Zeitwertkonto: Gutschrift führt noch nicht zu Arbeitslohn

GmbH-Geschäftsführer müssen Gutschriften auf Zeitwertkonto nicht als Arbeitslohn versteuern
Aktualisiert am: 20.08.2015

Erhalten Sie als Geschäftsführer einer GmbH neben Ihrem laufenden Gehalt weitere Zuwendungen, die jedoch vereinbarungsgemäß einem Zeitwertkonto gutgeschrieben werden? Wenn ja, müssen Sie diese Gutschriften nicht als Arbeitslohn versteuern.

Die Zuführungen der GmbH zu dem Zeitwertkonto unterliegen nicht der Lohnsteuer, weil noch kein Zufluss stattgefunden hat.

Das Guthaben auf dem Zeitwertkonto wird mit einer späteren vollen oder teilweisen Freistellung von der Arbeitsleistung während des noch fortbestehenden Dienstverhältnisses ausbezahlt. Und erst mit Beginn dieser Freistellungsphase gilt Arbeitslohn als zugeflossen und die GmbH muss Lohnsteuer abführen. Damit das Finanzamt Gutschriften auf dem Zeitwertkonto steuerlich ebenso behandelt, müssen Sie klare und eindeutige Vereinbarungen treffen, wie und wann dieses Guthaben zur Auszahlung kommt (FG Niedersachsen, Urteil v. 16.2.2012, Az. 14 K 202/11).

Achtung: Da die Verwaltung gegen die anderslautenden Entscheidungen der Finanzgerichte in die Revision ging, wird der Bundesfinanzhof darüber entscheiden müssen (FG Niedersachsen, Urteil vom 16.2.2012, Az. 14 K 202/11, Rev. BFH Az. VI R 19/12; BMF-Schreiben vom 17.6.2009, Az. IV C 5 – S 2332/07/0004).Besteuert ein Betriebsprüfer das dem Zeitwertkonto gutgeschriebene Gehalt, muss der betroffene Arbeitgeber Einspruch einlegen und mit Hinweis auf den Musterprozess bis zur endgültigen Entscheidung ein Ruhen des Einspruchsverfahrens beantragen.

Praxis-Tipp: Sind Sie unsicher, ob Ihre Vereinbarung zu einem späteren Zufluss von Arbeitslohn führt, können Sie sich absichern. Stellen Sie beim Finanzamt eine Anrufungsauskunft nach § 42e EStG. Diese Auskunft ist kostenlos und bringt Rechtssicherheit.

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