Innergemeinschaftlichen Erwerb buchen (Kennzahl 89, 61)

Umsätze von Warenlieferungen eines Unternehmers aus dem EU-Binnenmarkt unterliegen beim unternehmerischen Leistungsempfänger der Besteuerung als innergemeinschaftlicher Erwerb. Für die automatische Steuerbuchung stehen spezielle Steuersätze zur Verfügung.

Hintergrund

§ 1a UStG Innergemeinschaftlicher Erwerb
(1) Ein innergemeinschaftlicher Erwerb gegen Entgelt liegt vor, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:
1Ein Gegenstand gelangt bei einer Lieferung an den Abnehmer (Erwerber) aus dem Gebiet eines Mitgliedstaates in das Gebiet eines anderen Mitgliedstaates oder aus dem übrigen Gemeinschaftsgebiet in die in § 1 Abs. 3 bezeichneten Gebiete, auch wenn der Lieferer den Gegenstand in das Gemeinschaftsgebiet eingeführt hat,
2der Erwerber ist
a) ein Unternehmer, der den Gegenstand für sein Unternehmen erwirbt, oder
b) eine juristische Person, die nicht Unternehmer ist oder die den Gegenstand nicht für ihr Unternehmen erwirbt,
3die Lieferung an den Erwerber
a) wird durch einen Unternehmer gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausgeführt und
b) ist nach dem Recht des Mitgliedstaates, der für die Besteuerung des Lieferers zuständig ist, nicht aufgrund der Sonderregelung für Kleinunternehmer steuerfrei.

Der innergemeinschaftliche Erwerb ist umsatzsteuerpflichtig.
Die Steuer auf den Erwerb kann als Vorsteuer gemäß § 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 UStG abgezogen werden.

In der Umsatzsteuer-Voranmeldung weisen Sie Bemessungsgrundlage und Steuer in der Kennzahl 89 aus.
Die abziehbare Vorsteuer wird in der Kennzahl 61 abgezogen.

 


Steuersätze für innergemeinschaftlichen Erwerb

Prüfen Sie die Steuersätze im Menü 'Verwaltung - Steuersätze'.
Für die automatische Steuerbuchung benötigen Sie Steuersätze mit der Steuerart i.g.E.
Legen Sie fehlende Steuersätze selbst an.

Steuersätze SKR-03

Steuersätze SKR-04

DATEV-Steuerschlüssel
DATEV-Steuerschlüssel werden für die korrekte Berechnung der Steuer bei Exporten und Importen (ASCII und DATEV) benötigt.
Hinterlegen Sie die Steuerschlüssel nach Klick auf das grüne Symbol 

Steuersatz 01.01.2007ab 01.07.2020ab 01.01.2021
USt/VSt 5%01816
USt/VSt 7%181618
USt/VSt 16%171917
USt/VSt 19%191719
I.g.E. Neufahrzeug191719

 


Konten für innergemeinschaftlichen Erwerb

In den Standardkontenplänen sind die Konten für die Buchung des innergemeinschaftlichen Erwerbs vorhanden. 

Falls Konten in Ihrem Kontenplan fehlen, starten Sie die Kontenaktualisierung im Menü 'Verwaltung - Kontenaktualisierung'.

 


Buchungssätze

Eingangsrechnung
Buchen Sie die Eingangsrechnung aus innergemeinschaftlichem Erwerb mit dem Nettobetrag.
Die Steuer wird automatisch berechnet und gebucht.

Beispiel: 19% USt/VSt 
Sollkonto SKR-03 / SKR-04Habenkonto SKR-03 / SKR-04Nettobetrag
3425 / 5425
EG-Erwerb 19 % Vorsteuer und 19 % Umsatzsteuer
Kreditor10.000

Buchungssatz im Journal mit automatischer Steuerumbuchung:

 

Zahlungseingang mit Skonto

Den Abzug von Skonto buchen Sie mit dem Zahlungseingang.

  1. Geben Sie in der Buchungsmaske den geminderten Betrag ein.
  2. Wählen Sie bei der Ausbuchung des offenen Postens die Einstellung 'Ausbuchen des Differenzbetrags als Minderung'.
  3. Wählen Sie als Konto das Minderungskonto.
     

Ausweis in der Umsatzsteuer-Voranmeldung

Bemessungsgrundlage und Steuer werden in den Kennzahlen 89, 93, 95 und 94 ausgewiesen. Die abziehbare Vorsteuer steht in der Kennzahl 61.

 


Centdifferenzen in der Umsatzsteuer-Voranmeldung

Zwischen der Bemessungsgrundlage (Kennzahl 89) und der Vorsteuer (Kennzahl 61) kann es aufgrund der Formularvorgaben zu Centdifferenzen kommen:

  • Kennzahl 89
    Die Bemessungsgrundlage wird auf volle Euro abgerundet.  Aus dem abgerundeten Nettobetrag errechnet das Programm den Steuerbetrag.
    Diese Berechnung ist im amtlichen Formular definiert und in der Spaltenüberschrift entsprechend formuliert: 'Bemessungsgrundlage volle EUR'.
  • Kennzahl 61
    Der Vorsteuerbetrag wird aus dem Vorsteuerkonto übernommen. Der Vorsteuerbetrag wird nicht gerundet.

Da die Steuer zu Kennzahl 89 aus dem abgerundeten Betrag errechnet wird und die Steuer in Kennzahl 61 aus dem Vorsteuerkonto unverändert übernommen wird, kann es zwischen diesen beiden Positionen zu Rundungsdifferenzen kommen.