Kennzahlen: So erleichtern sie die Unternehmensführung

Sie gehören zum Business-Einmaleins und bilden einen zentralen Grundpfeiler der Unternehmenssteuerung: Kennzahlen. Ohne sie verlässt man sich als Unternehmer bei Entscheidungen nur auf das Bauchgefühl. Mit Hilfe von Kennzahlen können Sie die Leistungsfähigkeit Ihres Unternehmens schnell beurteilen und entsprechende Maßnahmen einleiten. Erfahren Sie auf dieser Seite, welches die wichtigsten Kennzahlen für die Unternehmensführung sind und wie Sie diese gewinnbringend für Ihr Unternehmen nutzen.

Definition

Was sind Kennzahlen?

Vereinfacht ausgedrückt ist eine Kennzahl die Zusammenfassung mehrerer Zahlen und Informationen in (zumeist) einer einzigen Zahl. So lässt sich mit Hilfe einer Kennzahl ein bestimmter Sachverhalt einfach und übersichtlich darstellen. Beispielsweise sehen Sie anhand Ihrer Unternehmenskennzahlen auf einen Blick, wie viel operativer Gewinn von Ihrem Umsatz am Ende tatsächlich übrigbleibt oder wie das Verhältnis von Personalkosten zu Umsatz aussieht – also ob Ihre Mitarbeiter das in sie gesteckte Geld auch wieder „reinholen“.

Betriebliche Kennzahlen sollen vor allem Unternehmer bei der Führung des Betriebes unterstützen. Auf ihrer Grundlage können sie Entscheidungen fundierter treffen und Verbesserungen frühzeitig anstoßen.

Banken und anderen Geschäftspartnern dienen Kennzahlen zur Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Außerdem spielen sie beim Branchen- und Wettbewerbsvergleich eine wichtige Rolle.

Kennzahlen gibt es für alle Unternehmensbereiche. Dabei sind für jeden Bereich andere Aspekte wichtig. Hier drei Beispiele:

  • Finanzwesen: Hier sind betriebswirtschaftliche Kennzahlen von Bedeutung, die einen Überblick über die finanzielle Situation des Unternehmens und dessen Liquidität geben.
  • Personalbereich: Bei Personalkennzahlen geht es u. a. darum, wie zufrieden oder wie leistungsfähig die Mitarbeiter sind.
  • Vertrieb: Hier ist z. B. entscheidend, welchen Erfolg die Angebote haben und wie hoch die Reklamationsquote ist.

Info

Exkurs: Kennzahlensysteme

Bei Kennzahlensystemen werden Sachverhalte mit mehreren Kenngrößen ausgedrückt. So lässt sich noch besser erkennen, wie ein Ergebnis zustande kommt. Weit verbreitet ist das DuPont-Kennzahlensystem, welches 1919 entwickelt wurde und damit das älteste Kennzahlensystem ist. Beim DuPont-Kennzahlensystem steht der Return on Investment (ROI) im Mittelpunkt – und damit die Gesamtrentabilität des Unternehmens. Das Ziel ist es, diese Gesamtrentabilität so hoch wie möglich zu halten. Weitere Kennzahlensysteme sind das ZVEI-, das RL-Kennzahlensystem oder die Balanced Scorecard. Sie werden in kleinen Betrieben in der Regel allerdings nur sehr selten genutzt.

Diese Vorteile bieten Ihnen Kennzahlen

Unternehmer, die regelmäßig mit Kennzahlen arbeiten, sind in der Praxis meist erfolgreicher als Unternehmer, die darauf verzichten. Dies hat verschiedene Gründe. 

Durch einen Blick auf die jeweilige Kennzahl und ihre Entwicklung sind Sie als Unternehmer immer bestens darüber informiert, wie es in den einzelnen Bereichen läuft und können sinnvolle strategische Entscheidungen daraus ableiten.

Nutzen Sie Kennzahlen für das Controlling, können Sie kritische Entwicklungen schnell erkennen und haben die Möglichkeit, frühzeitig gegenzusteuern. Wenn beispielsweise die Reklamationsquote rapide ansteigt, sollten Sie untersuchen, was der Grund dafür ist: Hat sich die Qualität Ihrer Produkte in kurzer Zeit so stark verschlechtert? Ist evtl. ein neuer Mitarbeiter zu den Kunden sehr unfreundlich? Oder liegt es an etwas anderem?

Auch für Wettbewerbs- und Branchenvergleiche sind Kennzahlen Gold wert. Denn sie zeigen, wie gut (oder schlecht) man im Vergleich mit anderen Unternehmen dasteht. Wenn man beispielsweise im selben Zeitraum deutlich weniger Vertragsabschlüsse verzeichnen kann als vergleichbare Unternehmen, sollte man sich möglicherweise seine Vertriebsprozesse einmal genauer anschauen.

Im Überblick bedeutet das:

  • Sie erhalten einen kompakten und übersichtlichen Überblick über komplexe Sachverhalte.
  • Sie sind in der Lage, die Entwicklung der Unternehmensbereiche nachzuvollziehen.
  • Sie erkennen kritische Entwicklungen frühzeitig und können so schnell reagieren.
  • Sie haben die Möglichkeit, sich mit Ihren Wettbewerbern zu vergleichen und ggf. Maßnahmen zu ergreifen.

So sparen Sie mit Kennzahlen wertvolle Zeit

Fakt ist: Die Auswertung von Kennzahlen rentiert sich für jedes Unternehmen. Vereinzelt hört man von Unternehmern, dass sie keine Zeit dafür haben. Bei einem genaueren Blick zeigt sich aber, dass dieses Argument nicht haltbar ist. Denn das Gegenteil ist richtig: Kennzahlen sparen Unternehmern viel Zeit!

Dadurch, dass komplexe Sachverhalte schnell sichtbar werden, müssen Sie sich als Unternehmer deutlich weniger in Details einarbeiten und können sich im Tagesgeschäft anderen wichtigen Aufgaben widmen. Verzichten Sie dagegen auf die Arbeit mit Kennzahlen, müssen Sie sich die Informationen für strategische Entscheidungen jedes Mal erneut mühsam und zeitaufwendig zusammenstellen.

Die meisten wichtigen Kennzahlen stehen Ihnen auch bereits zur Verfügung – ohne dass Sie viel dafür tun müssen. So finden Sie viele Kennzahlen bereits direkt in Ihrem Lexware Programm. Weitere lassen sich aus der Betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWAoder der Bilanz ableiten.

Tipp

Praxis-Tipp

In der Praxis hat es sich als sinnvoll herausgestellt, sich einmal im Monat 1-2 Stunden mit den wichtigsten Kennzahlen zu befassen, am besten, nachdem der Monatsabschluss vorliegt.

Die wichtigsten Kennzahlen für Kleinunternehmer und Selbstständige

Unternehmenskennzahlen gibt es in Hülle und Fülle. Daher ist es wichtig, sich für Kennziffern zu entscheiden, die für die Führung des Betriebes wichtig sind. Zwar gibt es unterschiedliche Anforderungen je nach Branche und Unternehmen. Im Kern sollten sich aber alle Unternehmer und Selbstständige mit drei Kennzahlen-Gruppen befassen:

  • Kennzahlen zur Messung des betriebswirtschaftlichen Erfolgs
  • Kennzahlen zur Messung der Liquidität
  • Kennzahlen, die als Frühwarnindikatoren für eine drohende Schieflage dienen

Im Folgenden stellen wir Ihnen die drei wichtigsten Unternehmenskennzahlen jeder Gruppe vor.

Kennzahlen zur Messung des betriebswirtschaftlichen Erfolgs

Unternehmen wollen Gewinne erzielen und sie müssen zahlungsfähig sein. Daher ist es für die Unternehmensführung wichtig, Finanzkennzahlen im Blick zu haben, die sich mit der Rendite und Liquidität des Betriebes befassen.

Banken und Auskunfteien wie Creditreform oder CRIF Bürgel arbeiten in der Regel ebenfalls mit diesen Kenngrößen, wenn sie z. B. die Bonität von Firmen bewerten. Die Ergebnisse fließen in das „Rating“ ein – die Note, die Auskunft über die Leistungs- und Zahlungsfähigkeit des Unternehmens gibt und die über die Kreditwürdigkeit Ihres Unternehmens entscheidet. 

Auch Geschäftspartner, etwa große Kunden, unterziehen Betriebe solchen Analysen und arbeiten mit diesen Kennzahlen. Hintergrund hierfür ist, dass die Partner wissen wollen, mit wem sie es zu tun haben und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass z. B. Kredite oder Rechnungen pünktlich bezahlt werden. Wie Sie Ihre Bonitätsauskunft gegenüber Geschäftspartnern positiv beeinflussen, erfahren Sie auf unserer Schlagwortseite Bonität.

Umsatzrendite bzw. Umsatzrentabilität

Die Umsatzrendite (auch Umsatzrentabilität genannt) zeigt Ihnen, wie viel Prozent Ihres Umsatzes nach Abzug der Kosten als Gewinn übrigbleibt. Diese Kennzahl ist ein Maßstab für die Effizienz Ihres Unternehmens. Je höher die Zahl ist, desto effizienter arbeitet Ihr Unternehmen. Die durchschnittliche Umsatzrendite variiert stark von Branche zu Branche.

Tipp: Wenn Sie einen Anhaltspunkt dafür haben möchten, wie Ihre Umsatzrendite im Branchenvergleich liegt, können Sie den durchschnittlichen Wert Ihrer Branchebei der IHK oder bei Ihrem Branchenverband erfragen.

Optimierungsmöglichkeiten: Um die Umsatzrendite zu erhöhen, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: So können Sie beispielsweise Maßnahmen treffen, um die Kosten zu senken (z. B. im Material- oder Energiebereich) oder Prozesse zu verbessern (z. B. durch Automatisierung).

Formel: Umsatzrendite = Gewinn (Jahresüberschuss nach Steuern) * 100 / Umsatz

Tipp

Ertragskraft beurteilen

Um die Ertragskraft aus dem Kerngeschäft besser beurteilen zu können, können Sie anstelle des Jahresüberschusses auch das Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT - Earnings before Interests and Taxes) ins Verhältnis zum Umsatz setzen.

Formel: EBIT-Rendite = EBIT * 100 / Umsatz

Gesamtkapitalrentabilität bzw. ROI

Die Gesamtkapitalrentabilität (auch Return on Investment (ROI) oder Gesamtkapitalrendite genannt) gibt an, wie gut sich das gesamte im Unternehmen eingesetzte Kapital „verzinst“. Damit zeigt die Kennzahl, ob Ihr Betrieb die Anforderungen der Kapitalgeber (z. B. Eigentürmer, Banken) erfüllen kann. Je höher diese Zahl, desto mehr freut es die Kapitalgeber.

Die meisten Investoren erwarten eine „Verzinsung“ ihres eingesetzten Kapitals von mindestens 8 %, Banken werten Ausprägungen ab 10 % als gut.

Optimierungsmöglichkeiten: Die Gesamtkapitalrendite lässt sich durch dieselben Maßnahmen erhöhen wie die Umsatzrendite. Außerdem hat eine Reduzierung der Kapitalbindung positive Auswirkungen – z. B. durch Reduktion von Forderungen oder Lagerbeständen.

Formel: ROI = (Gewinn + Bankzinsen) * 100 / Gesamtkapital

Cashflow

Der Cashflow gibt an, wie viel Geld Ihr Unternehmen erwirtschaftet. Dabei werden den Einzahlungen die Auszahlungen einer Periode gegenübergestellt. Somit ist der Cashflow ein Maßstab zur Beurteilung der Selbstfinanzierungskraft Ihres Unternehmens. Denn je mehr Geld das Unternehmen selbst erwirtschaftet, desto weniger ist es auf externe Geldgeber angewiesen.

Der Cashflow ist – wie die Umsatzrendite – ebenfalls sehr stark branchenabhängig. Die durchschnittlichen Branchenwerte können auch hier beim Branchenverband oder der IHK nachgefragt werden.

Optimierungsmöglichkeiten: Den Cashflow können Sie durch ähnliche Maßnahmen verbessern wie die Umsatzrendite, z. B. durch Kostensenkungenoder Prozessverbesserungen (wie z. B. die Senkung von Durchlaufzeiten).

Formel: Cashflow = Gewinn + Abschreibungen + Zuführung zu langfristigen Rückstellungen

Tipp

Cashflow-Rendite berechnen

Setzt man den Cashflow ins Verhältnis zum Umsatz, erhält man die Cashflow-Rendite, mit der sich die Rentabilität auf Basis der tatsächlichen Zahlungsströme messen lässt: Wie viel Prozent vom Umsatz kommt tatsächlich auf dem Konto an?

Formel: Cashflow-Rendite = Cashflow * 100 / Umsatzerlöse

Kennzahlen zur Messung der Liquidität

Neben der Leistungsfähigkeit spielt die Zahlungsfähigkeit (Liquidität) eines Betriebes eine große Rolle bei der Unternehmensführung. Wie bereits erwähnt schauen auch Banken und Geschäftspartner ganz genau auf diese Zahlen.

Die drei wichtigsten Kennzahlen im Bereich Liquiditätwerden im Folgenden beschrieben:

Liquiditätsgrad II

Es gibt insgesamt 3 Liquiditätsgrade, die aufzeigen, in welchem Maße ein Unternehmen zahlungsfähig ist bzw. ob Zahlungsschwierigkeiten drohen. Der Liquiditätsgrad II zeigt, inwieweit relativ schnell in Geld umwandelbare Forderungen und vorhandene flüssige Mittel ausreichen, um kurzfristig fällige Verbindlichkeiten zu decken.

Als Richtwert sollte hier mindestens 100 % erreicht werden. Dann decken die kurzfristig verfügbaren Mittel die kurzfristig fälligen Verbindlichkeiten ab. Idealerweise beträgt das Verhältnis 130 % - 140 %.

Optimierungsmöglichkeiten: Der Liquiditätsgrad II kann u. a. dadurch verbessert werden, dass Sie Forderungsbestände senken (z. B. durch Bonitätsprüfungen, ein optimiertes Mahnwesen o. Ä.) und darauf achten, dass Ihre Kreditorenbestände nicht zu hoch werden. 

Formel: Liquiditätsgrad II = (Forderungen + liquide Mittel) * 100 / kurzfristige Verbindlichkeiten

Info

Liquiditätsgrad I und II im Vergleich

Liquiditätsgrad I und III unterscheiden sich leicht von Grad II:

Liquiditätsgrad I = flüssige Mittel / kurzfristige Verbindlichkeiten
Liquiditätsgrad III = (flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen + Vorräte) / kurzfristige Verbindlichkeiten

Working-Capital-Ratio

Die Working-Capital-Ratio zeigt Ihnen, ob Ihre kurzfristigen Verbindlichkeiten durch in ähnlicher Frist vorhandenes Vermögen gedeckt sind. Sie entspricht im Kern dem Liquiditätsgrad III. Ein Wert zwischen 130 % und 200 % sollte hier im Idealfall angestrebt werden.

Optimierungsmöglichkeiten: Die Working-Capital-Ratio kann beispielsweise erhöht werden, indem Forderungs- und Lagerbestände gesenkt werden oder eine Sortimentsbereinigung stattfindet.

Formel: Umlaufvermögen * 100 / kurzfristige Verbindlichkeiten

Lagerumschlagshäufigkeit

Anhand der Lagerumschlagshäufigkeit erkennen Sie, wie oft Ihr Lager bzw. der darin gelagerte Waren- oder Materialbestand innerhalb einer bestimmten Zeitspanne gefüllt und wieder geleert wird. Je höher die Lagerumschlagshäufigkeit, desto niedriger ist die Kapitalbindung. Eine möglichst hohe Umschlagshäufigkeit ist daher günstig.

Die Umschlagshäufigkeit ist aber ebenfalls sehr branchenabhängig: Während beispielweise ein Unternehmen der Lebensmittelbranche einen sehr hohen Wert aufweisen wird, wird der eines Händlers von Luxusautos eher niedrig sein.

Optimierungsmöglichkeiten: Um die Lagerumschlagshäufigkeit zu verbessern, können Sie u. a. Ladenhüter aus dem Sortiment nehmen oder den Lagerbestand senken.

Formel: Lagerumschlagshäufigkeit = Umsatzerlöse / Materialbestand (Bilanzpositionen Material, Waren etc.)

Tipp

Formel zur Berechnung der Lagerumschlagshäufigkeit

Wenn Sie wissen möchten, wie viele Tage es dauert, bis Ihr Lager einmal "umgeschlagen" ist, setzen Sie die Lagerumschlagshäufigkeit einfach ins Verhältnis zu einem Jahr:

Lagerumschlagshäufigkeit (Tage) = 365 / (Umsatzerlöse / Materialbestand)

Kennzahlen als Frühwarnindikatoren

Einige Kennzahlen können auch als Frühwarnindikatoren genutzt werden. Sie liefern Hinweise darauf, ob und wo es in Zukunft zu Problemen kommen kann. Da die meisten Finanzkennzahlen v. a. Informationen darüber enthalten, wie sich die Leistungsfähigkeit in der Vergangenheit entwickelt hat, müssen Unternehmer hier andere Kenngrößen nutzen.

Angebotserfolgsquote

Die Angebotserfolgsquote verdeutlicht, wie viele Kunden aufgrund abgegebener Angebote bei Ihnen gekauft haben. Sie ist damit ein Indikator für die Produkt- und Sortimentsqualität sowie die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens. Sinkt die Angebotserfolgsquote, sollten Sie der Sache schnellstmöglich nachgehen, denn dies ist dies ein deutliches Warnzeichen. Es kann auf nachlassende Produktqualität, ein in die Jahre kommendes Portfolio oder auf Qualitätsmängel im Vertrieb hindeuten. Auch diese Kennzahl ist stark branchenabhängig.

Optimierungsmöglichkeiten: Um die Angebotserfolgsquote zu verbessern, stehen Ihnen verschiedene Ansätze zur Verfügung. Einerseits können Sie Ihr Sortiment auf Aktualität, Wettbewerbsfähigkeit und Qualitätsmängel prüfen. Andererseits können Sie proaktiv auf Ihre Kunden zugehen und Sie zu den Gründen befragen, weshalb sie am Ende doch nicht bei Ihnen gekauft haben. Möglicherweise hilft auch eine Schulung der Vertriebsmitarbeiter.

Formel: Anzahl Vertragsabschlüsse * 100 / Anzahl abgegebener Angebote

Kundenindex

Der Kundenindex zeigt Ihnen, wie sich die Kundenzahl Ihres Unternehmens über einen Zeitraum von mehreren Jahren entwickelt. Verschlechtert sich der Index mehrmals hintereinander, verliert das Unternehmen meist dauerhaft Kunden, Umsätze und Gewinne. Außerdem verschlechtert sich die Liquidität. Ein positives Zeichen ist es dagegen, wenn der Kundenindex sich über mehrere Jahre hinweg positiv entwickelt. Grundsätzlich sollte er größer als 1 sein.

Optimierungsmöglichkeiten: Den Kundenindex verbessern jegliche Maßnahmen, die Ihnen helfen, Kunden langfristig an Ihr Unternehmen zu binden bzw. neue Kunden zu gewinnen. Beispiele hierfür sind:

  • verbesserte Kundenansprache
  • großangelegte Neukundengewinnungsaktionen

Formel: Kundenzahl lfd. Jahr / Kundenzahl Vorjahr

Reklamationsquote

Die Reklamationsquote gibt Ihnen Hinweise zur Kundenzufriedenheit, also darüber wie zufrieden Ihre Kunden mit Ihren Produkten und Ihrem Service sind. Die Reklamationsquote sollte maximal bei 3 % liegen. Eine hohe Quote weist auf Qualitätsprobleme bei Ihrem Service und/oder Ihren Produkten hin. Ihr sollte deshalb schnellstmöglich nachgegangen werden. Vor allem auch aufgrund der Tatsache, dass sich nur wenige Kunden aktiv beschweren. Die meisten wechseln direkt zur Konkurrenz.

Optimierungsmöglichkeiten: Im Falle einer hohen Reklamationsquote sollten Sie zunächst den Hauptgrund für die Reklamationen herausfinden. Liegt er in Ihrem Kundenservice begründet, sollten Sie Ihre Mitarbeiter evtl. im Umgang mit den Kunden schulen lassen. Liegt er an der mangelnden Qualität Ihrer Produkte, sollten Sie prüfen, was Sie im Produktionsprozess verbessern müssen, um die Qualität zu verbessern.

Formel: Anzahl Reklamationen * 100 / Anzahl Aufträge

Tipp

Kennzahlen-Glossar zum Download

Die 20 wichtigsten Kennzahlen für Unternehmer haben wir für Sie in einer druckfähigen Übersicht zusammengefasst. Zu jeder Kennzahl erhalten Sie darin hilfreiche Informationen auf einen Blick, wie z. B. Formel, Richtwerte und Verbesserungsmöglichkeiten.

Kennzahlen effizient und gewinnbringend nutzen

So wählen Sie die richtigen Kennzahlen für Ihr Unternehmen aus

Die Auswahl der richtigen Kennzahlen für Ihr Unternehmen ist der erste Schritt – und ein sehr individueller. Denn welche und wie viele Zahlen für Ihr Unternehmen wichtig sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. von:

  • der Branche
  • der Unternehmensgröße
  • der Finanzierungsform
  • von Ihnen selbst und Ihren Wünschen

Einen Anhaltspunkt dafür, welche Zahlen Sie künftig betrachten wollen, bieten Ihnen die Ziele, die Ihnen für Ihren Betrieb wichtig sind. Wenn Sie beispielsweise ein junges aufstrebendes Unternehmen leiten, liegt es wahrscheinlich in Ihrem Interesse, möglichst schnell eine breite Kundenbasis aufzubauen. In dem Fall sollten Sie unbedingt den Kundenindex in Ihr Kennzahlensystem mit aufnehmen. Wenn für Sie außerdem eine hohe Qualität Ihrer Produkte sehr wichtig ist, sollten Sie darüber hinaus die Reklamationsquote im Auge behalten. Und wenn Sie Eigentümer des Unternehmens sind, oder viele Fremdkapitalgeber haben, die Sie zufrieden stellen möchten, sollten Sie Wert legen auf eine möglichst hohe Gesamtkapitalrendite.

Tipp

Mit Lexware alle Kennzahlen im Blick

Den einfachsten Weg, wie Sie an Ihre Kennzahlen kommen, bieten Ihnen Lexware Programme wie Lexware buchhaltung oder Lexware financial office. Denn hier haben Sie Zugriff auf zahlreiche unterschiedliche Kennzahlen. Diese werden direkt aus den vorhanden Geschäftszahlen berechnet, ohne dass Sie viel dafür tun müssen. So sparen Sie eine Menge Zeit.

Darüber hinaus haben Sie in den Lexware Programmen Zugriff auf wichtige Auswertungen wie die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)Bilanz und GuV. Daraus lassen sich weitere betriebswirtschaftliche Kennzahlen entnehmen bzw. ableiten. Sollten Sie kein Lexware Programm im Einsatz haben, erhalten Sie diese Auswertungen von Ihrer Buchhaltung oder Ihrem Steuerberater. Daten zu den Frühwarnindikatoren können Sie von Ihren Vertriebsmitarbeitern bekommen.

Tipp

Kennzahlen in Lexware Programmen

Wenn Sie eine der oben genannten Lexware Lösungen einsetzen, stehen Ihnen über 25 Kennzahlen per Klick zur Verfügung. Hier einige Beispiele:

  • Umsatzrendite
  • Cashflow
  • Gesamtkapitalrentabilität
  • Return on Invest (ROI)
  • Liquiditätsgrad I, II und III
  • Eigenkapitalrentabilität
  • Deckungsgrad I und II
  • Verschuldungsgrad

Info

eBook Kennzahlen

Dieses eBook bietet Ihnen geballtes Praxiswissen – leicht verständlich auf 250 Seiten. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf die Inhalte: 

  • Die besten Tipps für die Arbeit mit Kennzahlen
  • Kennzahlen strategisch in Ihre Unternehmensplanung integrieren
  • Hilfreiche Praxisbeispiele

Praxis-Tipps zur Arbeit mit Kennzahlen

  1. Kennzahlen haben bestimmte Besonderheiten, die Sie kennen sollten. Beispielsweise beziehen sie sich oft auf einen bestimmten Stichtag und betrachten damit eine vergangene Periode. Das sollten Sie immer im Hinterkopf haben, wenn Sie sich die Zahlen ansehen.
  2. Zudem empfiehlt es sich, mit Planwerten zu arbeiten, also z. B. zu formulieren, dass man eine Umsatzrendite von 5 % erreichen möchte. Mit diesem Wert können Sie dann alle unterjährigen Ergebnisse vergleichen. Weichen diese vom Planwert ab, können Sie Maßnahmen einleiten, um das Ziel doch noch zu erreichen.
  3. Außerdem sollten Sie nicht nur eine Kennzahlbetrachten, sondern immer mehrere. Nur so erhalten Sie ein aussagekräftiges Gesamtbild. Beispielsweise sieht es zwar auf den ersten Blick sehr positiv aus, wenn Ihre Rücklaufquote um 5 % gesunken ist. Wenn im gleichen Zeitraum dafür aber auch die Anzahl der verkauften Produkte um 10 % gesunken ist, hebt sich der positive Effekt wieder auf.
  4. Die meisten Kennzahlen konzentrieren sich außerdem auf die Darstellung kurzfristiger Sachverhalte. Um langfristige Aspekte nicht aus den Augen zu verlieren, sollten Unternehmer daher immer auch eine Strategie entwickeln und sich fragen, mit welchen Produkten und Kunden sie in 3-4 Jahren noch Geld verdienen können.