Datenrettung: Verlorene Daten wiederherstellen

Ein Datencrash kann ein erhebliches Problem für Unternehmen werden. Stehen Informationen auf einmal nicht mehr zur Verfügung, sind unproduktive Arbeitszeiten noch eine vergleichsweise milde Folgeerscheinung. Schlimmer wird es, wenn essentielle, dringend benötigte Daten verlorengehen. Dann kann ein Datenverlust sogar existenzbedrohende Ausmaße annehmen. Kommt es zum Ernstfall, müssen Sie aber nicht gleich verzweifeln. Eine Datenrettung und -wiederherstellung ist mit etwas Aufwand und Glück in den meisten Fällen möglich.

So gelingt die Datenrettung

Datenrettung: So beugen Sie dem Crash wirkungsvoll vor

Für einen Datencrash gibt es eine Vielzahl von Ursachen: von Hardwarefehlern und Unfällen aller Art über Softwareprobleme und menschliche Fehler bis hin zu Sabotage.

Einen perfekten Schutz vor diesen Gefahrenquellen gibt es nicht. Die gute Nachricht: Durch geeignete Vorsichtsmaßnahmen können Sie die Risiken minimieren. Das Spektrum der Möglichkeiten reicht dabei von der Anschaffung hochwertiger Hardware über die regelmäßige Kontrolle und den Einsatz einer unterbrechungsfreien Stromversorgung bis hin zu Schulungsmaßnahmen für Ihre Mitarbeiter.

Auch damit eine Datenrettung im Fall der Fälle möglichst einfach gelingt, können Sie schon im Vorhinein einiges unternehmen. Eine Datenwiederherstellung auf einem SSD-Speicher ist zum Beispiel deutlich schwieriger als bei konventionellen Magnetfestplatten. Bei diesen lassen sich Daten nach einem versehentlichen Löschen durch Datenrettungsprogramme häufig noch rekonstruieren. SSDs sind in dieser Hinsicht weniger fehlertolerant und Daten können meist schon direkt nach dem Löschen nicht mehr wiederhergestellt werden.

Kommt es trotz aller Schutzmaßnahmen zu einem Datenverlust, gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten, um diese Daten (oder zumindest Teile davon) doch noch zu retten:

  1. Sie versuchen, mit einer Datenrettungssoftware die Daten selbst wiederherzustellen.
  2. Sie beauftragen eine spezialisierte Datenrettungsfirma mit dieser Aufgabe.
  3. Sie ersetzen die verloren gegangenen Daten durch aktuelle Kopien. Eine Backup-Strategie ist mit Sicherheit die einfachste und beste Option.

Schulungsvideo:
Was tun bei einer Datenpanne? Das verlangt die DSGVO 

Dauer: ca. 75 Minuten
Referent: Michael Rohrlich, Rechtsanwalt

Wenn Firmendaten abhanden kommen oder in falsche Hände gelangen, ist das ärgerlich und oft teuer. Vor allem, wenn es sich um personenbezogene Daten handelt, die durch die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) geschützt sind. In diesem kompakten Schulungsvideo erfahren Sie, wie Sie Datenverlust vermeiden und richtig vorgehen, falls es doch einmal dazu kommen sollte.

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Daten wiederherstellen: Ein Plan für den Notfall

Kommt es zu einem Datencrash, ist es wichtig, dass Sie nicht in Panik geraten. Gehen Sie stattdessen möglichst schnell und gezielt vor, um Ihre Daten zu retten. Hierbei kann Ihnen ein Notfallplan helfen.

Der Plan für den Notfall ist ein elementarer Baustein jedes guten Datensicherheitskonzepts. Dazu gehört zunächst einmal die Definition: Was ist ein Notfall? Nicht jede kaputte Festplatte ist ein Daten-Gau. Oftmals lassen sich Ausfälle von Computern oder Netzwerken durch geplante Maßnahmen, wie z. B. Ersatzbeschaffung, in kurzer Zeit beheben. Dann sind Ihre Daten in der Regel auch sehr schnell und einfach wiederhergestellt.

Der wahre Notfall tritt erst dann ein, wenn innerhalb der erforderlichen Zeit keine Wiederherstellung Ihrer Daten möglich ist und sich daraus ein messbarer Schaden ergibt. Ihr Sicherheitskonzept sollte diese kritische Grenze beschreiben, damit schon bei Eintritt eines Ereignisses, das zu einem Notfall führen könnte, die erforderlichen Maßnahmen (Ersatzbeschaffung, Anfordern der Backups, Benachrichtigen wichtiger Kunden oder Geschäftspartner etc.) ergriffen und der Schaden in Grenzen gehalten werden kann.

CHECKLISTE

IT-Notfallplan

Ein IT-Ausfall kann schnell das Tagesgeschäft lahmlegen. Mit dieser Checkliste erstellen Sie einen Notfallplan, dank dem Sie Ihre Daten schnell wiederherstellen können.

 

Datenrettung mit Hilfe von Software

Programme zur Datenrettung und Datenwiederherstellung gibt es viele. Generell dürfen Sie sich von diesen Werkzeugen allerdings keine Wunder erwarten. Am größten sind die Erfolgsaussichten, wenn Daten versehentlich gelöscht wurden.

Tipp: Papierkorb-Funktion verwenden

Im besten Fall befinden sich die gelöschten Daten noch völlig unversehrt im Papierkorb Ihres Rechners, von wo aus sie mit einem einfachen Mausklick wiederhergestellt werden können. Deshalb empfiehlt es sich, die Standardeinstellung von Windows zum Löschen nicht dahingehend zu verschärfen, dass Daten direkt ohne den Umweg über den Papierkorb gelöscht werden.

Behalten Sie deshalb die Standard-Einstellungen Ihres Windows-Rechners bei. Nur so landen Dateien nach dem Löschen zunächst im Papierkorb. Hier können Sie diese bei Bedarf wiederherstellen oder endgültig löschen.

ANLEITUNG

Datenrettung mit Windows-Bordmitteln

Haben Sie eine Datei versehentlich gelöscht? Dann können Sie diese mit etwas Glück einfach wiederherstellen. Lesen Sie hier, wie es geht.

Aber auch nach dem endgültigen Löschen, also dem Entfernen aus dem Papierkorb, sind die Daten nicht gleich vom Datenträger verschwunden. Gerade in diesen Fällen haben Sie mit einem guten Datenrettungstool recht gute Chancen, die verschwundenen Daten wiederherzustellen.

Erhöhen Sie die Chancen Ihrer Datenrettung

Sie sollten mit dem Einsatz von Datenrettungstools nicht lange warten. Je eher Sie nach dem versehentlichen Löschen bzw. nach dem Auftreten des Defekts den Rettungsversuch starten, desto größer sind die Erfolgsaussichten. Gerade beim versehentlichen Löschen verhindern Sie dadurch, dass die immer noch vorhandenen Daten überschrieben werden. Dies ist wichtig, da die Daten sonst durch keine Methode mehr gerettet und wiederhergestellt werden können. Gleiches gilt auch, wenn etwa versehentlich eine komplette Partition gelöscht oder die Festplatte irrtümlicherweise formatiert wurde. Es empfiehlt sich daher, eine Datenrettungssoftware direkt von einem Notfall-USB-Stick aus zu verwenden.


Bei physischen Schäden am Datenträger ist es noch wichtiger, dass Sie Ihre Daten möglichst schnell retten und nicht unnötig warten. Dadurch kann es nämlich zu weiteren Beeinträchtigungen kommen. Die Folge: Schon bei simplen Lesezugriffen drohen weitere Schäden. In diesen Fällen sollte direkt ein Abbild (Image) des Datenträgers angefertigt werden, das danach analysiert werden kann, um Ihre Daten wiederherzustellen. Einige der Datenrettungstools beinhalten bereits eine solche Image-Software.

Nutzen Sie ein bewährtes Datenrettungsprogramm

Zu den empfehlenswerten Datenrettungstools gehören beispielsweise:

  • Easy Recovery, die leistungsfähige Lösung vom renommierten Datenrettungsspezialisten Kroll Ontrack
  • Data Recovery Wizard, das einfach zu bedienende Tool von EaseUS
  • Recuva, das kostengünstige Datenrettungsprogramm von Piriform.

Mit diesen Tools haben Sie gute Chancen, Ihre Daten wiederherzustellen und damit zu retten.

Experten-Chat:
Fragen & Antworten zum Thema Datensicherheit

Experte: Thomas Schirmer, IT-Fachjournalist und Buchautor

Im Live-Chat am 20. März 2019 konnten Sie Ihre Fragen zu den Themen Datensicherheit, Datenverlust und Datenmissbrauch an unseren Experten Thomas Schirmer richten.

Alle Fragen und die Antworten unseres Experten finden Sie in diesem PDF:

Datenrettung durch Spezialisten

Noch größere Chancen zur Datenwiederherstellung als mit den Datenrettungsprogrammen haben Sie, wenn Sie die Datenträger zur Rettung in die Labore von Spezialisten geben. Hier können Profis mitunter Ihre Daten sogar noch aus stark in Mitleidenschaft gezogenen Datenträgern wiederherstellen.

Allerdings setzt diese Art der Datenrettung einen hohen Aufwand voraus. Die Ausstattung der Labore muss hohen Ansprüchen genügen und vor allem muss sich qualifiziertes Personal in sehr zeitintensiven Prozessen mit den jeweiligen Datenträgern befassen.

Bei der Beauftragung eines professionellen Datenretters müssen Sie zudem vorsichtig sein, denn in der Branche tummeln sich auch etliche schwarze Schafe. Diese zu erkennen fällt meist nicht leicht, denn auch hinter professionell gemachten Webauftritten und positiven Kundenbewertungen muss nicht immer auch ein seriöses Angebot stehen.

Kosten für die Datenrettung

Die professionelle Datenwiederherstellung ist aufgrund des Aufwands, des qualifizierten Personals und der professionellen Ausstattung der Labore in aller Regel recht teuer. In vielen Fällen hat bereits die Analyse des Datenträgers einen entsprechenden Preis, die Kosten für die eigentlichen Rettungsmaßnahmen variieren zumeist je nach Art des Datenträgers und des jeweiligen Schadens. So sind Reparaturversuche bei logischen Fehlern, etwa Beschädigungen des Filesystems, meist deutlich günstiger als bei mechanischen Defekten. Insgesamt können hier für die Datenwiederherstellung schnell Kosten im vierstelligen Bereich zusammenkommen.

ANLEITUNG

Datenrettung bei Ihren Lexware Produkten

Ihre Festplatte ist kaputt und Sie können nicht mehr auf Ihre Lexware Daten zugreifen? Kein Problem! Mit dieser Anleitung stellen Sie Ihre Daten im Handumdrehen wieder her.



Fazit - Die richtige Vorsorge erspart Ihnen die Datenrettung

Auch wenn es einmal zu einem Datencrash kommen sollte, bedeutet dies nicht gleich das Ende der Welt. Oft besteht mit Hilfe von Datenrettung durch spezielle Software oder Spezialisten doch noch die Möglichkeit, Ihre Daten zu retten und wiederherzustellen. Dies ist allerdings zumeist mit hohem Aufwand und Kosten verbunden. Lassen Sie es also am besten gar nicht erst so weit kommen!

Wie Sie Ihre Daten bestmöglich vor Verlust, Diebstahl und Missbrauch schützen, erfahren Sie auf den weiteren Themenseiten zur Datensicherheit: