Businessplan erstellen: So überzeugst du deinen Banker

Er ist das Herzstück der Gründungsvorbereitung und der Unternehmenspräsentation: Ein guter Businessplan ist nicht nur die Voraussetzung für eine erfolgreiche Firmengründung, sondern auch für die Erweiterung von bestehenden Unternehmen. Er dient vor allem dazu, die Bank oder Investoren von deiner Geschäftsidee zu überzeugen und für eine Finanzierung zu gewinnen. Die Daten müssen daher unbedingt stimmig, nachvollziehbar und vollständig sein. In diesem Beitrag erfährst du, wie du einen Businessplan erstellst.

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Zuletzt aktualisiert am:10.01.2024

Definition: Was ist ein Businessplan?

Beim Businessplan handelt es sich um einen Geschäftsplan, der alle relevanten Informationen rund um deine Geschäftsidee beinhaltet. In ihm werden alle Rahmenbedingungen näher erläutert, die für deine Strategien, Maßnahmen und Ziele relevant sind. Wenn du einen Businessplan erstellst, teste beispielsweise die Durchführbarkeit einer Idee vor der Existenzgründung. Er ist ein Handbuch, um potenzielle Investoren von einem Unternehmen, einem Produkt oder einer Dienstleistung zu überzeugen.

Wozu braucht man einen Businessplan?

Der häufigste Grund, einen Businessplan zu erstellen, ist die Kapitalbeschaffung – sei es zur Unternehmensgründung, zur Realisierung von Expansionsplänen, für Modernisierungsmaßnahmen oder für andere Investitionen. Einen Businessplan erstellst du mit dem Ziel, folgende Geschäftskonzepte zu visualisieren:

  • Dein Unternehmen möglichst umfassend zu präsentieren.
  • Dein Geschäftsmodell anhand von Zahlen verständlich zu machen.
  • Umsatz- und Ertragschancen übersichtlich darzustellen.

Neben dem eigentlichen Ziel der Kapitalbeschaffung gibt es dabei auch weitere Situationen, in denen ein Businessplan sinnvoll ist:

  • Nachfolge (du möchtest dein Geschäft an eine andere Person abgeben)
  • Verkauf deines Unternehmens
  • Neuausrichtung deines Betriebs
  • Einführung von neuen Produkten
  • Kauf neuer Maschinen (Investitionen)
  • Antrag von Erweiterungskrediten bei der Bank

In allen Fällen interessiert sich dein Banker – oder auch ein möglicher Investor – primär für Fakten, weniger für Visionen. Daher sollte der Fokus auf dem Unternehmer und dessen Erfahrungen, auf Marktrecherchen sowie seriösen und nachvollziehbaren Kosten- und Erlöszahlen liegen. Konzentriere dich auf die „harten Fakten“, also auf die Zahlen und sonstige greifbare Ergebnisse deiner Recherchen. Zwar kann es durchaus interessant sein, die eigene Vision hinter deiner Unternehmung zu erläutern. Doch potenzielle Geldgeber sind in erster Linie an Zahlen und Fakten interessiert, die ihnen helfen, dein Vorhaben besser zu beurteilen sowie Chancen und Risiken abzuschätzen.

Businessplan für die Bank

Für Kapitalgeber wie Banken und Sparkassen ist er ein äußerst wichtiges Entscheidungsinstrument bei der Vergabe eines Kredits. Oft werden beim Gespräch die Annahmen des Businessplans mit dir als möglichem Kreditnehmer intensiv diskutiert. Geht es darum, einen Businessplan für einen Bankkredit zu erstellen, wird dein Gegenüber versuchen auszuloten, wie gut du dich mit dem Markt (Positionierung, Wettbewerber, Preisfindung etc.) auseinandergesetzt hast und wie fundiert damit deine Unternehmensidee ist.

Tipp

Finanzplanung nimmt für Gründer einen hohen Stellenwert ein

Selbstverständlich gibt es Schöneres, als sich im Vorfeld mit Zahlen zu beschäftigen, Tabellen auszufüllen und Kalkulationen zu erstellen. Dennoch ist es zwingend notwendig, dass  du dich innerhalb deines Businessplans mit den Finanzen – z. B. für einen Bankkredit – beschäftigst.

Überprüfung auf Durchführbarkeit

Wenn du einen Businessplan erstellst, führst du deine Überlegungen und Annahmen zum Markt zusammen und erarbeitest Szenarien, wie und wohin sich dein Unternehmen entwickeln kann. Ein wichtiger Zusatznutzen für viele Unternehmer besteht in der Tatsache, dass durch die Strukturierung und das schriftliche Dokumentieren der Businessplan zur eigenen Klärung von Überlegungen und damit zur Entscheidungsfindung beiträgt.

Was zählt, sind die richtigen Antworten

Egal, ob du einen Businessplan für dich selbst erstellst oder damit Investoren von dir überzeugen möchtest, er sollte auf jeden Fall folgende Leitfragen fundiert beantworten:

  • Was kann ich – wer bin ich? (Unternehmerpersönlichkeit)
  • Was sind meine Kernkompetenzen?
  • Wie kann ich mich, meine Idee bzw. mein Angebot verkaufen?

Tipp

Lebenslauf im Businessplan

Es wirkt professionell, wenn  du deinen Businessplan unaufgefordert mit einem Lebenslauf ergänzt. Andere aussagekräftige Unterlagen wie technische Entwurfsplanungen oder Gutachten machen sich als Anlage im Businessplan ebenfalls gut.

Wer sollte einen Businessplan erstellen?

Zumindest in der Theorie ist niemand gesetzlich dazu verpflichtet, einen Businessplan zu schreiben. Trotzdem ist es sinnvoll, dies zu tun. Gerade bei einer Existenzgründung lohnt sich ein Businessplan dahingehend, dass du dein Unternehmenskonzept auf Herz und Nieren prüfen kannst, bevor du es beispielsweise einer Bank vorlegst. Neben den bekannten Geldgebern ist oft die Agentur für Arbeit an einem Kapitalbedarfsplan interessiert, sofern du einen Existenzgründerzuschuss beantragen möchtest. Daher gilt: Ein Businessplan ist für Start-ups Pflicht, wenn sie auf der Suche nach einer externen Finanzierung sind und die eigene Geschäftsidee auf Durchführbarkeit prüfen wollen.

Achtung

Denke an die Tragfähigkeitsbescheinigung!

Eine Vorlage dieser Bescheinigung ist seit November 2004 gesetzlich vorgeschrieben, wenn du bei der Bundesagentur für Arbeit Gelder beantragen möchtest. Das Dokument erhältst du zum Beispiel bei einem Steuerberater, der IHK oder einem Unternehmensberater. Voraussetzung ist meist, dass du hierfür einen Businessplan erstellen musst. Denn nur mit diesem kannst du alle relevanten Informationen bezüglich deines künftigen Unternehmens detailliert liefern. Gerade Gründer sollten daher niemals auf einen Businessplan verzichten.

Was gehört in einen Businessplan?

Es gibt keine gesetzlichen Vorschriften, wie ein Geschäfts- oder Businessplan zu erstellen ist. Sowohl Gliederung als auch Inhalt bleiben dir selbst überlassen. Trotzdem sollte er einige wichtige (und typische) Bestandteile und im Geschäftsleben anerkannte Mindestanforderungen für einen Geschäftsplan enthalten. Ein ungefähres Schema ist für die Konzipierung des ersten Businessplans eine gute Stütze. In der Rohfassung werden von dir üblicherweise folgende Kapitel erwartet:

  1. Beschreibung der Geschäftsidee
  2. Organisation
  3. Markteinschätzung
  4. Marketingstrategie
  5. Kapitalbedarfsplanung
  6. Umsatzplanung
  7. Liquiditätsplanung
  8. Lebenslauf

Wenn du in deinem Businessplan diese Themen verständlich und nachvollziehbar durchleuchtest, bist du auf dem richtigen Weg. Die Planungsrechnungen erscheinen bereits in der Rohfassung, da diese die Basis für die weiteren Schritte der Finanzierung bilden.

Businessplan: Diese Bestandteile gehören hinein​

Umfang und Aufbau eines Businessplans

Du solltest deinen Businessplan ansprechend gestalten, weil er die Funktion einer inhaltlichen Visitenkarte des Unternehmens hat. Tatsächlich können für die Erstellung deines Businessplans bis zu drei Monate vergehen. Wenn du nebenberuflich gründest, brauchst du unter Umständen sogar länger. Als Umfang hat sich eine Seitenzahl von ca. 25 bis 40 Seiten bewährt. Dies reicht in der Regel aus, um das Geschäftsmodell und deine Markteinschätzung schlüssig darzustellen und die sich hieraus ergebenen Planzahlen nachvollziehbar zu entwickeln. Bedenke aber: Je nach Rechtsform kann der Umfang durchaus variieren. Bringe die Fakten kurz und knapp zusammen. Achte auf die Sichtweise der Leser. Während der Banker eher auf die Rentabilitätsvorschau sieht, interessiert den Venture Capitalist eher der Markt und die Zielgruppe. Um Glaubwürdigkeit und Stringenz zu erreichen, solltest du möglichst konkrete Aussagen treffen und verständlich, präzise sowie sachlich formulieren.
Nach dem Aufbau einer Rohfassung gilt es, die einzelnen Komponenten des Businessplans zu hinterfragen:

  • Hat die Geschäftsidee eine realistische Chance?
  • Wie sieht es mit dem Zusammenspiel von Marketingstrategie, Standort, Markt- und Branchengeschehen aus?
  • Wie hoch ist meine eigene Haupt-Qualifikation?
  • Welche weiteren Fähigkeiten und Neigungen kann ich einbringen?

Arbeite deinen Plan immer wieder durch und ergänze die Lücken.

Tipp

Businessplan prüfen lassen

Bevor du den Businessplan an Kooperationspartner oder gar Kapitalgeber herausgibst, solltest du ihn prüfen lassen. Dafür gibt es einerseits Fachleute (Steuerberater oder Berater der Kammern), die prüfen können, ob das Zahlenwerk mit deinen Ausführungen zusammenpasst und die Darstellung schlüssig und realistisch ist. Was deine eigenen Qualifikationen und Fähigkeiten angeht, kann auch die kritische Prüfung durch Freunde oder Familienangehörige sinnvoll sein.

Vorstellung von Person und Unternehmen

Starte zunächst mit einer Zusammenfassung deines Businessplans. Anschließend stellst du deine Unternehmensziele und dein Unternehmensprofil vor. Dazu zählen unter anderem:

  • Vorstellung deiner Person
  • Vorstellung deines Unternehmens
  • Wer steckt hinter dem Gründer bzw. Gründerteam?
  • Was zeichnet dich aus?
  • Welche Fähigkeiten und Kenntnisse gehen aus deinem Lebenslauf hervor?
  • Bringst du die nötigen betriebswirtschaftlichen und kaufmännischen Kenntnisse mit?
  • Besitzt du die nötige Erfahrung?

Beschreibung der Geschäftsidee

Ein zentraler Punkt bei der Businessplan-Erstellung ist natürlich die Geschäftsidee. Stelle sowohl diese als auch deine Produktidee inklusive Kundennutzen vor. Beschreibe zudem die Problemlösung, die du anbietest. Gehe dabei aber technisch nicht zu weit ins Detail. Weitere wichtige Punkte sind:

  • Zielgruppe
  • Geschäftspotenzial

Auch solltest du auf die praktische Umsetzung deines Gründungsvorhabens eingehen und auf die Vorstellungen, die du hast.

Tipp

Was steckt hinter deiner Idee?

Leistungen, Funktionen, Einsatz- und Einzugsgebiete – das alles sind Fakten, die im Businessplan wichtig sind. Auf diese darfst du nicht verzichten.

Organisation

Neben der Vorstellung deiner Person und einer ersten Beschreibung deiner Geschäftsidee solltest du direkt am Anfang auch die rechtlichen bzw. bürokratischen Rahmenbedingungen zu deiner Unternehmensidee präsentieren. Wenn du deinen Businessplan erstellst, solltest du unter dem Gesichtspunkt „Organisation“ folgende Informationen enthalten sein:

  • Für welche Rechtsform hast du dich entschieden?
  • Wie lautet der genaue Firmenname und wie kam es zu diesem?
  • Hast du dich um notwendige Schutzrechte wie Marken bzw. Patente gekümmert?
  • Hast du alle erforderlichen Anmeldungen und Eintragungen vorgenommen (wie z.B. Handelsregister, Gewerbeamt)?
  • An welchem Standort möchtest du dein Gründungsvorhaben aufbauen?

Wettbewerbsanalyse und Marktbetrachtung

Innerhalb des Businessplans untersuchst du dein Entwicklungspotenzial mittels Markt- und Wettbewerbsanalyse. Wer sind deine Kunden, wer ist deine Konkurrenz? Gib auch die Quellen zu deiner Marktanalyse an. Du kannst z. B. im Internet, bei Verbänden oder Marktforschungsinstituten recherchieren. Alternativ kannst du dir auch Auskünfte auch über die statistischen Bundes- und Landesämter einholen.

Beide Analysen sind wichtig, um herauszufinden, wie die Konkurrenz am präferierten Standort agiert. Dadurch findest du schnell heraus, welche Maßnahmen du ergreifen musst. Gleichzeitig kannst du dir einen Überblick darüber verschaffen, wie Mitbewerber auf dem Markt agieren und wie diese die Zielgruppe erreichen.

Finanzplanung

Wenn du einen Businessplan erstellst, sollten die Bestandteile des Konzeptpapiers parallel zur Entwicklung deines Geschäftsmodells weitergeführt und aktualisiert werden. Mit der Klärung der Finanzierung kommt als wichtige Komponente der Finanzierungs- oder Finanzplan hinzu. Der Finanzierungsplan begründet die notwendigen Verpflichtungen gegenüber deinen Kapitalgebern (Bank, Beteiligung, Leasing), also die Zahlung von Zinsen und Tilgung oder die Rückgabe einer Beteiligung.

Der Finanzplan ist in deinem Businessplan der wesentliche Teil, wenn es um die Ermittlung des Kapitalbedarfs und der Liquiditätsplanung geht. In der Finanzierungsplanung bestimmen Mittelverwendung und Mittelherkunft den notwendigen Kapitaldienst. Anhand des Investitionsbedarfs musst du Fremd- und Eigenkapital schlüssig berechnen. Der Businessplan soll dich als Gründer nicht nur zur Selbstreflexion anregen, er soll dir auch als eine Unterstützung für Präsentationen, Bankgespräche etc. bei externen Adressaten dienen. Zudem bietet er eine umfassende Grundlage für Erfolgskontrolle oder Evaluation. Warte also nicht zu lange mit der Erstellung deines Business-Konzeptes, denn viele unterschätzen den Zeitaufwand.

Wichtig ist, dass innerhalb der Rentabilitätsplanung alle Planzahlen – und natürlich die hierzu dargestellten Vorgehensweisen – aufeinander abgestimmt sind. Nur so behält der Businessplan gegenüber Kapitalgebern seine Glaubwürdigkeit und kann dir zur Positionsbestimmung und als Planungsinstrument dienen. Der Finanzierungsplan sollte daher in das bestehende Zahlenwerk eingepflegt werden.

Personalplanung und Marketing

Erläutere in diesem Teil des Businessplans das Management und die Schlüsselpositionen.

  • Was ist dein Einsatz im Unternehmen?
  • Welche Mitarbeiter benötigst du?

Hier kannst du eventuelle Defizite auflisten und wie du diese durch Fachkompetenz ersetzen möchtest.

Im Businessplan solltest du ebenfalls auf das Marketing eingehen. Beschreibe, wie die Werbung für deine neue Produktidee aussehen soll.

  • Wie machst du deine Produkte oder Dienstleistungen bekannt?
  • Welche Wege gehst du im Vertrieb?
  • Welche Werbemittel sollen eingesetzt werden?
  • Gehe strategisch vor. Nutze für das Marketing vor allem bestehende Netzwerke.

Abschließend ist es potenziellen Investoren enorm wichtig, alles über die Chancen und Risiken deiner baldigen Investition zu erfahren. Stelle daher sowohl die Risiken als auch die Stärken und Schwächen deines Unternehmens  dar. Dieser Punkt dreht sich primär um die Nachhaltigkeit deines Gründungsvorhabens. Verschiedene Szenarien innerhalb der Businessplan-Erstellung sollen jeden denkbaren Verlauf des Unternehmens wiedergeben und Chancen, aber auch Risiken aufzeigen. Gehe gerade bei den Risiken ehrlich vor und entkräftige diese durch gezielte und strategische Entschärfung von eventuell auftretenden Herausforderungen. Betone stets die Chancen und überzeuge mit Lösungen!

SWOT-Analyse

Führe am Ende deines Businessplans eine SWOT-Analyse durch. Bei dieser Beurteilung stellst du noch einmal deine Fähigkeiten, Defizite, Möglichkeiten und Unsicherheiten hervor. Die Abkürzung SWOT kommt aus der angloamerikanischen Wirtschaftswissenschaft und steht für folgende Aspekte:

  • Strengths → Stärken
  • Weaktnesses → Schwächen
  • Opportunities → Chancen
  • Threats → Risiken

Die SWOT-Analyse bietet eine gute Möglichkeit, um den aktuellen Status quo zu formulieren und auch Entwicklungen für die Zukunft zu präsentieren.

Info

Businessplan erstellen und regelmäßig aktualisieren

Dynamische Unternehmen verändern und entwickeln sich permanent. Daher solltest du die Aktualisierung des Businessplans als Chance für eine regelmäßige Überprüfung der Entwicklung nutzen. Es hat sich bewährt, das Dokumentieren dieser Entwicklungen in einem festen Zeitraster vorzunehmen (z. B. immer zu Beginn eines neuen Quartals). Durch das Hinzuziehen von externen Beratern kann dieser Prozess noch zusätzlich institutionalisiert werden.

Profi-Tipp: Die wichtigsten Kernpunkte zuerst nennen

Als Erstes solltest du auf maximal 1,5 Seiten die überzeugendsten Argumente und die wichtigsten Business-plan-Inhalte zusammenfassen. Viele Investoren entscheiden aufgrund dieser „Executive Summary“, ob der vorliegende Businessplan für sie interessant ist. Liste die folgenden Kernpunkte des Businessplans auf:

  • dein unternehmerisches Gesamtkonzept
  • wirtschaftliches Umfeld
  • gesetzte Ziele
  • eingesetzte Mittel

Auch wenn du die zwei Seiten an den Anfang Ihres Unternehmensplans stellst, solltest du diese erst am Ende verfassen.
Damit der Businessplan nicht zu umfangreich wird, solltest du ergänzende Informationen als Anlagen beifügen, wie beispielsweise:

  • Unternehmensplanung für die nächsten 3 bis 5 Jahre
  • Liquiditäts-, Finanz- und Investitionsplan
  • Angaben zu Forderungen, Verbindlichkeiten, Beteiligungen, Patenten, Personal, Produkten oder Dienstleistungen
  • Ergänzende Daten zu Marktanalysen
  • Lebensläufe der beteiligten Schlüsselpersonen

Je nach Anlass kann der Umfang des Businessplans variieren. Wenn du als Unternehmensgründer einen Businessplan erstellst, ist dieser nicht so umfangreich wie bei alteingesessenen Firmen. Die Grenze liegt bei ca. 30 - 35 Seiten. Entscheidend ist in erster Linie die Qualität und nicht der Umfang.

Achtung

Fehlende Angaben im Businessplan!

Fehlen Angaben in deinem Businessplan oder sind diese (beispielsweise wegen fehlender Quellenangaben) nicht nachvollziehbar, führt dies meist nicht zu Rückfragen, sondern zur Ablehnung deines Plans und damit deines Finanzierungswunsches. Denn die Bank wird sich nur selten die Mühe machen und so lange bei dir nachhaken, bis alle relevanten Daten zusammen sind.

Äußere Form: Wie muss ein Businessplan aussehen?

Der Businessplan repräsentiert dein Unternehmen. Wenn die Inhalte (z. B. viele Rechtschreibfehler oder fehlende Inhalte) und die Darstellung nicht professionell sind, dann wirft das kein gutes Bild auf deinen Betrieb. Die Folge kann sein, dass die Empfänger dir auch mangelnde Professionalität bei deinem Vorhaben unterstellen und aus diesem Grund den Antrag ablehnen. Wenn du deinen Businessplan erstellst, sollte das Design dem Anlass und dem Finanzierungsvolumen entsprechend gestaltet sein – nicht zu schlicht, aber auch nicht zu protzig.

Sachliche Formulierungen wählen

Den Adressaten für den Businessplan soll ein guter Einblick ermöglicht werden. Deshalb achte bei der Erstellung auf folgende Faktoren:

  • sachliche Formulierung
  • keine gefühlsbetonten Äußerungen
  • keine Übertreibungen
  • realistisch bleiben
  • objektive Einschätzung
  • Zahlen & Aussagen belegen

Auf Verständlichkeit achten

Du möchtest die Leser von deiner Geschäftsidee beeindrucken, deshalb überzeugst du durch gute Argumente. Eine klare Businessplan-Gliederung unterstützt dich bei der Argumentation und ist deshalb sehr wichtig. Beginne daher übersichtlich und erstelle für deinen Businessplan ein Inhaltsverzeichnis. Dadurch wird dem Leser klar, welcher Punkt sich auf welcher Seite befindet und wie groß der Umfang ist.

Vermeide Fachchinesisch und verwende in deinem Businessplan eine einfache Ausdrucksweise. Nicht jeder Banker kennt sich beispielsweise mit technischen Details aus. Lasse daher den Businessplan vorab von anderen fachfremden Personen gegenlesen, um auszuschließen, dass die Kapitalgeber wegen Unverständnis den Kreditantrag ablehnen. Achte darauf, dass dein Businessplan auch von Laien verstanden wird.

Schriftbild und professionelle Optik

Üblicherweise musst du den Businessplan zu dem Termin mit den Kapitalgebern mitbringen. Daher sollte das Exemplar dem Interessenten ausgedruckt und ordentlich gebunden überreicht werden. Achte auch auf folgende Faktoren:

  • einheitliches Schriftbild
  • Einbindung von Grafiken
  • gute Inhaltsstruktur
  • Einbindung des Firmenlogos (sofern vorhanden)
  • ansprechendes Deckblatt
  • Nummerierung der Seiten

Tipp

Vertrauenswürdige Partner als sichere Basis

Bevor du den Businessplan aushändigst, vereinbare mit den Empfängern die vertrauliche Behandlung des Inhalts und deiner Ideen. Bedenke immer, dass du deine gesamte Geschäftsidee und einen Teil deines Know-hows aus der Hand gibst – das geht nur mit vertrauenswürdigen Partnern.

Häufige Fehler im Businessplan vermeiden

Wie bereits erwähnt, gibt es sowohl inhaltliche als auch optische Fehler, die du bei der Erstellung deines Businessplans dringend vermeiden sollten.

  1. Du gehst nicht ins Detail, sondern behandelst alle Punkte nur oberflächlich. Dieses Vorgehen erweckt einen unprofessionellen Eindruck und kann potenzielle Geldgeber leicht abschrecken.
  2. Du vergisst deine Alleinstellungsmerkmale. Jedes Unternehmen, jedes Produkt und jede Dienstleistung hat etwas Besonderes. Hebe diese Alleinstellungsmerkmale unbedingt hervor!
  3. Die Wettbewerbs- und Marktanalyse ist mangelhaft. Du musst dich ausführlich mit deiner Konkurrenz, deiner Zielgruppe und dem aktuellen Markt beschäftigen, um so viele Eventualitäten wie möglich berücksichtigen zu können.
  4. Du bist zu optimistisch. Wenn du deinen Finanzplan erstellst, solltest du den Inhalt nicht zu sehr beschönigen - du solltest aber auch nicht nur auf Sparflamme fahren.

Vorlagen, Beispiele und Tools

Wenn du einen Businessplan erstellen möchtest, gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Unterstützung: Ratgeber, Tools oder auch Businessplan-Vorlagen. Doch helfen diese wirklich? Wir haben uns für dich tiefergehend mit der Materie beschäftigt.

Businessplan selbst erstellen oder erstellen lassen?

Viele Gründer stehen am Beginn ihrer Karriere vor der Frage, ob sie den Businessplan selbst erstellen oder ihn doch lieber von einem Profi schreiben lassen sollen. Prinzipiell gilt, dass du deinen Businessplan niemals gänzlich aus der Hand geben solltest. Es spricht allerdings nichts dagegen, sich Unterstützung durch einen Experten zu holen.

Einen fertigen Businessplan von extern solltest du immer kritisch betrachten. Der Grund: Selbst, wenn du dem Ersteller alle relevanten Informationen zu deinem Konzept durchgibst, wird dieser niemals mit demselben Herzblut bei der Sache sein wie du. Denn schließlich ist es deine Geschäftsidee, für die du brennst. Hinzu kommt die Frage: Was kostet eigentlich ein Businessplan? Wenn du dir einen qualifizierten Experten suchst, bei dem du den Businessplan erstellen lässt, können die Kosten gut und gerne mehrere tausend Euro betragen.

Vorlagen und Muster

Als grobe Orientierung findest du im Internet diverse fertige Beispiele und Tipps für die Businessplanung, deren Aufbau und Struktur sehr gut als Grundlage geeignet sind. Achte jedoch auf den Inhalt, bevor du wahllos ein Businessplan-Muster auswählst. Jedes Unternehmen, jede Branche und jeder Gründer hat andere Anforderungen, denen der Geschäftsplan gerecht werden muss. Du solltest daher immer überprüfen, welche Bestandteile für dich relevant sind, wenn du für deinen Businessplan eine Vorlage für Word oder Excel benutzt. Übernimm außerdem nicht gutgläubig Formulierungsvorschläge ohne eine Prüfung.

Tipp

Professionelle Businessplan-Software

Neben Vorlagen und Mustern findest du im Internet spezielle Softwareprogramme, die dich unterstützen, wenn du einen Businessplan erstellst. Sowohl die Industrie- und Handelskammer als auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie stellen auf ihren Websites Hilfsmittel zur Verfügung, mit denen du online die ersten Schritte in Richtung professioneller Businessplan-Erstellung gehen kannst.

Wo erhalte ich Hilfe bei der Businessplan-Erstellung?

Nicht nur online findest du eine Vielzahl an Hilfsmöglichkeiten, die dich bei der Erstellung eines Businessplans unterstützen. Hilfe kannst du dir ebenfalls durch eine professionelle Beratung holen. Qualifizierte Profis unterstützen dich Schritt für Schritt bei der Erstellung oder gehen mit dir den bereits erstellten Businessplan durch und geben wichtige Hilfestellungen.

Anlauf- und Beratungsstellen

Beratungstechnisch stehen dir verschiedene Türen offen, um sich Hilfe bei der Gründung bzw. für den Start in die Selbstständigkeit zu besorgen:

  • Gründer-Coaches: Kompetente Experten stehen dir mit Rat und Tat zur Seite. Sie beantworten dir auftretende Fragen, stehen dir mit ihrer Kompetenz zur Seite und unterstützen dich natürlich auch bei der Erstellung des Businessplans. Achtung: Suche dir einen Coach aus, der ein kostenloses Erstgespräch anbietet und der sowohl zertifiziert als auch zugelassen ist.
  • Wettbewerbe: Es gibt spezielle Businessplanwettbewerbe. Hier stellst du deinen Businessplan vor – jedoch in einzelnen Etappen, die dich nach und nach durch die Erstellung des Geschäftsplans führen.
  • Individualberatungen: Explizit für den Businessplan von Gründern bieten beispielsweise die Industrie- und Handelskammern individuelle Beratungen an. Du vereinbarst mit einem Berater einen persönlichen Termin und erhältst anschließend wichtige Informationen für dein weiteres Vorgehen. Neben Tipps für einen Businessplan, kannst du zudem eine Unternehmensberatung in Anspruch nehmen.

Fördermöglichkeiten

Dank diverser Fördermittelprogramme bleibst du nicht auf den kompletten Kosten einer Businessplan-Beratung oder -Erstellung sitzen. Du hast jederzeit die Möglichkeit, einen Antrag zu stellen, um finanzielle Unterstützung zu bekommen.

  • Staatliche Unterstützung: Sowohl die alten als auch die neuen Bundesländer fördern kleine und mittlere Unternehmen. Du als Existenzgründer kannst bis zu 80 Prozent deiner Businessplan-Kosten fördern lassen. Darunter fällt auch das Gründer-Coaching der Bafa (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) oder die Existenzgründerberatung der SAB (Sächsische AufbauBank). Dadurch erhältst du die Möglichkeit, auch mit geringen Eigenmitteln eine Beratung in Anspruch zu nehmen.
  • Gründungszuschuss bzw. Einstiegsgeld: Wenn du vor deiner Unternehmensgründung Bezieher von ALG 1 oder Bürgergeld warst, kannst du bei der Agentur für Arbeit den Gründungszuschuss beantragen. Bis zu 19.500 EUR sind möglich.
  • Mikromezzaninfonds: Du wirst mit bis zu 50.000 Euro unterstützt. Der Fond richtet sich in erster Linie an kleine Ausbildungsbetriebe, Unternehmer, die vorher arbeitslos waren, oder an Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund.

Info

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