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Wie stelle ich einen individuellen Kontenplan zusammen?

Buchhaltung ohne Steuerberater: Individuellen Kontenplan zusammenstellen
Von Iris Thomsen
Aktualisiert am: 03.05.2017

Viele Kleinunternehmer lassen die Buchhaltung von einem Steuerberater erledigen. Das ist meist teuer und nicht unbedingt notwendig, denn: Buchhaltung ist kein Hexenwerk. Wie Sie sich mit gängigen Standardkontenrahmen (SKR) die Arbeit erleichtern und wie Sie einen individuellen Kontenplan zusammenstellen, lesen Sie hier.

Der Standard-Kontenrahmen

Der Standardkontenrahmen ist ein systematisches Verzeichnis aller Buchführungskonten, die in einer bestimmten Branche gebraucht werden. Er dient Ihnen als Vorlage. Aus ihm wählen Sie diejenigen Konten aus, die Sie für die Buchhaltung benötigen. Da es Standardkontenrahmen für den Einzelhandel, die Land- und Forstwirtschaft, das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie etliche andere Branchen gibt, sollten Sie sich zunächst für eine geeignete Vorlage entscheiden. Wenn Sie mit einem Steuerberater zusammenarbeiten und ihm am Jahresende Ihre Daten überspielen wollen, sollten Sie sich unbedingt abstimmen.

Tipp: Hat Ihr Steuerberater bisher Ihre Buchführung erledigt, sollten Sie sich von ihm die letzte Summen- und Saldenliste oder den Jahresabschluss mit Kontennachweis geben lassen. Darin sehen Sie alle Konten, die er bisher für Ihre Belege verwendet hat.

Wenn Sie sich für einen Standardkontenrahmen entschieden haben, müssen Sie die Konten auswählen, die Sie für die Buchhaltung in Ihrem Unternehmen brauchen. Das ist kein Hexenwerk, weil jeder Kontenplan systematisch aufgebaut ist; die Konten sind in folgende Bereiche untergliedert:

  • Anlagevermögen (mit den Konten Pkw, Maschinen, Büroeinrichtung, Computer etc.)
  • Umlaufvermögen (Kundenforderungen, Vorsteuer, Kasse, Banken)
  • Fremdkapital (Lieferantenrechnungen, Darlehen, Umsatzsteuer)
  • Eigenkapital (Private Ausgaben)
  • Betriebseinnahmen, Erträge (Erlöse)
  • Betriebsausgaben, Aufwendungen (Wareneinkauf, Raum-, Personal- und Kfz-Kosten)

Wird die Buchführung neu eingerichtet, sollten Sie sich den Standardkontenrahmen ausdrucken und die Konten markieren, die Sie wahrscheinlich verwenden werden. Falls Sie mit einem Steuerberater zusammenarbeiten, sollten Sie unbedingt dieselbe Vorlage verwenden.

Achten Sie darauf, dass Sie einen E-Bilanz-konformen Kontenrahmen verwenden.

eBook Kontieren und buchen

Das eBook Kontieren und buchen erklärt Ihnen nicht nur, welche verschiedenen Konten es gibt und wie mit ihnen zu verfahren ist, es zeigt auch, wie Erlöse, Kosten, Zinsen und Aufwendungen richtig zu verbuchen sind. Darüber hinaus lernen Sie, betriebliche Vorgänge nachzuvollziehen und einzuordnen.

Diese Konten brauchen fast alle Unternehmer

Es gibt einige Konten, die Sie ziemlich sicher für die Buchhaltung benötigen; und zwar unabhängig von der Branche, in der Sie tätig sind:

  • Konten aus dem Bereich Anlagevermögen brauchen Sie, wenn Ihr Unternehmen Vermögensgegenstände besitzt, die für den Geschäftsbetrieb notwendig sind, beispielsweise Maschinen, Computer oder Pkw. Auf das jeweilige Konto buchen Sie die Anschaffung sowie die Abschreibung dieser Anlagegüter.
  • Aus dem Bereich Umlaufvermögen brauchen Sie sicher die Konten Kasse und Bank, um Ihre Kassenbelege und Kontoauszüge zu erfassen. Wer eine Bilanz erstellt, braucht hier außerdem das Konto Forderungen bzw. die Debitorenkonten für die Erfassung der Kundenrechnungen.
  • Aus dem Bereich Fremdkapital brauchen Sie das Konto Darlehen, falls Ihr Unternehmen ein Darlehen aufgenommen hat. Wer bilanziert, braucht hier das Konto Verbindlichkeiten bzw. die Kreditorenkonten für die Erfassung der Eingangsrechnungen.
  • Aus dem Bereich Eigenkapital brauchen Personenfirmen die Konten Privatentnahmen und Privateinlagen. Wenn Sie als Gesellschafter eine GmbH einen Betrag für private Zwecke entnehmen oder privates Geld einlegen, verwenden Sie dafür die Konten Forderungen oder Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter.
  • Aus dem Bereich Betriebseinnahmen und Erträge suchen Sie sich das Konto aus, das zu Ihren Umsätzen passt (19 oder 7 % Umsatzsteuer bzw. Erlöse als Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuer).
  • Aus dem Bereich Betriebsausgaben und Aufwendungen brauchen Sie sicher die Konten Wareneinkauf, Bürobedarf, Versicherungen, Porto, Telefon und einige mehr.

Wenn Sie einen besseren Überblick über die vielen Konten und die einzelnen Regelungen behalten möchten, dann holen Sie sich am besten durch unser eBook "Kontieren & buchen" das Hintergrundwissen, mit dem alles klarer und einfacher wird. Jetzt herunterladen!

Praxis-Beispiel

Ein selbstständiger Programmierer will aus dem Standardkontenrahmen 03 (SKR 03) die Konten filtern, die er für die Buchführung seines Einzelunternehmens braucht. Er hat ein Büro gemietet: Darin stehen Aktenschränke, einige Computer und 2 Schreibtische. Außerdem besitzt er einen Geschäftswagen. Seine Rechnungen zahlt er grundsätzlich über dasselbe Bankkonto, auf dem auch die Geldeingänge seiner Kunden verbucht werden. Zu seinen regelmäßigen Ausgaben gehören: Büromiete, Kfz-Kosten, Büromaterial, Telefonkosten, Porto, Fachliteratur. Um die richtigen Konten zu finden, sieht er sich nacheinander die Konten der verschiedenen Bereiche an.

Welche Konten braucht er aus dem Bereich Anlagevermögen?

SKR 03
SKR 03 Bezeichnung Was buchen Sie auf das Konto?
0320 PKW Die Anschaffung und die Abschreibung des Pkw
0420 Büroeinrichtung Die Anschaffung und die Abschreibung der Büromöbel
0490 Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung Die Anschaffung und die Abschreibung der Computer

Welche Konten braucht er aus dem Bereich Umlaufvermögen?

SKR 03
SKR 03 Bezeichnung Was buchen Sie auf das Konto?
1200 Bank Alle Zahlungen und Geldeingänge, die über das Bankkonto fließen
1410 Forderungen Bilanzierende Unternehmen buchen auf dieses Konto die offenen Kundenrechnungen

Welche Konten braucht er aus dem Bereich Fremdkapital?

SKR 03
SKR 03 Bezeichnung Was buchen Sie auf das Konto?
1705 Darlehen Ein Darlehen von der Bank
1610 Verbindlichkeiten Bilanzierende Unternehmen buchen auf dieses Konto die offenen Eingangsrechnungen.

Welche Konten braucht er aus dem Bereich Eigenkapital?

SKR 03
SKR 03 Bezeichnung Was buchen Sie auf das Konto?
1800 Privatentnahmen Alle Überweisungen vom Geschäftskonto auf das Privatkonto sowie Zahlungen für private Zwecke, die vom Geschäftskonto abgebucht werden.
1890 Privateinlagen Alle Überweisungen und Einzahlungen vom Privatkonto auf das Geschäftskonto

Im Bereich Betriebseinnahmen hängen die Konten davon ab, ob der Programmierer aus unserem Beispiel seinen Kunden Umsatzsteuer berechnen will oder nicht:

SKR 03
SKR 03 Bezeichnung Was buchen Sie auf das Konto?
8195 Erlöse als Kleinunternehmer Alle Erlöse, wenn Sie die Kleinunternehmerregelung beantragt haben und Ihren Kunden keine Umsatzsteuer berechnen
8400 Umsatzerlöse 19 % USt Alle Erlöse, wenn Sie Ihren Kunden zusätzlich 19 % Umsatzsteuer in Rechnung stellen

Die Konten aus dem Bereich Betriebsausgaben (Büromiete, Versicherungen, Porto, etc.) sind selbsterklärend. Denken Sie aber immer daran, dass nur die Ausgaben anerkannt werden, die notwendig und angemessen sind, um Ihr Unternehmen zu führen und um Erträge zu erzielen.

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