SWOT-Analyse: Definition, Durchführung, Vorteile für Unternehmen

Unternehmen legen gerne den Fokus auf die eigenen Stärken, sodass Gefahren häufig zu spät erkannt werden. Um dem entgegenzuwirken, gibt es strategische Konzepte. Diese sollen Unternehmen dabei unterstützen, einen umfassenden Überblick über positive sowie negative Aspekte zu erhalten. Die SWOT-Analyse spielt dabei eine wichtige Rolle, denn damit lassen sich nicht nur Prozesse optimieren oder Schwächen einschätzen. Sie hilft bei wichtigen Entscheidungen in allen Bereichen, weshalb sie für jede Firma ein unerlässliches Tool für neue Strategien darstellt. Wir erklären Ihnen, was Sie über die SWOT-Analyse wissen sollten und wie sie Ihnen bei der weiteren Planung behilflich ist.

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Was ist eine SWOT-Analyse?

Die SWOT-Analyse beinhaltet ihre Definition in ihrem Namen. Die Anfangsbuchstaben des Akronyms weisen auf die wichtigsten Komponenten hin:

  • Stärken → Strenghts
  • Schwächen → Weakness
  • Chancen → Opportunities
  • Risiken → Threats

Mithilfe einer SWOT-Analyse erstellen Sie für Ihr Unternehmen eine Matrix, z. B. in Excel, anhand derer Sie innere sowie äußere Gesichtspunkte offenlegen. Sie ist eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation mit einem realistischen Blick auf die Zukunft.

Mit den Ergebnissen gelangen Sie zu Schlussfolgerungen, aus denen Sie unterschiedliche Strategien ableiten können. Dies soll in die weitere Planung einfließen, mit der Sie Ihre Firma voranbringen können.

Info

Seit wann gibt es die SWOT-Analyse?

Die SWOT-Analyse gibt es seit den 1960er-Jahren. Dort wurde sie an der Harvard Business School ins Leben gerufen. Bereits der chinesische General Sunzi, der 550 vor Christus lebte, erkannte den Vorteil, der dieser Analyse zugrunde liegt – die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen macht das Team stärker, womit sie den Feinden überlegen sind.

Was sind die Bestandteile einer SWOT-Analyse

Die vier Begriffe Stärke, Schwäche, Chancen und Risiken bilden die Basis jeder SWOT-Analyse. Dabei teilen sich diese in jeweils zwei Gruppen:

  1. Interne Analyse bzw. Unternehmensanalyse (Stärken und Schwächen)
  2. Externe Analyse bzw. Umweltanalyse (Chancen und Risiken)

Zum besseren Verständnis finden sich in den Tabellen einige Beispiele für die einzelnen Komponenten:

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Interne Analyse
Interne AnalyseStärkenSchwächen
Unterschiede des eigenen Unternehmens zur Konkurrenz
  • Standortvorteil
  • Geschultes Personal
  • Technologie-Einsatz
  • Geringe finanzielle Mittel
  • Hohe Fluktiationsrate
  • Fehlende Kundenbindung

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Externe Analyse
Externe AnalyseChancenRisiken
Äußere Faktoren auf den Betrieb
  • Demografische Veränderung
  • Neue Technologien
  • Neue Gesetzeslage
  • Neue Mitbewerber:innen
  • Sinkendes Preisniveau
  • Sinkende Nachfrage nach Leistungen bzw. Produkten

Wofür kann Ihr Unternehmen eine SWOT-Analyse verwenden?

Als wichtiges Tool können Sie die Methode vielfältig in Ihrem Betrieb einsetzen. Allen voran unterstützt es in der Anfangsphase bei der Gründung Ihrer Firma. Hier hilft die SWOT-Analyse vor allem beim Erstellen des Businessplans. Zusätzlich geben Sie mit den Ergebnissen möglichen Investoren einen Überblick über das Potenzial Ihrer Idee.

Doch auch für das laufende Geschäft ist eine SWOT-Analyse sinnvoll. Zum Beispiel wenn es darum geht, neue Bereiche zu erschließen oder verstaubte Prozesse zu verbessern. Eine SWOT-Analyse hilft hier:

  • bei der Entwicklung der Social-Media-Kanäle
  • beim Marketing
  • bei der Personalentwicklung
  • bei der Planung der benötigten Ressourcen

Es handelt sich bei der SWOT-Analyse also um ein strategisches Hilfsmittel, das Sie immer wieder anwenden können.

Wie wird eine SWOT-Analyse durchgeführt?

Überlegen Sie sich im Vorfeld, welches Ziel Sie mit der SWOT-Analyse erreichen wollen, bevor Sie diese durchführen. Hier Beispiele für mögliche Ziele:

  • Wachstum
  • Gewinnsteigerung
  • Überholen von Mitbewerber:innen

Mit dem genauen Ziel vor Augen geht es an die Unternehmensanalyse bzw. an die externe SWOT-Analyse: Diese betrifft die Umwelt sowie das direkte Umfeld.

Blicken Sie in Ihren Betrieb, sollten Sie dabei strukturiert und objektiv vorgehen. Binden Sie für die SWOT-Analyse Ihre Mitarbeitenden mit ein. Wie Sie im Detail vorgehen, die Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens zu erkennen, erklären wir Ihnen in einem weiterführenden Artikel:

Kurz zusammengefasst, helfen bestimmte Fragestellungen weiter. Für die Stärken-Schwächen-Analyse können diese Beispiele hilfreich sein:

  • Wie sieht der Wettbewerb aus und wie stark ist die Konkurrenz?
  • Was ist Ihr USP (Alleinstellungsmerkmal)?
  • Welche Bereiche können Sie weiter ausbauen?
  • Was fehlt Ihnen bisher?
  • Was hat Ihr Standort mit dem Erfolg Ihres Unternehmens zu tun?

Im Gegensatz dazu, haben Sie auf äußere Faktoren keinen unmittelbaren Einfluss. Dennoch brauchen Sie das für die Chancen-Risiken-Analyse. Dazu zählen beispielsweise:

  • Trends
  • Veränderungen in der Branche
  • Neue Technologien
  • Wechsel in der Politik

Für wen eignet sich eine SWOT-Analyse?

Die SWOT-Methode führen insbesondere Unternehmen sowie Organisationen durch. Es bietet einen ganzheitlichen Überblick, der in allen Bereichen möglich ist.

Daneben ist es auch für natürliche Personen sinnvoll, besonders für Bewerbungen. Damit optimieren diese ihr Bewerbungsschreiben, da sie persönliche Stärken und Schwächen in der SWOT-Analyse herausfinden können.

Wie werte ich eine SWOT-Analyse aus?

Haben Sie alle Hintergründe zur internen und externen Analyse ausgearbeitet, geht es um die Auswertung. Dafür verbinden Sie die Ergebnisse miteinander:

  • Mit Ihren Stärken erkennen Sie Ihre Chancen.
  • Die Schwächen können sie ausbauen und neues Potenzial entdecken.
  • Wandeln Sie Schwächen in neue Stärken um.
  • Sind Sie sich der Risiken bewusst, können Sie diese im Vorfeld durch Stärken vorbeugen.

Aus diesen Erkenntnissen entstehen Strategien, die das Ziel der SWOT-Analyse bilden.

Was ist das Ziel einer SWOT-Analyse?

Auf der Grundlage der Analyse erhalten Sie einen genauen Blick auf die bestehenden Zustände. Daraus bilden Sie erfolgversprechende Strategien, mit denen Sie Ihr Unternehmen optimieren können. Das betrifft alle möglichen Bereiche wie:

  • Handlungsbedarf bei der Personalführung
  • Förderung der Stärken
  • Abbremsen der Schwächen
  • Nutzung von Potenzialen
  • Vorbeugung möglicher Risiken

SWOT-Analyse: Strategien ableiten

Die Strategien, die Sie auf Basis der SWOT-Analyse erhalten, sind auf vier Kombinationen begrenzt:

1. Matching-Strategie (Stärke-Chance-Kombination):

  • Stärken für Chancen nutzen
  • Möglichkeiten sehen, Stärken auszubauen

2. Umwandlungsstrategie (Schwäche-Chance-Kombination):

  • Aus Schwächen Stärken machen
  • Risiken in Chancen umwandeln

3. Verteidigungsstrategie (Schwäche-Risiko-Kombination):

  • Schaden abwenden
  • Risiken realistisch betrachten

4. Neutralisierungsstrategie (Stärke-Risiko-Kombination):

  • Risiken begrenzen
  • Schwächen ausgleichen

Beispiele für wichtige Bereiche der Strategiepläne

In der Theorie klingt dies etwas abstrakt. In konkreten Beispielen zeigen wir Ihnen mögliche Strategien für drei Schwächen, die Sie in einer SWOT-Analyse herausgefunden haben:

1. Fehlende Kundenbindung:

  • Innerbetriebliche Abläufe optimieren, um Überblick über Kund:innen zu erhalten
  • Eigenen Service ausbauen, damit Anfragen von Kund:innen schneller und kompetenter beantwortet werden
  • Neue Zielgruppen finden und erschließen und von Anfang an die neuen Strategien einsetzen

2. Geringe finanzielle Mittel:

  • Kosten bei der Produktion senken
  • Unrentable Geschäftsbereiche minimieren
  • Stellen streichen
  • Mehr in die bereits funktionierenden Abläufe investieren

3. Hohe Fluktuationsrate:

  • Kompetenzen der Mitarbeiter:innen fördern, um ihnen neue Anreize zu geben, im Betrieb zu bleiben
  • Neuste Technologien einsetzen, um Abläufe zu vereinfachen, damit die Arbeit angenehmer wird
  • Umweltfördernde und moderne Angebote anbieten, damit die Angestellten zufrieden sind

Vor- und Nachteile der SWOT-Analyse

Zusammenfassend überwiegen die Vorteile einer solchen Analyse deutlich. Allerdings gibt es immer einige Herausforderungen, denen Sie sich bewusst sein sollten.

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Vorteile
VorteileNachteile
Gezielte Reflexion möglich Interne Analyse nur im Nachhinein möglich
Prinzip ist selbsterklärend und überall anwendbar Externe Analyse kann nur geschätzt werden
Stärkt bei der internen Kommunikation die Bindung der Mitarbeiter:innen Vergleich mit Mitbewerber:innen ohne Insiderwissen nicht vollumfänglich möglich
Jederzeit in allen Bereichen einer Firma möglich Neutralität und Objektivität kann nicht immer gewährleistet werden