Bei eBay verkaufen: Wichtige Tipps für Unternehmen

Für kleine und mittlere Firmen ist eBay mittlerweile zu einem interessanten Vertriebskanal geworden. Der Marktplatz wird von 18 Millionen aktiven Käuferinnen und Käufern in Deutschland genutzt und bietet damit ein enormes Potenzial für Händler und Produzenten. Auch stationäre Anbieter, die den Online-Vertrieb zunächst ausprobieren möchten, sind auf der Plattform gut aufgehoben.

Hinweis: Gendergerechte Sprache ist uns wichtig. Daher verwenden wir auf diesem Portal, wann immer möglich, genderneutrale Bezeichnungen. Daneben weichen wir auf das generische Maskulinum aus. Hiermit sind ausdrücklich alle Geschlechter (m/w/d) mitgemeint. Diese Vorgehensweise hat lediglich redaktionelle Gründe und beinhaltet keinerlei Wertung.

eBay Logo auf Smartphone und kleiner Einkaufswagen
© iama_sing - stock.adobe.com

Aktuelle Daten zu eBay als Verkaufsplattform

Was mit Auktionen für Privatpersonen begann, hat sich längst zu einem Online-Marktplatz für professionelle Anbieter weiterentwickelt. Die große Stärke von eBay ist es, dass man auch die kleinen und regionalen Händler im Blick hat. Das zeigt zum Beispiel die aktuelle Initiative “eBay Deine Stadt”. Dabei handelt es sich um lokale Online-Marktplätze, auf denen private Käufer Angebote aus ihrer Stadt finden und den lokalen Einzelhandel online unterstützen können. Im Jahr 2021 nahmen 26 deutsche Städte und Regionen an der Initiative teil. Rund 7.000 lokale Händler verkauften als Teil der Aktion mehr als 5,5 Millionen Produkte. Gleichzeitig ist eBay ein weltweiter Marktplatz und bietet jedem Händler entsprechend große Absatz-Chancen.

So werden Sie eBay-Händler

Um ein eBay-Verkäufer zu werden, ist die Registrierung der erste Schritt. Wer außerhalb von eBay gewerblich aktiv ist, benötigt ein gewerbliches Händlerkonto auf der Plattform. Auch um selbst hergestellte Produkte zu verkaufen, ist ein solcher Account nötig. Mit einem gewerblichen eBay-Konto können Produzenten und Händler Waren planmäßig, dauerhaft und in großen Stückzahlen auf eBay verkaufen.

Tipp

eBay-Händlerkonto einrichten

Das Konto ist schnell eingerichtet: Auf der Registrierungsseite wird „Gewerbliches eBay-Konto erstellen“ ausgewählt und einige Angaben zum Unternehmen hinterlassen, wie Name, Art und Adresse der Firma. Auch muss ein Passwort festgelegt werden, um sich künftig in sein Verkaufskonto einzuloggen, von dem Händler alle Verkaufsaktivitäten steuern können.

Verkaufen auf eBay leichtgemacht

Seit 2021 werden alle Zahlungen von eBay abgewickelt: Auf diese Weise verwalten Verkäufer sämtliche Zahlungen – unabhängig von der Zahlart des Kunden – direkt im eBay-Konto. Käufer können eine Vielzahl von Zahlmethoden nutzen:

  • PayPal
  • Kreditkarte oder Debitkarte
  • Apple Pay (über die eBay-App auf dem iPhone/iPad und die mobile Website von eBay auf dem iPhone)
  • Google Pay
  • und Klarna-Sofortüberweisung.

Verkaufsprovisionen werden automatisiert verrechnet

Da eBay die Zahlungen abwickelt, zieht der Marktplatz auch die Gebühren und Verkaufskosten für Verkäufe automatisch vor der Auszahlung der Beträge ab. Beispiele für eBay-Verkaufsgebühren sind

  • Verkaufsprovisionen
  • Angebotsgebühren
  • Gebühren für Anzeigen
  • Zusatzoptionen
  • Shop-Abonnements

Wie hoch die Gebühren bei eBay sind, lässt sich pauschal nicht beantworten.

Info

So berechnet sich die Verkaufsprovision bei eBay

Sie setzt sich aus einem Prozentsatz des Gesamtbetrags der Transaktion und 0,35 Euro pro Bestellung zusammen. Im Bereich Garten und Terrasse werden zum Beispiel 12 % für jeden Anteil des Verkaufspreises bis 200 Euro und 2 % für jeden Anteil des Verkaufspreises über 200 Euro fällig. Eine genaue Übersicht finden Sie in den „Gebühren für gewerbliche Verkäufer“.

Gewerblich bei eBay verkaufen

Für das Händlerprofil müssen selbstverständlich ein Impressum, aber auch AGBs, Widerrufsbelehrung und Datenschutzerklärung hinterlegt werden. eBay bietet seinen Händlern viel Unterstützung in Form von Vorlagen und Hinweisen. Unter anderem werden kostenlos Rechtstexte zur Verfügung gestellt – zum Beispiel AGBs.

Außerdem müssen einige besondere rechtliche und steuerliche Aspekte beachtet werden. Um als Betrieb Waren auf eBay zu vertreiben, müssen alle gewerblichen Verkäufer, die sich in Deutschland für die Umsatzsteuer registrieren müssen, seit dem 1. Juli 2021 eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) haben und diese in ihrem eBay-Konto hinterlegen. Dadurch entfällt die zuvor gültige Pflicht zum Einreichen der Bescheinigung nach § 22f UStG in Papierform. Das bedeutet: Gewerbliche Verkäufer, die in Deutschland zur Umsatzsteuerregistrierung verpflichtet sind, aber keine gültige USt-IdNr. angegeben haben, sind seit dem 1. Juli 2021 vom Handel auf dem Online-Marktplatz gesperrt. 

Auf Produktart und Artikelbeschreibung achten

Selbstverständlich müssen auch die Copyrights für die eingesetzten Bilder und Texte beachtet werden und Artikelbeschreibungen vollständig sein. Für die zu verkaufenden Produkte hat eBay klare Regeln aufgestellt. So dürfen beispielsweise keine Produkte ohne CE-Kennzeichnung angeboten werden, generell sind alle Produkte verboten, die ein Gesundheits- oder Sicherheitsrisiko darstellen (wie Laserpointer mit einer Leistung von mehr als 1mW).

Die Liste der zugelassenen und verbotenen Produkte ist sehr detailliert und kann hier nachgelesen werden. Bestimmte Produkte (zum Beispiel Fahrradhelme, Medikamente oder Airbags) sind wiederum nur Verkäufern vorbehalten, die eine Vorabgenehmigung haben oder welche die Verkaufsanforderungen dafür erfüllen.

Die Vorteile von eBay gegenüber einem eigenen Onlineshop

Obwohl die Plattform seinen Verkäufern vieles vorschreibt, hat ein Engagement auf dem Marktplatz einige Vorteile gegenüber einem eigenen Onlineshop:

  • Keine Anfangsinvestition nötig
  • Keine technischen Implementierungen und Programmierungen erforderlich
  • Gewinn ist trotz Gebühren gut kalkulierbar, weil keine Betriebskosten und nur ein überschaubarerer Pflegeaufwand anfallen
  • Hohe Ausfallsicherheit
  • Marketingaufwand ist geringer als bei Launch und Betrieb eines Onlineshops
  • Hohe Reichweite

Mit einem eBay Shop als Marke positionieren

Als Nachteile müssen jedoch die Gebühren, die strengen Vorgaben von eBay (und drohende Strafen bei auch unwissentlichen Verstößen) sowie der hohe Preisdruck auf der Plattform angesehen werden. Auch sind die Gestaltungs- und Präsentationsmöglichkeiten auf dem Marktplatz im Vergleich zum eigenen Webshop eingeschränkt und eine Marke kommt weniger zur Geltung als im eigenen Onlineshop.

Um diesen Nachteil wettzumachen, bietet eBay die Möglichkeit, einen sogenannten „eBay-Shop“ zu erstellen. Dabei handelt es sich quasi um ein Schaufenster, in dem Verkäufer ihre Produkte präsentieren können. eBay bietet vier Shop-Versionen an – von der eBay Shop Basisversion für kleine Händler (39,95 Euro pro Monat) bis zum Platinshop (4999,95 Euro pro Monat) für besonders große Verkaufsvolumina.

Verkaufen auf eBay Kleinanzeigen

Wer Verkaufskosten scheut oder nur geringe Stückzahlen absetzen möchte, kann auch über eBay Kleinanzeigen verkaufen. Lediglich für das Einstellen von mehr als 50 Anzeigen in 30 Tagen erhebt eBay eine Gebühr (ab der 51. Anzeige 95 Cent pro Anzeige). Gewerbliche Verkäufer können aber auch am Pro-Programm teilnehmen: Die Basic-, Power- und Premium-Pakete bieten zusätzliche Funktionen und sorgen für eine höhere Sichtbarkeit. Unter anderem bieten sie eine unbegrenzte Anzeigenlaufzeit, ein automatisches Hochschieben der Angebote sowie eine detaillierte Unternehmensseite.

Innerhalb der Pro-Pakete staffelt sich der Preis je nach Anzahl der Anzeigen, die gleichzeitig geschaltet werden dürfen (von 10 bis 400 Stück). Das kleinste Basic-Paket kostet 35 Euro monatlich, das größte Premium-Paket 599 Euro pro Monat. Wer sich unsicher ist, ob eher eBay oder eBay Kleinanzeigen zum eigenen Business passt, kann – ohne sich zu binden – zunächst eBay Kleinanzeigen testen: Ein Pro-Paket kann dort bis zum Ende des Folgemonats gekündigt werden.