Zeugnis für den Geschäftsführer: Das müssen Sie wissen /fileadmin/_processed_/2/9/csm_Richtig-organisieren-Kleinunternehmer_64dbb96e8f.jpg 2015-08-17 Lexware

Zeugnis für den Geschäftsführer: Das müssen Sie wissen

Checkliste: Erstellung eines Zeugnisses für den Gesellschafter-Geschäftsführer
Von Lexware Redaktion
Aktualisiert am: 17.08.2015

Arbeitnehmer haben einen gesetzlichen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Auch als Geschäftsführer müssen Sie bei einem Wechsel des Arbeitgebers nachweisen, welche Erfolge Sie in Ihrer beruflichen Laufbahn erreicht haben. Das ist für den Fremd-Geschäftsführer, der sich beruflich weiterentwickeln will, wichtig. Aber auch der Gesellschafter-Geschäftsführer ist gut beraten, sich seine berufliche Tätigkeit von seinen Mit-Gesellschaftern per (Zwischen-)Zeugnis bestätigen zu lassen – z. B. für den Fall, dass er sich später einmal beruflich verändern will oder muss.

Checkliste: Arbeitszeugnis des Geschäftsführers

  • Zuständig für die Ausstellung des Zeugnisses ist die Gesellschafterversammlung. Per Beschluss können die Gesellschafter diese Aufgabe auf ein anderes Organ (Beirat), einen einzelnen Gesellschafter oder einen anderen Geschäftsführer übertragen.

  • Der Anspruch auf Ausstellung eines Zeugnisses verjährt in 3 Jahren. Der alte Arbeitgeber braucht Ihnen auch dann kein Zeugnis mehr auszustellen, wenn in Ihrer alten Firma keine Person mehr da ist, die eine objektive Leistungsbeurteilung ausstellen könnte.

  • Wenn Sie sich gleich nach einem guten Geschäftsjahr ein (gutes) Zwischenzeugnis ausstellen lassen, darf das Endzeugnis von diesen Bewertungen nur abweichen, wenn die Gesellschafter das sachlich begründen können. Ein Rechtsanspruch auf ein Zwischenzeugnis besteht allerdings nur  bei begründeten, tatsächlichen Änderungen des Arbeits- bzw. Dienstverhältnisses. Für den GmbH-Geschäftsführer sind das z.?B. folgende Situationen:

    • Sie werden aus einem Anstellungsverhältnis (z.?B. Abteilungsleiter) zum Geschäftsführer der GmbH berufen.
    • Ein neuer Geschäftsführer wird eingestellt, mit der Folge, dass sich die Verantwortlichkeiten bzw. Zuständigkeiten zwischen den Geschäftsführern ändern.
    • Es findet ein Gesellschafterwechsel statt. Sie müssen ein Zwischenzeugnis rechtzeitig anfordern – und zwar als qualifiziertes Zeugnis mit Leistungs- und Verhaltensbeurteilung. Verweigert die Gesellschaft Ihnen das Zeugnis, muss sie den entstandenen Schaden zahlen.

  • Weigert sich der Arbeitgeber, den Zeugnisanspruch zu erfüllen, dann können Sie diesen mit einer Erfüllungsklage gerichtlich durchsetzen. Wurde das Arbeitsgericht im Anstellungsvertrag als zuständiges Gericht bestimmt, kann der abhängig beschäftigte Fremd-Geschäftsführer den Anspruch auf ein Zeugnis vor dem Arbeitsgericht einklagen.
  • Der Grundsatz der Zeugniswahrheit verbietet das Verschweigen schwerwiegender Verfehlungen des Geschäftsführers während seiner Dienstzeit. Das gilt insbesondere bei Verfehlungen, die nachweislich der Grund für die Abberufung waren bzw. dafür, dass der Anstellungsvertrag beendet wurde.

  • Das Zeugnis muss auf dem Geschäftspapier der GmbH ausgedruckt sein und dem geforderten Aufbau/Inhalt eines Zeugnisses entsprechen. Der Umfang sollte selbst bei einem ausführlichen, qualifizierten Zeugnis 2 DIN-A4-Seiten nicht überschreiten.

Achtung: Stellt sich im Nachhinein heraus, dass im Zeugnis Misserfolge des Geschäftsführers verschwiegen wurden, die für sein späteres Scheitern in einer neuen Stelle von Bedeutung waren, machen sich die Gesellschafter, die das fehlerhafte Zeugnis ausgestellt haben, gegenüber dem neuen Arbeitgeber schadensersatzpflichtig.

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