürlich nicht noch zusätzlich Steuern zahlen. Die steuerliche Berücksichtigung von Verlusten bei Körperschaft- und Gewerbesteuer ist jedoch engen gesetzlichen Vorschriften unterworfen.

Die 3 häufigsten Fallen

Gesellschafterwechsel gefährden steuerlichen Verlustabzug
Gesellschafterwechsel bei der GmbH führen ganz oder teilweise zum Wegfall bestehender körperschaftsteuerlicher und gewerbesteuerlicher Verlustvorträge, wenn mehr als 25 % der Anteile oder Stimmrechte innerhalb von 5 Jahren wechseln. Besonders hinderlich: Das gilt auch, wenn die Anteile durch Schenkung oder vorweggenommene Erbfolge übergehen.

Verluste kann steuerlich nur die GmbH geltend machen
Entstandene Verluste müssen und können nur bei dem "Verursacher" geltend gemacht werden. Deshalb ist es nicht möglich, etwaige GmbH-Verluste bei der Einkommensteuer der Gesellschafter geltend zu machen. Lediglich bei der Körperschaftsteuer der Gesellschaft können sie berücksichtigt werden.

Verluste sind nicht gleich Verluste
Ein bilanzieller Verlust führt nicht zwangsläufig zu einem steuerlichen Verlustabzug. Maßgebende Größe für den körperschaftsteuerlichen Verlustabzug ist das (negative) Einkommen der GmbH, für den gewerbesteuerlichen Verlustabzug der (negative) Gewerbeertrag. Beide Größen ergeben sich aus dem Bilanzergebnis durch Hinzurechnungen und Kürzungen.

Hinweis: Ob sich ein Verlustvortrag oder ein Verlustrücktrag steuerlich günstiger auswirkt, hängt von den individuellen Gewinnentwicklungen der GmbH ab. Auf der sicheren Seite steht, wer in die Entscheidung zugunsten von Verlustvortrag oder Verlustrücktrag seinen Steuerberater einbezieht. Alle wichtigen Informationen zu Verlustvortrag oder Verlustrücktrag finden Sie auch im Lexware gmbh wissen, der Online-Datenbank für Gmbh-Geschäftsführer und -Gesellschafter.

Verlustrücktrag: Neuer Rücktrag-Höchstbetrag seit 2013

Durfte eine GmbH erzielte Verluste nur in Höhe von 511.500 EUR ins Vorjahr zurücktragen, ist nach dem „Gesetz zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts seit 2013 ein Verlustrücktrag von 1 Million EUR zulässig.

Besonderheiten zum Verlustrücktrag: Der Verlustrücktrag wird automatisch durchgeführt, es sei denn, in der Körperschaftsteuererklärung wird auf der letzten Seite durch ein Häkchen klargestellt, dass kein Verlustrücktrag gewünscht ist. Wird dagegen ein Verlustrücktrag durchgeführt, führt dieser im geänderten Steuerbescheid des Vorjahrs nur zu einer Erstattung von Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag. Bei der Gewerbesteuer ist kein Verlustrücktrag möglich.

Verlustvortrag und Verlustrücktrag richtig durchführen!

Wie Sie den Verlustvortrag und Verlustrücktrag richtig durchführen, erfahren Sie im Lexware gmbh wissen! Hier finden Sie außerdem zahlreiche weitere Infos, Arbeitshilfen und News zum Thema.

Verlustvortrag: Beschränkung beachten

Betragen die Verluste mehr als 1 Mio. EUR oder wurde in KSt-Erklärung der Verlustrücktrag abgelehnt, können die Verluste der GmbH in späteren Jahren mit positiven Einkünften verrechnet werden.

Hier gelten jedoch folgende Verlustabzugsbeschränkungen:

  • Ohne Beschränkung abziehbar sind stets 1 Mio. EUR
  • Ist der Verlust höher, sind nochmals 60 % des verbleibenden Gesamtbetrags der Einkünfte abziehbar.
  • Verbleibende Verluste dürfen in den Folgejahren nach demselben Rechenschema verrechnet werden.

Beispiel: Eine GmbH erzielt 2017 Verluste von 3 Mio. EUR. Ein Rücktrag ins Jahr 2016 wird abgelehnt. Im Jahr 2018 beträgt das Einkommen der GmbH voraussichtlich 4 Mio. EUR.

Verlust abziehbar in 2018 uneingeschränkt
Verlust abziehbar in 2018 uneingeschränkt 1 Mio. EUR
Verbleibender Gesamtbetrag der Einkünfte 2018 (4 Mio. abzgl. 1 Mio. EUR) 3 Mio. EUR
Davon 60 % 1,8 Mio. EUR
Gesamter Verlustabzug in 2018 2,8 Mio. EUR

Weiterführende Informationen zum Verlustvortrag und Verlustrücktrag finden Sie im Lexware gmbh wissen.

Alle Infos zu Verlustvortrag und Verlustrücktrag

im Lexware gmbh wissen


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