Abfindung

Eine Abfindung ist eine Entschädigung, die ein Arbeitnehmer bei Verlust seines Arbeitsplatzes von seinem Arbeitgeber erhält. Dabei handelt es sich um eine einmalige außerordentliche Zahlung. Grundsätzlich gibt es im Arbeitsrecht, bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses, jedoch keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung. Allerdings kann der Arbeitgeber zur Zahlung einer Abfindung verpflichtet sein, wenn:

  • mit dem Arbeitnehmer ein Aufhebungsvertrag abgeschlossen wurde
  • mit dem Arbeitnehmer ein arbeitsrechtlicher Vergleich vereinbart wurde
  • das Betriebsverfassungsgesetz greift
  • eine Abfindung dem Arbeitnehmer ausdrücklich angeboten wurde, damit er keine Klage bei Gericht einreicht (oftmals bei einer betriebsbedingten Kündigung)
  • das Arbeitsverhältnis durch ein Gericht aufgelöst wurde (wenn z.B. die Zusammenarbeit nicht mehr zumutbar ist)

Abfindungszahlungen und deren Höhe können grundsätzlich mit dem Arbeitgeber frei verhandelt werden. Bei Aufhebungsverträgen besteht jedoch die Faustregel von einem halben bis einem Brutto-Monatsgehalt pro Jahr der Betriebszugehörigkeit. Ebenso bei einem Vergleich, auch hier orientiert sich die Höhe der Abfindung an dieser Faustregel.

Das Betriebsverfassungsgesetz sieht ebenfalls Abfindungen vor. Diese Regelungen gelten allerdings nur bei Betrieben mit Betriebsrat und mehr als 20 wahlberechtigten Arbeitnehmern. Der Arbeitgeber muss sich dann mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich einigen. Ansonsten können entlassene Arbeitnehmer Klage erheben und das Gericht legt die Höhe der Abfindung fest. Ebenfalls sind bei größeren Betrieben häufig Sozialpläne, die Abfindungszahlungen enthalten, erforderlich. Wenn für Ihr Unternehmen das Kündigungsschutzgesetz besteht (wenn Sie mehr als 10 ständige Mitarbeiter beschäftigen) gibt es zwei Fälle:

1. Betriebsbedingte Kündigung: Hier sollten Sie, damit der entlassene Mitarbeiter keine Kündigungsschutzklage erhebt, eine Abfindung anbieten. Die Höhe der Abfindung ist in diesem Fall gesetzlich festgelegt und beträgt ein halbes Brutto-Monatsgehalt für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit.

2. Wenn das Gericht feststellt, dass eine Kündigung rechtlich nicht in Ordnung ist: Das Gericht kann in diesem Fall das Arbeitsverhältnis mit einer Abfindungszahlung auflösen. Das passiert vor allem, wenn das Gericht feststellt, dass eine weitere Zusammenarbeit unzumutbar ist. Die Summe der Abfindung wird dann je nach Einzelfall festgelegt. Es sind aber Höchstbeträge vorgegeben.

Mehr zum Thema Abfindung finden Sie in unserem Beitrag: Mitarbeiter entlassen: Wie viel Abfindung muss ich zahlen?

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