Datensicherung online: So sicher wie ein Tresor?

Risiken und Auswahlkriterien bei der Online Datensicherung
Aktualisiert am: 02.09.2015

Um eine Datensicherung kommen Sie nicht herum. Wenn wichtige Geschäftsdaten verloren gehen oder beschädigt werden, kann das schwerwiegende Folgen haben. Eine Alternative zum konventionellen Backup ist die Datensicherung in der Cloud. Sie hat viele Vorteile, aber auch Risiken. Wir stellen die wichtigsten Auswahlkriterien vor.

Datensicherung ist Pflicht

Daten sind in vielerlei Hinsicht gefährdet und können aus verschiedensten Gründen verloren gehen. Risiken bestehen durch: 

  • Technische Defekte der Datenträger wie z. B. Festplatten, Flash-Speicher oder optische Speichermedien, durch die ein Zugriff auf die Daten nicht mehr möglich ist
  • Versehentliches (oder auch absichtliches) Löschen von Daten durch Mitarbeiter
  • Löschen oder Manipulationen der Daten durch Schadprogramme
  • Verlust oder Diebstahl von Hardware, wobei besonders mobile Rechner (Notebooks, Smartphones etc.) und mobile Datenträger (USB-Sticks etc.) gefährdet sind
  • Physische Beschädigungen der Hardware bzw. Datenträger durch Unfälle oder Katastrophen wie z. B. Blitzschlag, Feuer oder Überschwemmungen

Die Vorhaltung entsprechender Ressourcen für die Datensicherung und die Durchführung der Datensicherung ist mit einigem Aufwand verbunden und setzt entsprechendes Know-how voraus. Vor allem in kleinen Unternehmen wird diese Aufgabe wegen eingeschränkter Ressourcen mitunter vernachlässigt, was in einem Schadensfall jedoch erhebliche Auswirkungen haben kann. In vielen Bereichen ist eine regelmäßige Datensicherung auch aufgrund gesetzlicher Anforderungen unumgänglich.

Vorteile der Online-Datensicherung

Professionelle Online-Datensicherungsdienste bieten deutlich mehr als nur einen Online-Speicherplatz zum Ablegen von Daten. Oftmals kommen hier Standardanwendungen aus dem Backup-Bereich zum Einsatz, wie etwa die Lösungen von Ahsay oder Asigra. Mitunter werden auch selbst entwickelte Produkte eingesetzt.

Gegenüber einer konventionellen Datensicherung vor Ort hat die Online-Datensicherung schon  einen systembedingten Vorteil: Die gesicherten Daten werden automatisch an einem anderen, üblicherweise weit entfernten Ort gesichert. Selbst größere Naturkatastrophen werden wohl kaum beide Standorte gleichzeitig betreffen.

Die Dienstanbieter haben ein umfassendes Know-how und nutzen Hochsicherheits-Rechenzentren, die dem jeweils aktuellen Stand der Sicherheitstechnik entsprechen und über leistungsfähige Notstromversorgung, Brandschutzsysteme oder Zugangskontrollen verfügen. Meist sind diese Anlagen dabei redundant ausgelegt.

Hinweis: Um ein vergleichbares Sicherheitsniveau vor Ort zu ermöglichen, müssten die Unternehmen erhebliche Investitionen tätigen, was gerade kleine Unternehmen finanziell überfordern dürfte.

Die Kosten für die Nutzung eines Backup-Dienstes sind meist nicht nur deutlich niedriger, sie sind auch leichter kalkulierbar als bei Eigenlösungen. Zudem lassen sich die meisten Angebote flexibel anpassen, wenn beispielsweise kurzfristig zusätzliche Speicherkapazitäten benötigt werden.

Schließlich ist die Option der Online-Datensicherung eine optimale Lösung beim Einsatz mobiler Rechner und Smartphones, die so jederzeit eine Datensicherung vornehmen können und nicht extra mit dem Firmennetz verbunden werden müssen.

Nachteile der Online-Datensicherung

Den Vorteilen der Online-Datensicherung stehen auch einige Nachteile gegenüber. Einschränkungen ergeben sich z. B. aus einer unzureichenden Bandbreite bei der Internetanbindung. Wenn regelmäßig große Datenmengen gesichert werden müssen, kann sich ein konventioneller Internetanschluss als Engpass erweisen.

Dies gilt insbesondere für die weit verbreiteten Internetanschlüsse mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten für den Down- und Upload. Denn während der Download der Daten hier meist mit sehr hohen Übertragungsgeschwindigkeiten (16 bis 100 MBit/s) möglich ist, fällt die Bandbreite für den Upload, also die Übertragung vom Nutzer in Richtung Internet, deutlich niedriger aus und liegt häufig nur zwischen 1 und 5 MBit/s.

Praxis-Tipp: Wenn regelmäßig größere Datenmengen per Online-Backup  gesichert werden sollen, empfiehlt sich ein Upgrade der Upload-Bandbreite des Internetanschlusses, was viele Provider gegen einen Aufpreis anbieten. Daneben gibt es auch Anschlüsse, bei denen Up- und Download mit derselben Bandbreite möglich sind.

Ein Risiko bei der Online-Datensicherung besteht in einer möglichen Störung der Internetverbindung. Sie könnte sowohl das Erstellen einer Datensicherung als auch das Wiederherstellen der Daten zu einem bestimmten Zeitpunkt verhindern. Allerdings sind derartige Ausfälle der Verbindungen eher selten geworden.

Neben der Sicherheit der Daten muss bei der Online-Datensicherung auch der Datenschutzaspekt berücksichtigt werden. So müssen die Daten - vor allem wenn es sich um personenbezogene Daten handelt - in jedem Fall sicher verschlüsselt werden, um einen Zugriff auf die Informationen durch Dritte zu verhindern. Eine Verschlüsselung sollte dabei  nicht nur auf dem Übertragungsweg zwischen Anwender und Backup-Dienst erfolgen. Auch die extern gespeicherten Daten sollten beim Backup-Anbieter nur in verschlüsselter Form vorliegen.

Vorteile der Online-Datensicherung
Vorteile der Online-Datensicherung Nachteile der Online-Datensicherung
Die Datensicherung erfolgt i.d.R. automatisch an einem entfernten Ort. Bei langsamen Internetanbindungen und größeren Datenmengen erhebliche Übertragungszeiten.
Seriöse Anbieter verfügen meist über hochmoderne Sicherheitstechniken in den Rechenzentren. Risiko, dass bei Störungen der Internetanbindung die Backups bzw. eine Wiederherstellung der Daten zeitweise nicht möglich sind.
Es fallen keine hohe Anschaffungskosten für eigene Hardware und Sicherheitsvorkehrungen an, die Kosten sind kalkulierbarer. Risiko, dass der Dienstanbieter sein Angebot temporär oder dauerhaft einstellt.
Es wird kein eigenes Know-how benötigt. Risiko, dass auf die Daten außerhalb des eigenen Unternehmens zugegriffen wird, was nur durch die Verwendung sicherer Verschlüsselungstechniken verhindert werden kann.
Mobile Geräte (Smartphones, Tablets, Notebooks) können einfach in Backup-Strategien einbezogen werden. Es muss sichergestellt sein, dass die Online-Datensicherung den Vorgaben des Datenschutzes nicht widerspricht.
Wichtige Auswahlkriterien und praktische Hinweise

Neben technischen Leistungsmerkmalen und Preisen sind auch rechtliche Vorgaben bei der Auswahl eines Dienstleisters für das Online-Backup zu berücksichtigen. So ist eine Speicherung personenbezogener Daten auf Servern außerhalb der EU nur in Ausnahmefällen erlaubt.

Praxis-Tipp: Unter datenschutzrechtlichen Aspekten sollten Sie einen Anbieter mit Sitz im Inland bzw. in der EU wählen, der zudem auch garantieren kann, dass sich seine Serverstandorte ausschließlich innerhalb der EU befinden.

Für das Online-Backup sollte ein hohes Service- und Supportniveau selbstverständlich sein. Jederzeitige Erreichbarkeit rund um die Uhr und eine kompetente Telefon-Hotline sind in jedem Fall empfehlenswert. 

  • Informieren Sie sich über technische Leistungsmerkmale, z. B. Bandbreite der Internetanbindung der Backup-Server, verwendete Sicherheitsvorkehrungen, genutzte Softwarelösungen oder Verschlüsselungstechnik.
  • Unterschiede kann es auch bei den verwendeten Backup-Verfahren geben. Für die Online-Datensicherung empfiehlt sich im Alltag meist eine inkrementelle Sicherung, da hierbei das zu übertragende Datenvolumen auf ein Minimum reduziert wird. Teilweise sind auch andere Sicherungsstrategien möglich. Für die üblicherweise am Anfang einer Backup-Strategie stehende Komplettsicherung  bieten die meisten Dienste spezielle Zusatzleistungen wie das Seeding an. Hierbei werden die Daten einmalig per Datenträger auf konventionellem Wege (Post, Kurier) zum Speicheranbieter geschickt.
  • Weitere relevante Merkmale sind Komprimierungsverfahren, angebotene Sicherungsintervalle und Zeitpunkte oder das Maximalvolumen oder die Aufbewahrungsfristen.
  • Abgerechnet werden die Backup-Dienste üblicherweise pro GByte und Monat, Standardangebote bewegen sich im Preisrahmen zwischen 3 und 10 EUR pro GByte und Monat.

Beachten Sie auch die folgenden Praxistipps:

  • Um den Aufwand für das Online-Backup und die dadurch verursachten Kosten möglichst gering zu halten, sollten Sie eine adäquate Backup-Strategie entwickeln und die Online-Datensicherung auf solche Daten beschränken, die im Störungsfall für einen reibungslosen Betrieb benötigt werden. Als Archiv-Lösung sollte das Backup-System dagegen nicht verwendet werden.
  • Achten Sie auf angemessene Sicherungsintervalle. Zu lange Abstände bergen das Risiko, dass  bei einem Störfall doch größere Datenmengen verloren gehen, zu knappe Intervalle verursachen höhere Kosten und können bei knapp bemessenen Bandbreiten die Internetanbindung zu sehr belasten.
  • Legen Sie bei der Auswahl des Dienstanbieters größten Wert auf Seriosität und Vertrauenswürdigkeit. Schließlich vertrauen Sie dem Backup-Unternehmen wichtige Informationen an, von denen im Extremfall sogar die Existenz Ihres Unternehmens abhängen kann.

Mehr zum Thema:

Cloud-Computing: Die günstigste Alternative für Ihre IT

Jetzt Newsletter abonnieren

Jetzt Newsletter abonnieren


War dieser Beitrag hilfreich?
Bitte tragen Sie einen Kommentar ein.