Welche Versicherungspflicht gilt bei Studentenjobs? /fileadmin/_processed_/9/a/csm_welche-versicherungspflicht-gilt-bei-studentenjobs_a49dd82365.jpg 2017-02-28 Lexware

Welche Versicherungspflicht gilt bei Studentenjobs?

Studententische Aushilfe im Einzelhandel. Bei kurzfristiger Beschäftigung besteht keine Versicherungspflicht.
Von Lexware-Redaktion
Aktualisiert am: 28.02.2017

Wenn Sie als Arbeitgeber Studenten beschäftigen gilt oftmals Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs. Das ist jedoch nicht immer so. Wann Versicherungsfreiheit und wann Versicherungspflicht für Studentenjobs besteht, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Versicherungsfreiheit bei befristeter Beschäftigung

Wenn ein Studentenjob als kurzfristige Beschäftigung bewertet wird gilt grundsätzlich Versicherungsfreiheit in allen Versicherungszweigen. Auch wenn die Wochenarbeitszeit mehr als 20 Stunden beträgt. Wenn allerdings die Zeitgrenze der Befristung von 3 Monaten bzw. 70 Arbeitstagen überschritten wird, kann noch Versicherungsfreiheit im Rahmen des Werkstudentenprivilegs bestehen.

Werkstudenten genießen in der Regel Versicherungsfreiheit

Der Vorteil beim Werkstudentenprivileg ist, dass Versicherungsfreiheit für die Kranken-, Pflege und Arbeitslosenversicherung besteht, auch wenn die Voraussetzungen für eine kurzfristige Beschäftigung nicht erfüllt sind. Das heißt, es besteht lediglich Versicherungspflicht für die Rentenversicherung. Das Werkstudentenprivileg gilt allerdings nur, wenn der beschäftigte Student den größten Teil seiner Zeit und Arbeitskraft in sein Studium steckt. Konkret bedeutet das, dass der Student nicht mehr als 20 Stunden die Woche arbeiten darf. Außerdem muss der Beschäftigte an einer Hochschule oder einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule als ordentlicher Student eingeschrieben sein.

Achtung: Für Studienbewerber, die an dem Studium vorgeschaltenen Vorbereitungskursen teilnehmen, Promotionsstudenten, Langzeitstudenten, Teilnehmer dualer Studiengänge und Personen die sich zwischen Bachelor und Masterstudium befinden bzw. ein Urlaubssemester nehmen gilt die Versicherungsfreiheit im Rahmen des Werkstudentenprivilegs nicht. Denn sie gelten sozialversicherungsrechtlich nicht als ordentlich Studierende.

Sonderregelungen zur Versicherungsfreiheit von Studenten

Studentenbeschäftigung am Wochenende und in den Abend- und Nachtstunden

Bisher bestand bei Beschäftigung von Studenten am Wochenende und in den Abend- und Nachtstunden auch Versicherungsfreiheit, wenn die Wochenarbeitszeit von 20 Stunden überschritten wurde. Seit dem 23.11.2016 gilt dies jedoch nicht mehr grundsätzlich. Seither ist für jeden Einzelfall zu prüfen, ob die Zeit und Arbeitskraft des Studenten hauptsächlich durch das Studium in Anspruch genommen wird.

Beschäftigung in den Semesterferien

In den Semesterferien darf die 20-Wochenstunden-Grenze überschritten werden ohne das die Versicherungsfreiheit gefährdet ist. Allerdings nur, wenn die Arbeitszeit von 20-Wochenstunden im Jahr zuvor nicht an mehr als 26 Wochen überschritten wurde.

26-Wochen-Regelung

Versicherungsfreiheit besteht nur, wenn der Student innerhalb eines Jahres unter Anrechnung aller vorherigen Beschäftigung nicht mehr als 26 Wochen (182 Kalendertage) gearbeitet hat. Das Jahr wird vom Ende der zu beurteilenden Beschäftigung gerechnet. Ergeben sich bei der Addition der Beschäftigungszeiten mehr als 26 Wochen bzw. 182 Kalendertage, besteht in der zu beurteilenden Beschäftigung vom Beginn an Versicherungspflicht. Bei dieser Zusammenrechnung werden Beschäftigungen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Stunden und Pflichtpraktika im Rahmen des Studiums allerdings nicht mitgerechnet.

Video: Die wichtigsten Punkte zur Feststellung der Versicherungspflicht für Studenten

Unbefristeter Studentenjob
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